Wirkung der Meditation in moderner Forschung – Meditationsstudien

Jetzt, wenn wir Meditation als Übung und als Praxis sehen, dort hat man eben festgestellt, dass die Übung der Meditation etwas ausgesprochen Gutes ist. Es ist etwas ausgesprochen Gesundes und ich habe euch auch auf den Seiten 16 und 17 einiges aufgeführt, was moderne Forschungsergebnisse gezeigt haben, wofür Meditation gut ist. Und da gibt es auch einige Bücher, die dort aufgeführt sind. Auf der Seite 16 sind hauptsächlich Bücher aus den 90er Jahren aufgeführt. Gut, der Vaitl-Petermann ist auch von 2004. Die Zusammenfassung von dem Ulrich Ott ist etwas neueren Datums. Auch die von „Gehirn und Geist“ ist neueren Datums. Ich habe jetzt noch nicht den Artikel in „Psychologie heute“ anschauen können, da wurde mir gesagt, gibt es einige Literatur, die man auch dort nachlesen kann. Gut, und natürlich, ihr könnt einfach ins Internet gehen, „Meditation scientific research“ eingeben und dann findet ihr massenhaft Artikel darüber oder diese eine Internetseite, die ich angegeben habe, www.smmr.de, und da steht eine ganze Menge. Ein paar Dinge, die man festgestellt hat, was Meditation bewirkt. Physiologisch hat man festgestellt, Meditation führt zu einer ausgeprägten Entspannungsreaktion. Die meisten von euch haben ja bei uns die Yogalehrerausbildung gemacht und dort habt ihr gehört über den Stressimpuls, den Flucht-Kampf-Mechanismus und ich vermute, fast jeder, der hier sitzt – auch wenn er woanders oder nirgendwo eine Yogalehrerausbildung gemacht hat – hat schon mal das Wort „Stress“ gehört, vielleicht hat es sogar schon jemand erlebt, obgleich das Wort ausgesprochen inflationär gebraucht wird. Irgendwo vor kurzem war so eine Freundin von Shivakami zu Besuch und sie hat mich gefragt, „Hattest du heute wieder besonderen Stress?“ oder „Bist du gerade in besonderem Stress?“ Das war so eine Psychologin. Da habe ich gesagt, „Nein, ich habe momentan keinen Stress. Ich habe zwar lange Arbeitszeiten und wenig Schlaf, aber ich fühle mich ausgesprochen wohl dabei und momentan ist gerade nichts Bedrohliches, also bin ich auch nicht gestresst.“ Man kann sich allein dadurch stressen, dass man sich ständig etwas als Stress bezeichnet. Und das wird dann denjenigen, die tatsächlich unter Stress stehen, nicht gerecht, wenn man jede außergewöhnliche Belastung gleich als Stress bezeichnet. Was nicht heißt, dass ich nie mehr Stress erlebe. Es gab auch von ein paar Wochen Situationen, wo ich mich hier gestresst gefühlt habe. Also Stressreaktion, kurz zusammengefasst, Ausschüttung von Stresshormonen, Aktivierung des Sympathikus, Erhöhung des Blutdrucks, Erhöhung der Atemfrequenz, Ausschüttung von Schweiß. Wobei, wenn ihr jetzt Schweiß habt, das nicht am Stress vermutlich liegt. Außerdem Reduzierung der Energie im Verdauungssystem, was zu Magengeschwüren führen kann, zu Leberproblemen, Gallenproblemen, was zu Reizdarm führen kann, zu Verstopfung oder Durchfallproblemen, es kann führen zu Kopfweh, zu Nackenverspannung, zu Rückenschmerzen. Es kann dazu führen, dass Menschen auf der psychologischen Ebene ängstlich werden oder ärgerlich werden oder deprimiert werden. Vom Ayurveda würde man sagen, je nachdem, ob Vata, Pitta oder Kapha stärker ist. Vata-Menschen neigen dann zu Ängsten und Pitta-Menschen zu Reizbarkeit und Frust und Ärger und Kapha-Menschen neigen zur Depression oder Niedergeschlagenheit. Gut, auch ein Pitta-Mensch, also jeder der psychischen Beschwerden, landet irgendwann in der depressiven Antriebslosigkeit. Beim Kapha-Mensch halt als erstes, beim Pitta-Mensch muss erst sein Feuer sich ziemlich verbrannt haben. Also, all das kann Stress sein und seine Folgen und man hat messen können in der Meditation, schon zwanzig Minuten Meditation baut Stress ab. Man kann eine Speichelprobe vor der Meditation nehmen und nach der Meditation und die Stresshormone im Speichel bauen sich nachweisbar ab. Und Wissenschaftler sind ja manchmal etwas brutal. Man hat auch schon Blutproben entnommen vor der Meditation und nach der Meditation, man hat Probanden schon vorher Mordsschrecken eingejagt und dann die einen durften dann zwanzig Minuten irgendwas machen und die anderen meditieren zwanzig Minuten. Diejenigen, die irgendwas machen konnten, hatten nach zwanzig Minuten fast noch das gleiche Stressniveau im Blut wie vorher, also vor dem zwanzig Minuten Nichtstun, die zwanzig Minuten meditiert haben, haben das Stressniveau erheblich gesenkt. Und das führt auch dazu, verbesserte Immunreaktionen. Man hat z.B. sogar festgestellt, das war so eine interessante Forschung, wer meditiert, heilt Knochenbrüche schneller. Also etwas so Grobstoffliches, es ist nicht irgendwie, dass Leute sich irgendwas einbilden, sonder jemand, der meditiert, heilt Knochenbrüche schneller. Wer meditiert, hat eine geringere Erkältungsanfälligkeit und wenn er eine Erkältung kriegst, ist sie etwas kürzer als bei anderen. Ist nicht ganz so signifikant wie bei Kopfweh, also Meditation reduziert Kopfwehanfälligkeit ganz erheblich, die Erkältungsanfälligkeit nur wenig, aber doch in kleinem Maße signifikant. Und so könnte ich jetzt noch endlos weiterreden. Blutdruck wird auch gesenkt. Bei Reizdarm hat sich Meditation bewährt, in einer amerikanischen Studie, die ich mal gelesen habe. Bei Asthma hat sich Meditation als hilfreich erwiesen. Fast alle eben stressbedingten Krankheiten können durch Meditation positiv beeinflusst werden. Und Meditation hilft auch, dass die Anfälligkeit für Krankheiten sinkt.
Also nicht nur können Krankheiten geheilt werden, sondern die Anfälligkeit für Krankheiten sinkt durch Meditation. Also eine Menge von Effekten.
– Fortsetzung folgt –
15. Teil der Vortragsreihe über Meditation von Sukadev Bretz aus Yoga Vidya Bad Meinberg. Niederschrift von Mitschnitten aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung.

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