Auditive Astralerfahrung in der Meditation: Unterscheide Anahata Klänge von Tinnitus

Dann kann es sein, Menschen hören Anahataklänge. Also irgendwelche subtilen Geräusche. Da gilt es aufzupassen. Manchmal verwechseln Teilnehmer das mit Tinnitusgeräuschen. Und da ist wichtig, dass man den Unterschied kennt zwischen Anahata und Tinnitus, wobei es auch Überlagerungen gibt. Man kann das an zwei verschiedenen Phänomenen sagen. Anahataklänge sind angenehm, Tinnitusgeräusche sind unangenehm. Also typische Tinnitusgeräusche, die wären z.B. Sägewerkgeräusche oder Dampflokomotive oder, als ob man an einer Autobahn wohnt. Das sind Tinnitusgeräusche. Anahataklänge – das kann z.B. ein Klang sein, der häufig als Tinnitus missgedeutet wird, ein hoher Klang, wie früher die Testbilder. Oder der Klang einer Tambura oder einer Glocke oder einer Flöte. Das sind typische Anahataklänge. Eine zweite Unterscheidung ist, Anahataklänge werden stärker, wenn man entspannt oder sich gut fühlt. Währenddessen Tinnitusgeräusche werden stärker unter Stress und Angst. Natürlich, Menschen können auch beides haben, sowohl Anahata, als auch Tinnitus. Und insgesamt reduziert Meditation die Anfälligkeit für Tinnitus. Es gibt da sogar ein paar Studien, die zeigen, Meditierende leiden weniger unter Tinnitus, wobei das dann in der Forschung kontrovers diskutiert wird. Es scheint so zu sein, dass manche Menschen tatsächlich die Tinnitusgeräusche loswerden, wenn sie Entspannungstechniken machen. Häufiger ist es so, dass diese weiter bleiben, aber man nicht mehr darunter leidet. So ähnlich, man kann ja auch an einer Straße wohnen und nicht daran leiden. Man hört halt die Autos, die gehen vorbei. Und so ähnlich können ja auch Autos innerlich vorbeifahren, man muss deshalb nicht leiden, man nimmt es einfach zu Kenntnis. Und gerade diese Fähigkeit, in der Meditation, Gedanken zu beobachten, Geräusche zu beobachten, ohne daran zu leiden, hilft einem auch, mit einem Tinnitus zu leben und vielleicht sogar Tinnitus als wertvolle Information anzusehen. Wenn nämlich die Tinnitusgeräusche immer stärker werden, wenn man gestresst ist, dann kann man ja sagen, „Danke, lieber Tinnitus, dass du jetzt stärker wirst. Du zeigst mir, dass ich jetzt gerade wieder mehr unter Stress stehe und dass ich mich mehr entspannen soll. Danke, dass du kommst! Andere Menschen merken den Stress erst, wenn Arteriosklerose fortgeschritten ist und Herzinfarkt da ist. Ich habe ein Warnsignal in mir und kann das so gut nutzen.“ Das ist übrigens auch schon eine gute Weise, mit Tinnitus umzugehen und dankbar dafür zu sein, anstatt darunter zu leiden. Eine der Empfehlungen in der Verhaltenstherapie bei Tinnitus. Bei Anahataklängen – manche Menschen können anhand des inneren Klanges spüren oder hören, wie gut die Schwingung im Raum ist und wie sie selbst sich auf andere Menschen einschwingen. Es gibt manche, wenn sie mit einem anderen Menschen sprechen, dann hören sie in den Klang hinein, dann wissen sie, ist jetzt eine Herz-zu-Herz-Kommunikation da oder werden nur Worte ausgetauscht. Und bei manchen ist es so, sie hören einen hohen Klang, wenn sie sprechen, dann wissen sie, „Ah, jetzt ist die Energieverbindung da.“ Oder sie gehen in einen Raum und wenn da eine hohe Schwingung da ist, wissen sie, „Das ist eine schöne Schwingung da, ein hoher Klang und ich kann mich darauf einstimmen.“ Und ein anderer Raum klingt dann eher leer. Da ist kein Klang. Also, Anahataklang kann einem Informationen geben, die man aber auch nicht überbewerten darf. Der Mensch ist kein objektives Wahrnehmungsinstrument. Es hängt auch davon ab, wie wir darauf eingestimmt sind. Man kann auch einen gleichmäßigen Anahataklang haben. Typischerweise wird er aber manchmal stärker und manchmal schwächer, manchmal höher, manchmal weniger hoch, manchmal subtiler, manchmal weniger subtil.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
119. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

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