Die Hure – Gastbeitrag

Seit ca. 2 Jahre nähere ich mich täglich religiösen Schriften, der Bibel und auch hinduistischen Werken, wie der Bhagavad Gita und dem Shrimad Bhagavatam.  Ich finde Zufriedenheit beim Lesen der Schriften und verurteile in Gedanken einen Lebensabschnitt, der im materiellen Streben angesiedelt war. Auch dem regelmäßigen Verlieben, selbstverständlich in Verbindung mit körperlicher Begegnung,  wird heute immer noch eine Toleranz gewährt, entgegen den Empfehlungen der Schriften. Der  Papst wird mit seiner  konservativen Haltung  zur Sexualität belächelt.  Beschreibt nicht die Bibel, beispielsweise Hesekiel  in einer verurteilenden Art die „Hurerei“, die inzwischen vergesellschaftet wurde. Natürlich bekommt diese heute ein tugendhaftes Kleid, den „Richtigen“ suchen und finden mit einem nachhaltigen Beziehungsglück. Die Scheidungsraten liegen in Europa immer noch recht hoch, wohl jede 3 Ehe wird getrennt. Die Propheten der Bibel bezeichnen bereits eine 2 Verbindung nach einer offiziellen Ehe als Hurerei, wohlgemerkt den Frauen zugeordnet.  Mit Selbstbewusstsein wird heute Sexualität gelebt mit und ohne Scham, gottgefällig? Die Bhagavad Gita als Anleitung zur Vervollkommnung unseres Menschendaseins weist  im ersten Kapitel auf die Ehe hin, die Trennung mit Folgen für die eigene Seele und von Ahnen.  Diese Inhalte werden tiefgründiger betrachtet. Die Yamas im Raja-Yoga wie auch die christlichen Gebote orientieren auf Treue zum Ehepartner/in bzw. benennen Brahmachari, eine selbstlose Hingabe an Gott.

Vielleicht ermöglicht das regelmäßige Lesen der Schriften, ein Teil des Raja-Yogas  eine Veränderung der vergesellschafteten Toleranz. Provokativ  beschreibt Hesekiel auch die Liebhaberei mit materiellen Werten, den Rohstoffen als Hurerei. Die Hure, die geliebt wird in Umschlaggeschwindigkeiten und Produktivität mit dem Ziel der Konsumtion und des Wohlstands, gottgefällig?  Die Wirtschaft nähert sich zunehmend den universellen Gesetzen, ergründet Ethik und erkennt Fehler in der „Hurerei“ mit den Schätzen der Natur und der Liebe zum Mammon.  Irgendwann wird dann der geistige Fortschritt in Zahlen erfasst und bilanziert.

Beate Wolfsteller

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