Sei konsequent mit deinem Geist – als Hilfe für die Meditation

Das sind also verschiedene Methoden, wie man mit einem unruhigen Geist umgehen kann und es gibt noch eine weitere Methode. Die ist höchst effizient, aber das sollte man nur dann machen, erstens, wenn man Zeit hat und zweitens, wenn man grundsätzlich ein liebevolles, freundliches Verhältnis zu sich selbst hat. Man sagt dem Geist, „Lieber Geist, entweder du gibst mir jetzt eine gute Meditation oder wir meditieren zwanzig Minuten länger. Und wir meditieren so oft wieder zwanzig Minuten, bis die Meditation schön ist.“ Wie gesagt, es ist nicht für jeden. Das sollte man nur dann machen, wenn man grundsätzlich ein liebevolles, freundliches Verhältnis zu sich selbst hat. Meditation will uns eben dazu helfen, friedlicher mit uns selbst umzugehen. Meditation will uns nicht in eine selbstzerstörerische Verhaltensweise hineinbringen. Aber seinen Geist zu einem guten Instrument zu machen und dabei Konsequenz zu zeigen, das heißt ja nicht, dass wir unseren Geist quälen. Das ist wie mit einem Hund. Es ist für den Hund gut, wenn man ihn erzieht. Hund braucht ein Alpha-Tier. Wenn Hund weiß, er hat jemanden, der kümmert sich um ihn und ist der Boss und die Bossin, dann kann der Hund entspannen. Angenommen, der Hund denkt, er ist der Boss, dann ist der in einer menschlichen Umgebung total verzweifelt, denn eigentlich ist es seine Aufgabe, seine Mitgeschöpfe zu beschützen. Kann er aber nicht. Die gehen nämlich raus aus der Tür und dann sind sie in dieser feindlichen Welt und er kann sich nicht um sie kümmern. Folglich bellt der Hund. Nicht, weil er selbst allein ist, sondern meistens, wenn Hunde bellen, wenn Herrchen weggeht, dann fühlt der Hund, er kann nicht seinen Pflichten nachkommen, sich um die ihm Anvertrauten kümmern. Also bellt er, also kratzt er usw. Auch ist es für einen Hund nicht gut, ständig Tauziehen zu machen. Nur weil Herrchen nicht die Energie hat, den Hund irgendwo zu zeigen, „Ich bin der Boss.“ So ähnlich ist es auch mit dem Geist. Der Geist braucht jemanden, der sagt, „Ich bin der Boss.“ Alle Aspekte unseres Wesens sind eigentlich dazu da, uns zu helfen. Es gibt keine geistige Eigenschaft, die nicht irgendwo in irgendeinem Kontext hilfreich wäre. Das ist auch eine wichtige Sache. Ich habe vorher davon gesprochen, dass es wichtig ist, irgendwo liebevoll mit sich selbst umzugehen. Liebevoll mit sich selbst umzugehen heißt nicht, dass man einfach nur den Geist wild und wirr seine Gedanken und Emotionen erzeugen lässt. Aber es heißt, dass wir anerkennen, dass alles, was in unserem Geist dort los ist, irgendwo in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass alle Teile unseres Geistes uns helfen wollen. Angenommen, ihr habt dort in euch den großen Wunsch, dem Menschen vor euch die Gurgel umzudrehen. Ist das etwas grundsätzlich Schlechtes? Einem anderen die Gurgel umzudrehen, ist grundsätzlich etwas Schlechtes. Ich hoffe, wir sind dort einer Meinung.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
93. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

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