Posttraumatische Belastungsstörung und Meditation

Aber es gibt Menschen, die haben sehr schlimme Sachen erlebt und die haben vielleicht gute Gründe, eben noch nicht allen Menschen vergeben zu haben. Und da muss man sich bewusst sein, dass manches, was man dort sagt, in einem entspannten Gemütszustand, dass das irgendwo emotional eine bestimmte Bedeutung haben kann für die Menschen. Das ist also ein Aspekt, weshalb man an Emotionen rankommen kann. Auch wenn man sagt, der Ausdruck „Licht“. Angenommen, man wäre in irgendeiner Region, wo es Folteropfer gab, die mit Lichtfolter gefoltert wurden und die hören dann „Licht“ und „Stell dir vor, von oben strömt Licht in dich hinein.“ und „Licht“ hieß immer „Lichtblitze“, dann hat das eine bestimmte Wirkung. Glücklicherweise sind wir jetzt hier in einer Breite, wo es Folter nicht gibt. Aber es gibt bestimmte Dinge, an die manchmal die ältere Generation noch denkt. Z.B. meine Mutter mochte nie Silvesterknaller und viele von euch können sich denken, warum. Sie hat in einer Stadt gelebt, wo gebombt wurde und wo für sie ein plötzliches Erleuchten des Himmels nachts und das verbunden mit lautem Krachen, war verbunden damit, dass dort Freunde und Verwandte gestorben sind und direkt in der Nähe Häuser explodiert sind. Damit haben wir jetzt in der Meditation weniger zu tun, aber es gibt Menschen, die haben bestimmte traumatische Erlebnisse und manches, was man in der Meditation eben sagt, könnte solche Erinnerungen wachrufen. Vielleicht besonders wichtig, falls ihr jemals Meditationskurse gebt in einer Region, wo vor kurzem Bürgerkrieg war. Das gibt es ja auch in Europa. Da gilt es, diese Sachen noch mehr zu beachten. Noch häufiger, mit dem wir in unseren doch glücklicherweise inzwischen sechzig Jahren recht friedvollen Gegenden zu tun haben, ist, dass Meditation entspannt, öffnet und dass dann etwas in der Tiefe des Geistes hervorkommt, was schwierige Erlebnisse waren. Das kann mit Bild verbunden sein, muss es aber auch nicht. Es kann passieren, wenn Menschen meditieren, sie meditieren über Licht, sie meditieren über Liebe und dann werden sie konfrontiert mit Ärger und sie spüren plötzlich, wie eine Wut in ihnen hochkommt. Oder sie spüren, wenn sie Liebe schicken wollen, wie wenig Liebe sie bisher in ihrem Leben bewusst erfahren haben. Oder sie spüren das Gefühl von Verlassenheit und Einsamkeit. Also solche Phänomene können auftauchen und es können auch Bilder auftauchen, von eben traumatischen Erlebnissen, die sie schon fast vergessen hatten. Glücklicherweise ist es jetzt so, in der normalen Meditation geschieht dort nichts, wo ihr irgendwelche psychotherapeutischen Fähigkeiten haben müsstet. Ich kann aus vielen Jahren sagen, wo ich in Zentren unterrichtet hatte – fünfzehn Jahre meines Lebens habe ich hauptsächlich in Yogazentren unterrichtet, wo Menschen typischerweise einmal die Woche zum Meditationskurs gegangen sind und dann täglich meditiert haben – ich bin mit keinem Fall konfrontiert worden, wo jemand in der Meditation in einen Zustand hineingeraten ist, wo ich gesagt hätte, „Du musst jetzt unbedingt zum Psychotherapeuten gehen oder zum Psychiater.“ Es gab diese Phänomene, dass Menschen berichtet haben, dass sie eben diese Emotionen bekommen haben, aber es geht bei der typischen Meditation auf sanfte Weise und es geht in einer Weise, wenn man dort den richtigen Ratschlag gibt, dass die Menschen sehr gut damit zurechtkommen.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
107. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

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