Dharana, die sechste Stufe des Ashtanga Yoga

Wenn man das gemacht hat, dann ist unser Geist in einem Pratyahara-Zustand, dann können wir jetzt in Dharana gehen. Dharana ist die sechste Stufe bzw. der sechste Teil des Ashtanga Yoga und daher für die Meditation. Und Dharana sind dann die verschiedenen Meditationstechniken, die wir verwenden können. Da gibt es jetzt verschiedene Klassifikationsmöglichkeiten, wie man die Meditationen irgendwo einordnet. Ich folge dort gerne einem bestimmten Schema, das nicht nur für die Yoga Meditationstechniken passt. Man kann Meditationen nennen, sie sind aktiv und passiv. Wobei aktiv nicht heißt, man bewegt sich, sondern aktiv heißt, wir erzeugen bewusst bestimmte Gedanken. Passiv heißt, wir beobachten bestimmte Gedanken, die schon da sind. Passiv wird auch oft als Achtsamkeits- oder Sakshi-Meditationstechniken bezeichnet und die aktiven Meditationstechniken werden im Buddhismus, ich glaube, als Samapatti-Techniken bezeichnet. Es gibt ja Vippasana und ich glaube, das andere ist Samapatti. Man versucht, selbst etwas zu erzeugen und so finden wir das eben auch im Yoga.
Meditation visuell, auditiv, kinesthetisch
Wir können dann sagen, es gibt zum einen Meditationen, die über die drei Hauptaspekte unserer Gedanken gehen. Es gibt visuelle Techniken, es gibt auditive Techniken und dann gibt es die so genannten kinnästhetischen Techniken. Und dann gibt es natürlich Mischformen und schließlich gibt es noch abstrakt. Die meisten Menschen denken entweder in Bildern, in Worten oder in Gefühlen. Eigentlich ist das nicht ganz korrekt. Man könnte sagen, alle oder mindestens fast alle Menschen, wenn sie denken, hat der Gedanke alle drei Komponenten und bei vielen überwiegt einer. Manche Menschen denken hauptsächlich in Bildern, manche denken hauptsächlich in Worten, und Klänge sind besonders wichtig, und manche Menschen fühlen vor allem. Das ergibt sich ja auch aus der Ausdrucksweise. Der eine sagt, „Ich sehe das so. Kannst du denn das nicht einsehen? Sei doch mal einsichtig!“ Und der andere sagt, „Ich verstehe das aber anders.“ Und der nächste sagt, „Ich fühle, das kann nicht so sein.“ oder „Ich spüre, das ist so.“ Das ist manchmal etwas gefährlich. Die Spürer meinen meistens, zu spüren, was der andere fühlt. Aber auch der, der was einsieht, kann manchmal einer optischen Täuschung unterliegen und wer etwas versteht, der versteht vielleicht etwas anderes, als tatsächlich gedacht wurde. Eine gewisse innere Skepsis gegenüber dem eigenen Geist, ist durchaus angebracht. Ich kann ja jetzt gerade mal fragen, wer von euch sieht sich eher als visuellen Typ? Wer von euch versteht sich so, dass er eher ein auditiver Mensch ist? Und wer spürt, dass er eher ein kinnästhetisch orientierter Mensch ist? Wer sieht ein und versteht, dass er eher ein Mischtyp ist? Jetzt schauen wir mal, was heißt das für die Meditation?
– Fortsetzung folgt –
47 . Teil einer Vortragsreihe Sukadev Bretz über Meditation. Niederschrift von Mitschnitten aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

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