Maha Mrityunjaya Mantra – Heilmantra

Das Maha Mrityunjaya Mantra ist ein Heil-Mantra. Hier findest du dieses Maha Mrityunjaya Mantra als Rezitations-Video:

Maha heißt „großartig“.

Mrit steht für „sterblich, Tod“

Jaya heißt „Sieg über“

Mahamrityunjaya heißt das großartige Mantra, welches zum Sieg über die Sterblichkeit führt. Was heißt Sieg über die Sterblichkeit?

  • Im Relativen ist das Mahamrityunjaya Mantra ein Heilmantra, das zur Langlebigkeit verhelfen kann
  • Im Relativen ist dieses Maha Mrityunjaya Mantra auch ein Schutzmantra, das man vor allem vor Autofahrten, Flügen, etc. wiederholt wird
  • Von einer höheren Warte aus verhilft das Maha Mrityunjaya Mantra zur Befreiung von allen Identifikationen – so erfährst du das Absolute

Das Maha Mrityunjaya Mantra wird auch als Om Tryambakam Mantra bezeichnet. Denn die ersten Wörter sind Om Tryambakam…

Erleuchtete Meister

Ein Teilnehmerin hat gerade gesagt, „Buddhisten sagen, vor der Erleuchtung Holz hacken und nach der Erleuchtung Holz hacken.“
Ich habe aber jetzt noch gesagt, also erst Holz hacken, kleine Erleuchtung, dann weiter Holz hacken, dann kommt die große Erleuchtung. Und wenn wir die große Erleuchtung haben, dann können wir ganz entspannt und enthusiastisch Holz hacken. Als Jivanmukta gibt es keine Probleme mehr, behaupten mindestens die Schriften. Aber vorher kommt manchmal Segen und Gnade, um uns zu erinnern und dann müssen wir einiges tun. So ähnlich hat es mal der Ramakrishna dem Vivekananda gesagt. Ramakrishna hat dem Vivekananda verholfen zu einer Samadhi-Erfahrung. Und dann hat er ihm gesagt, „Jetzt werde ich den Schlüssel für Nirvikalpa Samadhi verschließen. Den kriegst du erst, wenn du deine Aufgabe auf dieser Erde erledigt hast. Und wenn du die erledigt hast, dann kannst du in Nirvikalpa Samadhi gehen. Und sowie du weißt, wer du wirklich bist, vollständig, dann wirst du nicht mehr lange auf dieser Erde sein. So wird dein Karma sein.“ Das gibt es ja auch anders. Es gibt ja auch Meister, wie z.B. Ramakrishna oder Swami Sivananda, die nach ihrer Erleuchtung noch Jahrzehnte weiter gelebt haben im physischen Körper. Oder Ananada Mayi Ma oder andere. Aber bei Vivekananda sagt eben Ramakrishna, „Sowie du das weißt, dann ist auch dein Karma zu Ende.“ Und so, manche der Schüler von Swami Vivekananda, die das irgendwo mitgekriegt hatten von anderen engen Schülern von Ramakrishna, haben ihn manchmal so scherzhaft gefragt, „Und, weißt du inzwischen, wer du wirklich bist?“ Und dann hat er immer „nein“ gesagt und eines Tages hat er „yes“ gesagt. Und dann wurde es still. Ein paar Tage später hat er seinen Körper verlassen. Aber bevor ihr jetzt Angst bekommt vor der Erleuchtung, wie gesagt, es gibt Meister wie Ramana Maharishi oder Swami Sivananda, die dann auch noch nach der Erleuchtung viele Jahrzehnte im Körper geblieben sind, voller Liebe, voller Freude, voller Unendlichkeit und die dieses Doppelbewusstsein gelebt haben, Unendlichkeit und in der Beschränktheit.

 
Letzte Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Hari Om Tat Sat

Die Welt als Manifestation des Höchsten

Manchmal erscheint einem die Welt schal und fade und manchmal, wenn man noch mal etwas tiefer geht, ist sie eben eine Erinnerung und letztlich auch eine Manifestation des Höchsten. Diesen Schritt muss man dann auch wieder machen. Aber ich erwähne es deshalb, dass, selbst wenn ihr nicht in Samadhi kommt oder gekommen seid bisher, es kann mal passieren, dass ein Teilnehmer zu euch hinkommt und euch so etwas erzählt. Wie ich schon mal gesagt hatte, eine Arzt muss nicht jede Krankheit gehabt haben, um sie zu heilen. Aber manchmal hat man einen besseren Bezug, wenn man es erfahren hat. Aber man kann trotzdem auch Menschen helfen, indem man so etwas erzählt. Er hatte das vor zwei Jahren und im letzten Jahr ist er nur traurig. Und dann gilt es, eben bei diesem Übergang zu helfen, Menschen dazu zu inspirieren und zu motivieren, eben eher dankbar zu sein für die Erfahrung damals und sich bewusst zu machen, dass diese Welt auch eine Aufgabe hat, deshalb sind wir in der Welt, dass es eine Gnade war, dass wir diese schöne Erfahrung haben konnten und dass die uns irgendwo zeigt, wie es irgendwann weitergeht, wie unser Zuhause ist, zu dem wir zurückkommen, when our work is over, wenn unser Karma vorbei ist, unsere Aufgaben erfüllt sind, wenn wir das getan haben, was zu tun ist. Und dann gilt es, das auch zu tun. Denn, wenn wir es jetzt nicht tun, dann können wir noch Jahre in der nostalgischen Erinnerung leben und das Leben schnöde finden oder wir können sagen, wir gehen es an. Und wir nehmen die kleinen Erfahrungen als Erinnerungen an das Göttliche, wir genießen es, wir wissen letztlich, auch die relative Welt in Zeit und Raum begrenzt, ist auch nichts anderes als eine Manifestation dieses Göttlichen. So haben wir es ja erfahren und jetzt arbeiten wir weiter und freuen uns, one day is over.

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133. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Bewusstseinserweiterung durch Meditation

Chid, ist der zweite Aspekt, Bewusstsein. Und so ist eine spirituelle Erfahrung immer verbunden mit Ausdehnung von Bewusstheit. Und auch im Deutschen steckt in Bewusstheit auch Wissen dahinter, ebenso wie im Sanskrit. Chid ist sowohl Bewusstsein, als auch Wissen. Also eine neue Erkenntnis ist dabei. Nicht nur ein Sein, sondern auch ein bewusstes Sein, eine Ausdehnung der Bewusstheit und eine tiefere Erkenntnis. Antworten auf die tieferen Fragen, die wir haben, sind intellektuell nicht wirklich zu führen. Auch wenn es eine Philosophie gibt namens Vedanta, die versucht, die höchste Erfahrung intellektuell begreifbar zu machen und sogar über Einsicht erfahrbar zu machen, gilt dennoch, wirklich intellektuell fassbar ist es nicht. Wir können es aber direkt erfahren, Chid. Und es ist Ananda. Ananda, wonnevoll, freudevoll. Und das macht manchmal die Erfahrung auch schwierig. Ich hatte es vorher schon mal angedeutet. Wenn man in dieser Erfahrung war, dann ist es schwierig, anschließend in der relativen Ebene irgendwo zu sein. Denn, jede Freude, die man auf der relativen Ebene hat, ist sehr relativ. Wenn ich ein banales Beispiel gebrauche. Als ich 1986 nach Los Angeles kam, dort war die Naturkostszene schon sehr gut. Vorher habe ich die Getreideriegel in den deutschen Naturkostläden gekannt, die waren halt so lala. Aber die in Kalifornien, die waren schon richtig gut. Als ich dann nachher wieder zurück nach Europa transferiert wurde, dann war es sehr einfach, auf Süßigkeitsriegel zu verzichten. Es kam nichts dem Geschmack nahe und irgendwie habe ich es bedauert. Und so ähnlich, Samadhi, diese Wonne von Samadhi, ist etwas anderes, als alle anderen Freudenerfahrungen, die wir auf dieser Welt haben. Da müssen wir es uns noch mal bewusst machen, dass jede relative Freudeerfahrung einfach nur eine Erinnerung ist an die kosmische Freude, die wir in Samadhi erfahren können. Und dann können wir sie auch genießen. Das sind eben so die beiden Aspekte.

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132. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Übergang in Samadhi

Und dann ist man irgendwo in einem glückseligen Raum, in einer glückseligen Weite und dann kann man weiter geführt werden und dann kann es passieren, dass plötzlich diese konkrete Gestalt aufgelöst ist. Und eigentlich, solange man sieht, ist es ja noch nicht Samadhi, aber es ist Dhyana, aber es wäre schon eine spirituelle Erfahrung. Aber dann, wenn dieses Sehen aufhört und man sich einfach in dieser göttlichen Geborgenheit aufgehoben fühlt, in Liebe, Freude, Ausdehnung, Unendlichkeit, dann sind es die ersten Samadhistufen. Wenn natürlich dann jegliche Form von konkreter Wahrnehmung und Bezug auf sich selbst verschwindet, das ist dann Nirvikalpa Samadhi. Es kann auch geschehen einfach über den Klang des Mantras, als ein anderes Beispiel. Erst wiederholt man das Mantra, der Geist schweift ab, dann wiederholt man das Mantra und ist konzentriert. Plötzlich, das Mantra wiederholt sich. Nicht, man meditiert und wiederholt das Mantra, sondern es geschieht und wir sind nur ergriffen von dieser Schwingung, dieser göttlichen Schwingung. Und dann irgendwann hören die Worte auf und man ist nur noch diese Schwingung. Und diese Schwingung ist ohne Grenzen und ohne Zeit, ohne Raum. Und auch dann sind wir in Dhyana oder vielleicht sogar in einem niederen Samadhi-Zustand. Oder in einer abstrakten Meditationstechnik. Wir fragen, „Wer bin ich?“ Man beginnt vielleicht mit dieser Vicharana-Technik, Subjekt-Objekt, „Ich bin nicht das Beobachtbare. Ich bin der Beobachter.“ Wir spüren den Körper, „Ich bin nicht der Körper. Wer bin ich, der diesen Körper spürt?“ „Ich bin nicht die Gedanken. Ich beobachte die Gedanken. Wer bin ich, der ich die Gedanken beobachte?“ Und so kommen dann diese Fragen und dann kommt ein Gefühl auf. Und plötzlich ist nicht mehr die Frage, „Bin ich das, bin ich jenes?“, sondern es bleibt nur noch, „Ich bin.“ Und dann verschwindet sogar das Ich, es ist nur noch „bin, sein“ und dann sind wir wieder verbunden mit dem Unendlichen. Wir können sagen, eine spirituelle Erfahrung kann sich auf verschiedene Weise manifestieren und sie kann auch auf verschiedene Weise kommen und sie kann verschiedene Vorboten haben. Immer gemein ist, sie geht auf Satchidananda hinaus. Sat heißt Sein und zwar absolutes Sein. Es heißt, unsere Seins-Erfahrung wächst und expandiert und ist auch nicht mehr begrenzt durch Zeit und Raum, deshalb absolutes Sein. Momentan haben wir auch ein gewisses Seinsgefühl. Wir sind beschränkt, fünfzig Zentimeter breit, zwanzig Zentimeter tief und 1,74 Meter hoch und so haben wir ein Gefühl, „Das bin ich.“ Relativ beschränkt in Zeit und Raum. Vor zwanzig Jahren sah es irgendwie anders aus, vor allem auf dem Haupt. In zwanzig Jahren sieht es noch mal anders aus. Und in zweihundert Jahren sieht dieser Körper vermutlich gar nicht mehr aus. Also ein recht beschränktes Sein. Außerdem, jetzt spreche ich über Meditation, dann anschließend schlafe ich, dazwischen, was weiß ich. Verschiedene Dinge sind dort. So ist es jetzt also eine in Zeit und Raum begrenzte Erfahrung. Die Erfahrung von Sat geht jenseits von Begrenzung. Wir verlieren die Identifikation mit Körper, Persönlichkeit usw. Es ist ein reines Sein. Und es ist auch nicht mehr die Frage von Zeit, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. In dem Moment, wo wir drin sind, haben wir nicht mehr das Gefühl, „Jetzt habe ich es erreicht. Endlich nach so vielen Anstrengungen.“ Nein. In dem Moment, wo wir da sind, ist es so, als ob das immer schon so war, so ist und immer sein wird. Und wir wissen, wir können den Zustand niemals verlieren. Auch wenn wir nachher wieder zurückkehren müssen in den schnöden Körperzustand, wo nachher die Knie wieder beim Meditieren vielleicht sehr spürbar sind und nachher Menschen einen wieder schimpfen werden und kritisieren werden usw. Und wo man vielleicht das sogar etwas zu ernst nimmt. Nur, einmal in einer solchen Erfahrung gewesen zu sein, Dhyana oder die ersten Samadhi-Stufen, es hinterlässt dauerhafte Spuren in einem. Die Erinnerung bleibt. Egal, was in dieser relativen Welt ist, die vielleicht eine Traumwelt ist, ich weiß, „Eigentlich meine wahre Natur ist unendliches Sein.“ Es gibt ja auch dieses schöne englische Lied, „One fine morning, when my work is over, gonna fly away home. Fly away home to my soul, fly away home. – Eines Tages, wenn meine Aufgaben vorbei sind, dann fliege ich zurück zu meiner wahren Natur, nach Hause, meiner Seele.“ Und es hilft, sich bewusst zu sein, was das Zuhause ist, was die Seele ist. Manchmal fühlt man sich dann wie in Verbannung. Manchmal fühlt man sich wie, man ist auf eine Mission geschickt worden irgendwo. Und manchmal weiß man aber auch schon mehr, eigentlich ist es alles Lila, alle anderen sind auch auf die Mission geschickt worden. Und eigentlich ist es verrückt, Gott schickt sich selbst, verkleidet sich in Tausend Gestalten, damit man gegeneinander eine Mission erfüllt. Verrückt, oder? Wenn man das erkennt, dann ist es wiederum schön und angenehm.

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131. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Engel und Naturwesen

Die Engelserfahrung, Deva-Erfahrung, ist letztlich eine der spirituellen Erfahrungen, die wir machen können, wo wir auch typischerweise weggehen von unserem Ego, da ist auch keine Frage von Angst, es ist vielmehr eine Frage von Verbundenheit, von Weite, von Dankbarkeit, von Liebe. Und wenn wir eine solche Erfahrung hatten, sind wir auch typischerweise erfüllt von dieser Kraft, oft wochenlang, mindestens ein paar Tage lang. Manchmal wird es uns dann wieder schmerzvoll bewusst, jetzt sind wir wieder in dieser schnöden, kalten Welt und diese schöne Verbindung, die wir mal hatten, ist irgendwo nicht mehr da. Sie kommt aber wieder. Und aus dieser Kraft aus dieser Erfahrung können wir sehr viel schöpfen. Andere spirituelle Erfahrungen – es gibt die Devas, es gibt die Pretas, es gibt natürlich auch Zwischenwesen, es gibt verschiedene Naturgeister und Wesen, mit denen man auch Kontakt aufnehmen kann. Und die sind so hier in der Gegend an manchen Stellen relativ gut spürbar. Auch im Silvaticum gibt es so einige Stellen, wo einige Astralwesen da sind und die man auch spüren kann, mit denen man in Kontakt treten kann. Manche der älteren Bäume sind irgendwelche starken Astralwesen, die damit verbunden sind. Oder wer mal im Leistruper-Wald war, zu den Opfersteinen hin, da gibt es bestimmte Dinge, die eine sehr leichte Energie haben. Dann, wenn man zur Velmerstot geht, da gibt es auch manche Stellen, wo besonders viele und spürbare Naturgeister sind. Oder wer schon mal im Haus Yoga Vidya Westerwald war, es gibt dort eine Biegung des Baches, wo eine starke Energie ist oder auf einem der Berge oder Hügel, wenn man dort oben ist, kann man es spüren. Das ist dann so eine Mischung. Es sind nicht wirklich Pretas, es sind nicht wirklich Devas, im Sinne von höheren Astralwesen, es sind Naturgeister und so ist es irgendwo eine Zwischenerfahrung. Und es ist eine schöne Sache, gegenüber allen Naturwesen auch eine Erfahrung von Verbundenheit, von Respekt, Ehrerbietung zu haben, wobei auch hier wiederum die Yogameister raten würden, nicht zu sehr mit ihnen zu kommunizieren, vielleicht sie spüren und ihnen dankbar zu sein und so mit dieser Einstellung mit ihnen zusammen zu sein, aber sie jetzt nicht um Rat zu fragen. Und wenn man dann von Astralwesen oder Naturgeistern Rat bekommt, nicht immer dort befolgen. Andere spirituelle Erfahrungen, die kommen können, sind natürlich schwierig in Worte zu fassen. Und da habe ich immer Schwierigkeiten, auch da tatsächlich darüber zu sprechen. Da ist für mich das gültig, was du ja mal gesagt hattest, „Wenn man jetzt über Erfahrungen spricht, zerredet man sie nicht?“ Und gerade, wenn man über Erfahrungen spricht, wo man das Körperbewusstsein verloren hat, aber eben nicht in einer Astralerfahrung ist, man sieht sich von oben oder man spürt irgendwelche Pretas, sondern es geht weiter.

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129. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Wie Yoga Vidya entstanden ist

Yoga Vidya ist ja irgendwie so entstanden. Ich hatte 1987 bei der Hundertjahresfeier von Swami Sivananda irgendwo in Kanada so eine Vision, dass Yoga noch sehr stark werden würde und dass irgendwo die Lehren von Swami Sivananda sehr weit werden würde. Komischerweise, dann war mir klar, ich hätte da auch noch eine besondere Aufgabe, was mich ein bisschen verwirrt hatte damals. Ich war ja ein Swami, ein Mönch und da war irgendwo eine Frau an meiner Seite, was nicht so ganz passt für einen Mönch. Und auch, dass da eine gewisse Aufgabe dabei ist, dass das Yoga auch mit westlichen Gepflogenheiten irgendwie verbunden werden müsste. Und damit das geschehen kann, müsste auch das humanistische, demokratische und das Ganze in eine Form gebracht werden, die langfristig auch im Westen bestehen kann. Und dann habe ich erst gedacht, dass das bei den Sivananda-Yogazentren sein würde, wo ich damals war und da habe ich irgendwie eine große Inspiration bekommen und wurde dann sehr aktiv. Und der Swami Vishnu hat mich dann ja noch zu sich selbst geholt als persönlichen Assistenten, war offen für all diese Ideen und vieles war da. Dann hat sich aber der Swami Vishnu entschieden, ganz so will er es nicht weitermachen. Dann ist es eben geschehen, dass ich dann diese Zentren verlassen hatte, bin dann nach Indien und dort hatte ich dann in Rishikesh im Sivananda-Ashram plötzlich wieder eine Vision von Swami Sivananda. Und da war er genauso klar, wie fünf Jahre vorher und dort hat er mir dann bedeutet, ich soll nach Deutschland zurückkehren, wo ich ja lange Zeit nicht mehr gewesen war, und auch keinen Gedanken hatte, nach Deutschland zurückzukehren. Vom Temperament her hat mir Amerika und diese Freiheit besonders gefallen und Kalifornien. Wer irgendeinen Vorschlag hat, der halbwegs verrückt ist in Kalifornien, die erste Reaktion ist, „Great! Let´s do it!“ Wenn man in Deutschland irgendeinen Vorschlag macht, dann muss er erst genauer durchdacht werden. Was ja auch seine Vorteile hat. Jedenfalls hieß es, ich soll nach Deutschland zurückkehren, in Frankfurt ein Zentrum aufmachen und dann würde in fünf Jahren auch ein Ashram entstehen und eine größere Yogabewegung in Deutschland. Damit hatte ich meine Mission, dann bin ich eben nach Frankfurt und habe dort ein Zentrum aufgemacht. Nach ein paar Wochen war es auch schon eröffnet und nach fünf Jahren gab es dann auch das Frankfurter Zentrum. Das gab es zwar schon ein bisschen vorher, aber voll eingezogen sind dann meine Frau und ich tatsächlich – das ist mir erst nachher aufgefallen – am fünften Jahrestag der Vision, die ich dort hatte. Das war dort ganz interessant gewesen. Aber es ist jetzt nicht so, dass dort immer jeder Schritt genau klar wäre. Auch jetzt ist er nicht klar. Irgendwo habe ich das Gefühl, es muss noch sehr viel weiter gehen. Die paar Tausend Yogalehrer, die hier ausgebildet worden sind und die zwei kleinen Ashrams und wir denken, „Oh, ist viel, wir haben jetzt an diesem Wochenende 600 Menschen, die hier sind.“ Schon allein Bad Meinberg hat über 3000 Einwohner, nur die Innenstadt hier. Und wie viele Menschen waren bei diesem Public Viewing, als das Fußballendspiel war. Es waren am Brandenburger Tor, ich glaube, eine Million oder so ähnlich. Vier Stunden vorher mussten sie es schließen, weil doppelt so viele hingehen wollten. Daran erkennt man, wir sind noch verschwindend klein letztlich. Aber wir wissen jetzt nicht, wie es weiter geht. Wir überlegen, ist es der Ashram an der Ostsee, an der Nordsee, ist es die Klinik nebenan, wo jetzt Surya sehr viel Energie hineinsteckt. Sie wird irgendwie sehr viel inspiriert und geführt in diese Richtung. Oder die Idee von Shanmuk, wir sollten jetzt in Spanien einen Ashram aufmachen, irgendwo auf den Kanaren. Könnte sich manifestieren, wir brauchen nur drei Sachen, jemand Verantwortungsbewussten, der es macht und leitet und Deutsch, Englisch, Spanisch spricht. Zweitens, jemand, der das Geld gibt, denn erstens hat Yoga Vidya sowieso kein Geld, zweitens kann ein gemeinnütziger Verein kein Geld im Ausland investieren. Und drittens bräuchten wir dann nur noch einen Platz zu finden. Das ist alles. Oder Padmakshi hat gerade eine Idee für Kreta und gestern hat mich irgendjemand angerufen, irgend so ein Ayurveda-Seminarhaus in Österreich will seine Räume günstig loswerden. So gibt es also einige Möglichkeiten. Oder einige Menschen wollen selbst Seminarhäuser eröffnen. Bisher haben wir ja nur Yoga-Vidya-Stadtzentren, also Kooperationszentren. Und manche fragen, „Können wir nicht Kooperationsashrams eröffnen.“, das wollen wir bisher nicht. Das ist irgendwo in der Verwaltung und Werbung und Koordination recht kompliziert, bilden wir uns wenigsten ein. So wissen wir nicht, was als nächstes kommt. Ich gebrauche das jetzt nur als Beispiel. Jeder von euch kennt das, man spürt irgendwo, in welche Richtung es geht. Vielleicht hat man sogar eine Berufungserfahrung oder Mission oder Vision, vielleicht aber auch nicht. Man merkt nur einfach, „Ich will spirituell wachsen und der Menschheit etwas Gutes tun und ich weiß, das ist meine Mission.“ Nur wie das genau geht, das überlässt dann letztlich das Karma unserem eigenen Überlegen, Entscheiden, so dass wir daran wachsen. Denn angenommen, wir würden alle Hundertprozent einfach nur geführt werden, ohne irgendeine Entscheidung zu treffen und ohne uns selbst um irgendwas zu kümmern, würden wir daran wachsen? Man kann nicht sagen, wir würden nicht daran wachsen. Es gibt nämlich Menschen, die wachsen auch so. Dann ist eben das angesagt, dass man einfach loslässt und voller Vertrauen und fast blind Dingen folgt. Aber die Mehrheit der Menschen wächst eben nicht so. Da ist es mehr, wir haben vielleicht eine Inspiration und eine Führung grundsätzlich und nachher müssen wir weitermachen. Und manche haben nichts dergleichen. Es gibt manche Menschen, die haben keine solche Vision oder Berufung oder etwas. Und das soll dann eben auch in ihrem Leben so sein. Und das hat auch etwas. Ständig sich fragen zu müssen, „Was ist meine Aufgabe? Was kann ich tun? Wie kann ich meine Kräfte sinnvoll einsetzen?“ Das macht einen immer wieder sehr bewusst. Die Entscheidung ist immer wieder da. Hat auch seine Vorteile. Und daher, es kommt das, was kommen soll.

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128. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Erfahrung mit Engeln und spirituellen Lehrern

Die Devas sprechen nämlich nicht so in Worten, als ob man sie hört, sondern Engelswesen können einem auch etwas sagen, aber nicht in so ganz konkreten Worten typischerweise. Es ist wie eine telepathische Direkterfahrung, die da ist. Wenn man es mit Devas zu tun hat, also strahlend, Wärme, Freude, Weite und sie werden stärker beim Mantra – währenddessen, die Pretas werden schwächer bei der Mantrawiederholung – wenn es ein Deva ist, vom Deva kann man sich inspirieren lassen. Zwar ist in der Yogalehre mehr üblich, dass wir uns noch nicht mal zu sehr mit Devas einlassen. Wir wollen noch höher gehen. Wir wollen entweder mit einem selbstverwirklichten Meister sprechen und zu denen kann man auch Kontakt aufnehmen in der Meditation. Es kann einem auch ein Meister erscheinen oder eine Meisterin. Die Devas sind ja auch deshalb Devas, weil sie noch nicht selbstverwirklicht sind. Deshalb sind sie zwar auf höheren Ebenen und sie können einem bis zu einem gewissen Grad helfen, aber sie können einem nicht zu den höchsten Stufen hin helfen. Aber solange man noch ein kleiner Aspirant ist, kann man den Devas durchaus Ehrerbietung erweisen, man kann ihnen gegenüber dankbar sein. Vielleicht können sie einem irgendwo helfen, schützen, ein paar Inspirationen geben und die nimmt man dann dankbar an, aber weiß, dass man weiter die eigene Unterscheidungskraft nutzen sollte. Selbst wenn einem der Guru erscheint, muss man auch natürlich überlegen, wie setzt man das Ganze um, denn ganz so konkret macht es der Guru auch nicht. Es ist jetzt nicht so, dass er genau sagt, „Mach dieses und jenes.“ und dann macht man nichts anderes, sondern da ist vielleicht eine gewisse Inspiration, aber was man dann schließlich macht, das ist dann sehr abhängig von dem Karma und was man lernen soll.

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127. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Engel, Devas und Astralwesen

Jetzt gibt es nicht nur Astralwesen, sondern es gibt auch so genannte Engelswesen, so genannte Devas. Und da will ich gerade ein paar Unterschiede nennen zwischen Devas und Pretas. Pretas sind erdgebundene Geister, Devas sind Engelswesen. Engelswesen sind strahlend, man hat so ein Gefühl von Wärme und Freude und Weite. Die Pretas sind eher bleich, sie können sich kalt anfühlen, es ist eher ein Gefühl des Zusammenziehens und manchmal sogar – wenn man jetzt nicht ein Mantra wiederholt – als ob man gelähmt ist. Und wenn es jetzt so ein Preta ist, der relativ stark auf einen zukommt – im Extremfall könnten die sein wie die Dementoren bei Harry Potter, da steht ja sogar, die können nachher die Seele raussaugen, das geht glücklicherweise nicht, aber sie könnten Prana rausziehen  – dann kann man einfach ein Mantra wiederholen. Das ist auch ein Vorteil der Mantrameditation. Man wiederholt regelmäßig ein Mantra, das Mantra ist aufgeladen mit Lichtkraft, dieses Mantra schickt man dann zu diesem betreffenden Astralwesen. Vielleicht visualisiert man noch seinen Meister, seine Meisterin oder den Aspekt Gottes, über den man meditiert, spricht ein Gebet und dann kriegt der oder diejenige neue Kraft und wir selbst können uns wieder erheben. Und natürlich mit Pretas sollte man sich jetzt nicht übermäßig einlassen. Es kann auch sein, dass die plötzlich anfangen, zu einem zu sprechen und einem dann bestimmte Sachen erzählen. Das kann durchaus am Anfang stimmen. Und die können einem Tipps geben für die Börse. Die können Tipps geben, was man als nächstes machen kann, welches Haus man kaufen sollte, welches man nicht kaufen sollte. Da die ja lange genug nichts besonderes zu tun hatten, konnten die überall hingehen, sich allen angucken, können einem Tipps geben, aber nach einer Weile können die anfangen, das eigene Leben zu steuern. Und dann trifft wieder das zu, hungrige Geister, die wollen etwas tun und man wird praktisch versklavt. Und irgendwann trifft das zu, was dann Goethe gesagt hat, „Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los.“ Deshalb, man sollte sich nicht auf sie einlassen. Und auch, wenn ein Wesen anfängt, mit einem konkret zu sprechen, da muss man auch vorsichtig sein.

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126. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Tipps bei Astralreisen

Es gilt zwei Dinge zu vermeiden bei der Astralreise, wie es dann ja auch genannt wird. Das eine, was zu vermeiden ist, eben Angst. Manche Menschen haben Angst und sie haben Angst, nicht mehr zurückzukehren. Das ist eine unbegründete Angst. Man kommt relativ zügig wieder zurück. Es gibt manchmal Menschen, die haben sogar Angst davor, „Was passiert, wenn ich gar nicht mehr zurückkomme? Sterbe ich dann?“ Ich habe noch von keinem gehört, der in der Meditation gestorben ist. Die Gefahr, in der Meditation zu sterben, ist geringer als irgendwo sonst. Es ist sicher gefährlicher im Bett zu liegen, als zu meditieren, denn es gibt viele Menschen, die im Bett gestorben sind. Und es gibt auch viele Menschen, die im Sessel sitzend einen Herzinfarkt hatten und es gibt solche, die beim Essen hinten übergekippt sind, weil sie einen Schlaganfall hatten. Bei der Meditation habe ich noch nie davon gehört, deshalb, wir brauchen keine Angst zu haben. Man kommt schon wieder zurück und typischerweise recht zügig. Auch wenn das manchmal lange erscheint, sind es typischerweise in der normalen Zeit vielleicht eins, zwei, drei Minuten, wo man weg war, auch wenn man das Gefühl hat, dass man dort stundenlang irgendwo verbracht hat, das ist einfach nur ein verändertes Zeitgefühl. Das zweite, was man vermeiden sollte, ist, zu aufgeregt zu sein. „Jetzt habe ich es geschafft! Ich habe es erreicht. Die anderen haben es alle nicht erreicht, aber ich bin der Größte oder die Größte oder die am tiefsten Meditierende.“ Das ist glücklicherweise unter heutigen Aspiranten etwas seltener geworden, dass dieser Stolz dort auftritt. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich weiß, in früheren Zeiten, als ich unterrichtet hatte, gab es dort mehr Menschen, die dort sich was darauf eingebildet haben auf spirituelle Erfahrung. Vielleicht ziehen wir hier auch bei Yoga Vidya andere Menschen an als vielleicht früher, aber vielleicht sind auch Menschen einfach reifer geworden und wissen, so ein bisschen in der Luft zu schweben, heißt noch lange nicht, dass man selbstverwirklicht ist und alle Probleme des Lebens vorbei sind. Man kommt nachher wieder zurück und dann hat sich zwar etwas verändert. Man weiß, „Ich bin nicht dieser Körper.“ Und da mag es irgendwelche Hirnphysiologen geben, die das in Beziehung setzen zu irgendwelchen hirnchemischen Prozessen. Es gibt da auch durchaus rationale Erklärungen für die OOB-Erfahrung, aber eines können sie nicht erklären und das wäre ein nächster Ratschlag. Wenn man es steuern kann und ihr nicht nur das fühlt, sondern wenn ihr auch es visuell seht, dann versucht, irgendwas zu sehen, was ihr vorher nicht gesehen habt und was ihr auch vielleicht vom Boden her gar nicht sehen konntet. Und dann verifiziert es nachher. Und dann anschließend können die Hirnphysiologen erzählen, was sie wollen und ihr Hirn verdrehen und versuchen, andere Hirne auch zu verdrehen, ihr wisst, „Ich war oben. Ich habe von oben etwas gesehen. Und dass ich von oben etwas gesehen habe, was ich vorher nicht sehen konnte, das kann man nicht weg rationalisieren.“ Insofern ist diese Erfahrung wertvoll, weil sie einem eine gewisse Bestätigung gibt und eine gewisse Festigkeit gibt inmitten von all diesen rationalen Wegerklärungsversuchen. Ich spreche da auch deshalb davon, weil ich bin ja so paradox. Ich lese mir das alles durch, ich höre mir das alles an und bisher sind alle Erklärungen noch nicht ausreichend, um mich zu überzeugen. Aber ich bin ja auch nicht vorurteilsfrei. Insbesondere bin ich nicht erfahrungsfrei. Und das erscheint mir dann oft zwar ganz interessant und es hilft manchmal, ängstliche Menschen zu beruhigen, wenn man eben sagt, „Das ist irgendein hirnphysiologischer Prozess. Und wenn man dann besonders entspannt ist, dann schafft das Gehirn irgendwo die Illusion, man schwebt an der Decke, aber es ist ein Zeichen einfach von Entspannung und Wohlbefinden.“ Und manchen Menschen reicht das schon aus. Und dann braucht man ja nicht weiter zu gehen. Man kann dann noch sagen, „Yogis haben noch ein anderes Erklärungsmodell.“ Aber wenn man dann anfängt, Panik in den Augen des Betrachters zu sehen, sagt man, „Aber das brauchen wir ja jetzt nicht weiter zu betrachten.“ Eine nächste Sache, die es zu vermeiden gilt, wenn wir mal die Erfahrung machen, den physischen Körper zu verlassen und uns von oben zu sehen, ist, zu versuchen uns zu sehr dort rein zu begeben. Manche Menschen sind auch fasziniert von Astralerfahrungen. Dann sieht man plötzlich vielleicht nicht nur das Physische. Dann versucht man, das regelmäßig hervorzurufen. Und Patanjali, im 3. Kapitel des Yoga Sutra, gibt ja auch eine Technik, wie man den physischen Körper verlassen kann und manche, die dafür eine gewisse Begabung haben, können das tatsächlich so ausbauen, dass sie willkürlich, jedes Mal oder fast jedes Mal, wenn sie wollen, den physischen Körper verlassen und auf Astralreise gehen.

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Meditation bei Depressiven

Und des Weiteren gilt, jemand, der zu Depressionen neigt und das Hinabstürzen in einen Zustand von Antriebslosigkeit und Verzweiflung, dem würde man raten, konkrete Meditationstechniken können dort helfen und die Eigenschaftsmeditation hat sich durchaus bewährt. Und ich kenne einige Psychotherapeuten, welche die Meditationskursleiterausbildung mitgemacht haben oder auch unsere Yogalehrerausbildung, wo ja auch die Eigenschaftsmeditation häufiger unterrichtet wird, die gesagt haben, diese Eigenschaftsmeditation ist etwas, was sie standardmäßig in ihre Psychotherapie irgendwo einbauen. Kann ja auch tatsächlich als kognitive Verhaltenstherapie mit abgerechnet werden, gehört da ja irgendwo dazu. Tatsächlich werden ja auch in der kognitiven Verhaltenstherapie solche Techniken durchaus eingesetzt. Das kann hilfreich sein. Energiemeditationen können hilfreich sein. Mantrameditationen können hilfreich sein. Und vor allem auch Tratak-Meditation kann hilfreich sein, weil Tratak auch Energie gibt und Licht gibt. Weniger angebracht ist einfach nur dasitzen und einfach nur abwarten, was geschieht. Denn bei Menschen, die zu Depressionen neigen, führt das Abwarten, was geschieht, dazu, dass die Depression geschieht. Das ist jetzt mindestens von dem Standpunkt aus, wie es Swami Vishnu erzählt hat. Ich weiß, es gibt Befürworter der Achtsamkeitsmeditation, die sagen, die funktioniert auch bei psychischen Störungen und dann muss man halt diesbezüglich Genaueres beachten und dann müsste man sich damit etwas genauer beschäftigen. Aber das, was ich sage, von unserer Tradition aus, weiß ich, es funktioniert in jedem Fall.

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Paranoia und Meditation

Bei jemandem, der zur Paranoia neigt, würde man insgesamt nicht zu sehr von Energien sprechen, denn der spürt sofort alle negativen Energien, die ihn dann sofort verfolgen können. Eventuell kann man ihm noch ein Schutzmantra empfehlen. Und auch Tratak gilt es zu vermeiden. Also Tratak mit einer Kerze im Dunklen, was ja außergewöhnliche Bilder erzeugt, auch das würde man eher vermeiden. Tratak bei Helligkeit mit Licht wiederum ist o.k., das erzeugt jetzt nicht gleich außergewöhnliche Bilder. Oder mit einer Blume.

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Umgang mit Emotionen in der Meditation

Und dazu würde einfach gehören, dass man ihnen sagt, „Sei dir bewusst, dass da jetzt diese Emotion da ist. Es ist gut, dass sie da ist. Dass sie in der Meditation auftaucht, hilft dir, dass du sie integrieren kannst, dass dein Unterbewusstsein und Bewusstsein diese Emotion irgendwo verarbeiten kann. Gehe nicht zu sehr in den Ursprung der Emotion. Versuche nicht zu sehr nachzudenken, warum und wieso. Das weiß dein Unterbewusstsein. Wichtig ist, dass du diese Emotion, die da ist, jetzt einfach mit der Meditationstechnik verbindest.“ Und dann ist die Emotion da und gleichzeitig wiederholt man das Mantra oder was auch immer die Technik sein mag. Wenn es die reine Achtsamkeitsmeditation ist, ist man sich einfach vielleicht bewusst. Je nach dem, aus welcher Tradition die ist, da gibt es ja ein großes Methodenspektrum. Eventuell wird man einfach beobachten, von wo bis wo sie im Körper spürbar ist, was sie dort ist und wie lange sie dauert und spürt sie einfach und versucht dabei, sie in einer Technik einfach zu benennen und über das Benennen eine gewisse Distanz aufzubauen oder sie eben nicht zu benennen, sondern einfach nur zu spüren und darüber eine Distanz aufzubauen. In den meisten Techniken, die ihr hier in der ersten Woche lernt, wo eben nicht die Beobachtung allein ist, ist eben ein Mantra dabei, ist ein Licht dabei bei Tratak oder die Eigenschaftsmeditation oder was auch immer es ist und dann hat man beides parallel. Und genau das ist etwas, was in der modernen Traumatherapie interessanterweise irgendwo als hilfreich empfohlen wird, dass eben nicht mehr die traumatische Erfahrung allein ist und losgelöst von allem anderen. Da mag also die Emotion da sein, aber man kümmert sich nicht zu viel um die Emotion, man macht sich nicht zu viele Sorgen, man geht nicht genau rein, sondern parallel ist es verbunden mit etwas Positivem. Und dann entstehen anscheinend irgendwelche neuen Hirnverbindungen und dieses eine Erlebnis ist nicht mehr losgelöst von allem anderen und damit fällt man da nicht immer wieder rein. Also wirklich, der Rat ist, zum einen dankbar zu sein, dass diese Reinigungserfahrung da ist, zum zweiten, nicht identifizieren und nicht reagieren, nicht analysieren, sondern annehmen und mit der Technik der Meditation normal fortfahren. Und da könnte es theoretisch mal sein, dass man merkt, dass eine Teilnehmerin oder Teilnehmer Tränen in den Augen hat, das ist durchaus auch schon vorgekommen. Im Normalfall reagiere ich dort nicht in der gesamten Gruppe. Wenn aber jetzt andere Gruppenmitglieder das sehen und gucken und denken, „Ein verantwortungsbewusster Kursleiter muss doch jetzt etwas sagen. Wie kann der jetzt einfach fortfahren und über Brahman sprechen  oder über hirnphysiologische Wirkung von Meditation und da ist jemand, die weint.“ Dann muss ich dort etwas sagen und dann frage ich einfach, „Ist bei dir so alles o.k.? Würdest du gerne darüber sprechen?“ Normalerweise sagen sie, es ist o.k. und sie wollen dort nicht sprechen. Manche wollen auch in der Gruppe sprechen und dann kann es heilend sein, wenn sie sagen, „Ich habe das und das erlebt und das und das war gewesen.“ Und jetzt muss man sich als Kursleiter hüten, das Ganze zu interpretieren und zu deuten. Und noch dazu zu sagen, was man unbedingt machen muss. In den meisten Fällen reicht es aus, eben zu sagen, „Danke, dass du es uns mitgeteilt hast. Ich glaube, du weißt, dass es einfach o.k. ist, dass die Erfahrung da ist, dass du sie jetzt beobachtest, dass du sie gehabt hast. Du brauchst jetzt nicht weiter darüber nachzudenken. Vielleicht können wir nach dem Kurs kurz noch mal darüber sprechen.“ Und sollte jetzt ein Teilnehmer anfangen, dort halbpsychotherapeutische Ratschläge zu geben, dann müsste man dem Teilnehmer sagen, „Es scheint, dass du einiges hier weißt, jedoch meine Erfahrung ist, wir lassen diese Erfahrung einfach stehen und du kannst mir glauben, du brauchst jetzt nicht dort übermäßig viel zu machen.“ Etwas anderes ist natürlich, angenommen, ein Teilnehmer hat seit zehn Jahren ein posttraumatisches Belastungssyndrom, wacht ständig im Schlaf auf, schweißgebadet, ist also nicht durch die Meditation hervorgerufen und hat jetzt gehofft, dass er allein durch eine Meditation all diese traumatischen Erfahrungen los wird. Was müsste man dann als verantwortungsbewusster Kursleiter sagen? „Es wäre doch gut, wenn du mal eine psychotherapeutische Behandlung machst.“ Und wenn er sagt, „Das habe ich schon vor fünfzehn Jahren gemacht und es ist nur schlimmer geworden.“ Was sollte man dann antworten? Es hat in den letzten fünf bis zehn Jahren erhebliche neue Erkenntnisse gegeben in der Traumatherapie. Was man vor fünfzehn Jahren als Standard gemacht hat, wird heute nicht mehr gemacht. Und heute gibt es erheblich bessere Traumatherapien, er sollte sich doch mal einen neuen Therapeuten suchen und insbesondere jemanden, der in den letzten fünf Jahren Fortbildungen gemacht hat, die auf neuestem wissenschaftlichen Stand sind. Das ist wirklich etwas, was man wissen muss. Und ein Therapeut, der die letzten fünfzehn Jahre mit den gleichen Techniken arbeitet, ohne neue Fortbildungen zu machen, entweder, er hat schon damals das Richtige gemacht, das gibt es ja auch. Und was heute als modernst gilt, wurde von manchen schon vor fünfzehn Jahren gemacht. Louise Reddemann ist ja so eine. Vor zwanzig Jahren war sie Außenseiterin und heute ist das, was sie macht – praktisch Mainstream – und so gibt es einiges in der Richtung. Aber wenn jemandem vor fünfzehn Jahren nicht geholfen werden konnte, empfiehlt es sich heute, noch mal  etwas zu ändern. Ansonsten, wenn das eben traumatische Erfahrungen sind, die jemand immer wieder hat und die er schon immer hatte und nicht allein durch Meditation hervorgerufen, dann würde man in der Meditation empfehlen – das war ja die Frage, die vor ein paar Tagen aufgekommen ist, wie geht man um mit Menschen, die psychische Probleme haben – dann würde man raten, eine konkrete Meditationstechnik zu üben und keine abstrakte. Manchmal könnten trotzdem die abstrakten auch hilfreich sein. Also angenommen, jemand lernt wirklich, diese Emotion auszuhalten, indem er sie beobachtet oder beschreibt und nicht mehr hineingeht, dann wird der Teilnehmer das aber nicht unbedingt als Frage formulieren. Der Swami Vishnu hatte gerne gesagt, wenn jemand diese Flashbacks hat in der Meditation, dann soll er mit offenen Augen meditieren. Eben nicht die Augen schließen. Wenn ein längeres Schließen der Augen bei einem geöffneten Geist dazu führt, dass die traumatischen Erlebnisse immer wieder hochkommen und es nicht gelingt, sich davon zu lösen und in den Beobachtungsmodus hineinzukommen, dann sollte man eben mit offenen Augen meditieren und dabei konkrete, angenehme Bilder anschauen und die Zeit des Augenschließens eben verkürzen. Eben solange, wie es gelingt, dann ein positives Bild zu visualisieren. Oder auch die Meditation mit einem Mantra. Oder eine Meditation, die den Geist stärker beschäftigt, so wie Eigenschaftsmeditation oder Energiemeditation, sogar die Ausdehnungsmeditation. Eben etwas, wo der Geist konkret etwas zu tun hat und nicht, wo er einfach abwartet, bis dann diese Flashbacks und die verbundenen Emotionen wieder hochkommen. Also bei Menschen mit Traumaerfahrungen gilt, konkrete Meditationstechniken, die den Geist beschäftigen. Und wenn dann zwischendurch mal ein Traumabild kommt, ist es nicht weiter tragisch, es wird dann eben verbunden mit diesen positiven Erfahrungen und so kann sich sogar die traumatische Erfahrung langsam lösen. Man würde keinesfalls in diese Erfahrung hineingehen im Kontext der Meditation.

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108. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Posttraumatische Belastungsstörung und Meditation

Aber es gibt Menschen, die haben sehr schlimme Sachen erlebt und die haben vielleicht gute Gründe, eben noch nicht allen Menschen vergeben zu haben. Und da muss man sich bewusst sein, dass manches, was man dort sagt, in einem entspannten Gemütszustand, dass das irgendwo emotional eine bestimmte Bedeutung haben kann für die Menschen. Das ist also ein Aspekt, weshalb man an Emotionen rankommen kann. Auch wenn man sagt, der Ausdruck „Licht“. Angenommen, man wäre in irgendeiner Region, wo es Folteropfer gab, die mit Lichtfolter gefoltert wurden und die hören dann „Licht“ und „Stell dir vor, von oben strömt Licht in dich hinein.“ und „Licht“ hieß immer „Lichtblitze“, dann hat das eine bestimmte Wirkung. Glücklicherweise sind wir jetzt hier in einer Breite, wo es Folter nicht gibt. Aber es gibt bestimmte Dinge, an die manchmal die ältere Generation noch denkt. Z.B. meine Mutter mochte nie Silvesterknaller und viele von euch können sich denken, warum. Sie hat in einer Stadt gelebt, wo gebombt wurde und wo für sie ein plötzliches Erleuchten des Himmels nachts und das verbunden mit lautem Krachen, war verbunden damit, dass dort Freunde und Verwandte gestorben sind und direkt in der Nähe Häuser explodiert sind. Damit haben wir jetzt in der Meditation weniger zu tun, aber es gibt Menschen, die haben bestimmte traumatische Erlebnisse und manches, was man in der Meditation eben sagt, könnte solche Erinnerungen wachrufen. Vielleicht besonders wichtig, falls ihr jemals Meditationskurse gebt in einer Region, wo vor kurzem Bürgerkrieg war. Das gibt es ja auch in Europa. Da gilt es, diese Sachen noch mehr zu beachten. Noch häufiger, mit dem wir in unseren doch glücklicherweise inzwischen sechzig Jahren recht friedvollen Gegenden zu tun haben, ist, dass Meditation entspannt, öffnet und dass dann etwas in der Tiefe des Geistes hervorkommt, was schwierige Erlebnisse waren. Das kann mit Bild verbunden sein, muss es aber auch nicht. Es kann passieren, wenn Menschen meditieren, sie meditieren über Licht, sie meditieren über Liebe und dann werden sie konfrontiert mit Ärger und sie spüren plötzlich, wie eine Wut in ihnen hochkommt. Oder sie spüren, wenn sie Liebe schicken wollen, wie wenig Liebe sie bisher in ihrem Leben bewusst erfahren haben. Oder sie spüren das Gefühl von Verlassenheit und Einsamkeit. Also solche Phänomene können auftauchen und es können auch Bilder auftauchen, von eben traumatischen Erlebnissen, die sie schon fast vergessen hatten. Glücklicherweise ist es jetzt so, in der normalen Meditation geschieht dort nichts, wo ihr irgendwelche psychotherapeutischen Fähigkeiten haben müsstet. Ich kann aus vielen Jahren sagen, wo ich in Zentren unterrichtet hatte – fünfzehn Jahre meines Lebens habe ich hauptsächlich in Yogazentren unterrichtet, wo Menschen typischerweise einmal die Woche zum Meditationskurs gegangen sind und dann täglich meditiert haben – ich bin mit keinem Fall konfrontiert worden, wo jemand in der Meditation in einen Zustand hineingeraten ist, wo ich gesagt hätte, „Du musst jetzt unbedingt zum Psychotherapeuten gehen oder zum Psychiater.“ Es gab diese Phänomene, dass Menschen berichtet haben, dass sie eben diese Emotionen bekommen haben, aber es geht bei der typischen Meditation auf sanfte Weise und es geht in einer Weise, wenn man dort den richtigen Ratschlag gibt, dass die Menschen sehr gut damit zurechtkommen.

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107. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Angenehme Kühle in der Meditation

Es kann auch sein, dass es einem kühl wird. Wer hat das schon mal erlebt? Ich nehme jetzt an, ihr habt nur den Arm gehoben, wenn es euch kühl wird, wenn es im Raum warm ist. Das Kühle wird so interpretiert, die Yogis sprechen von einer Mondenergie, deren Sitz in der Stirn ist und dann kann manchmal so eine angenehme Kühle hinunterfließen und das gilt sogar als ein besonders gutes Zeichen. Das ist eines der Energiephänomene, die zeigen, dass eine gewisse Tiefe der Meditation erreicht wird. Natürlich rein physiologisch, angenommen, der Raum ist kalt und man sitzt ruhig, dann ist es natürlich normal, dass es kühl wird.

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Schwanken in der Meditation

Dann kann es sein, dass man anfängt, so ein bisschen das Gefühl zu haben, zu schwanken. Sei es, dass man tatsächlich schwankt, das ist aber seltener, häufiger ist, dass man das Gefühl hat, zu schwanken. Wer hat schon mal das Gefühl gehabt, in der Meditation zu schwanken? Vor zurück oder links, rechts. Wer hat beim Schwanken eher das Gefühl, vor und zurück? Wer beim Schwanken links und rechts? Wer im Uhrzeigersinn drehend? Wer gegen den Uhrzeigersinn drehend? Interessanterweise, die Mehrheit, die drehend schwankt, schwankt im Uhrzeigersinn. Bei all dem hat sich etwa ein Viertel dann gemeldet. Yogis würden sagen, wenn wir meditieren, bewegt sich der Astralkörper und weil dort eben neue Energien fließen, kann dieses Bewegen des Astralkörpers eben auch zu diesem Schwanken führen. Also, Prana fließt durch neue Energiekanäle, dabei bewegt sich auch der Astralkörper und das können wir spüren. Natürlich, schulmedizinisch weiß man nicht genau, worauf das zurückzuführen ist, man kann nur sagen, das ist eines der Zeichen, dass man in der Meditation in tiefere Entspannung hineingerät, dass der Alpha-Zustand sich vertieft und dass das Gehirn eben meditative Phänomene aufweist. Also nichts, was man übermäßig zu beachten braucht, nichts, worüber man sich Sorgen zu machen braucht. Weder sollte man jetzt sagen, „Oh, ich schwanke, wie toll.“, noch „Oh, ich schwanke. Was wird mit mir passieren?“ Es geschieht einfach. Und genauso gibt es auch ein Erzittern. Dass man irgendwo das Gefühl hat, Teile des Körpers zittern oder die Schultern gehen hoch oder der Bauch erzittert. Wer hat diese Phänomene schon mal erlebt? Etwa ein Viertel der hier anwesenden Teilnehmern.

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104. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Energetische Reinigung durch Meditation und Yoga

Gehen wir auf das nächste ein, energetische Reinigungen. Und die können Menschen auch erleben, wenn sie nur ein paar Minuten meditieren. Es wir einem warm. Wem ist schon mal warm geworden in der Meditation? Sehr vielen hier. Yogis würden sagen, das ist ein Phänomen, dass Energie fließt durch neue Nadis, Energiekanäle, die bisher verschlossen sind und dieses führt zu Reibung und diese Reibung führt zu Wärme und das kann man dort erfahren. Man könnte vermutlich auch eine schulmedizinische Erklärung für das Wärmegefühl finden, ich muss allerdings zugeben, mir ist keine bekannt. Aber eines, was man auch sagen kann, wenn man es eben in einem nicht-yogischen Kontext, einem nicht spirituell offenen Kontext, sagen würde, ist, wenn jemand sagt, „In der Meditation wird es mir immer warm. Woran kann das liegen?“ Und dann könnte man sagen, „Es ist schulmedizinisch noch nicht so ganz klar, es ist aber ein verbreitetes Phänomen, dass Menschen, die meditieren, Wärme empfinden und das ist ein gutes Zeichen, es ist ein Zeichen, dass Meditation wirkt.“ Mehr braucht man da nicht zu sagen.

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103. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Schwangerschaft und Meditation

Ich hatte auch schon Fälle gehabt, wo mir eine Teilnehmerin gesagt hat, seit sie meditiert, ist es ihr morgens immer übel und ihr Appetit ist ganz komisch geworden und ihre Periode ist ausgeblieben. Ihr wisst, was ich dann geraten habe? Sie möge bitte einen Schwangerschaftstest machen. Und tatsächlich, sie war schwanger gewesen. Aber sie hat halt parallel mit ihrer Schwangerschaft mit Meditation angefangen. Allerdings, das Interessante war, sie hat daran nicht gedacht, weil sie seit fünfzehn Jahren mit dem gleichen Partner zusammen war, seit fünfzehn Jahren versucht hat, schwanger zu werden und längst nicht mehr geglaubt hat, dass dies möglich sei. Vielleicht hat ja die Meditation hier irgendwelche körperlichen Anpassungsprozesse bewirkt, vielleicht aber auch nicht. Es gibt auch Menschen, die nicht meditieren und die fünfzehn Jahre mit dem gleichen Partner versuchen, schwanger zu werden und nach fünfzehn Jahren klappt es. Die Mutter von Maria oder so ähnlich, die muss, glaube ich, fünfzig oder sechzig gewesen sein, bevor sie erstmals schwanger wurde. Das ist jetzt berichtet in der Bibel, da gibt es jetzt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass dem so war, aber es gibt es sehr wohl im realen Leben. Shri Karthikeyan hat so schön gesagt, manchmal verlieren Menschen, die mit spiritueller Praxis beginnen, ihren gesunden Menschenverstand. Und als Kursleiter und Yogalehrer sollte man dazu helfen, dass Menschen diesen wiedergewinnen.

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102. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Benutze deinen gesunden Menschenverstand – auch wenn du meditierst

Und das zweite, was es zu beachten gibt, es gibt manche Menschen, die ab dem Moment, wo sie meditieren, alles, was sie im Leben erleben, nur noch auf die Meditation zurückführen. Wenn sie dann eine Grippe bekommen, denken sie, es hängt mit der Meditation zusammen. Wenn sie einen Durchfall kriegen, denken sie, es hängt mit der Meditation zusammen. Sie hatten auch vorher ab und zu mal Grippe gehabt, sie haben auch vorher Durchfall gehabt, sie haben auch vorher ab und zu mal irgendwelche anderen Probleme gehabt und jetzt wird alles der Meditation zugewiesen. Da gilt es einfach nur zu sagen, „Es gibt Phänomene im Leben, die mit der Meditation nichts zu tun haben.“ Es ist eher so, dass die Meditation die Erkältungsanfälligkeit etwas senkt und auch die Durchfallhäufigkeit und die Rückenschmerzhäufigkeit senkt, aber es ist sicherlich nicht so, dass Meditation, auch nicht als Reinigungserfahrung, eine Erkältung hervorruft. Man kann sagen, Erkältung ist auch irgendwo eine Reinigungserfahrung, aber jetzt keine durch Meditation hervorgerufene. Also hier gilt es mehr als Yogalehrer ein bisschen aufzupassen.

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101. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Das Ego als schwierigstes Hindernis für die Meditation

Es gibt noch ein nächstes Hindernis, das ein sehr schwieriges Hindernis ist und das von allen Hindernissen am schwierigsten zu überwinden ist, worüber ich aber jetzt am wenigsten sprechen werde, was euch sicherlich freut, und das ist so das Ego. Das Ego, das sich identifiziert. Wir identifizieren uns mit unseren Gedanken. Wir identifizieren uns mit unserer Persönlichkeit. Wir identifizieren uns mit unserer Meditationserfahrung. Wir identifizieren uns, was für ein großartiger Hecht wir sind. Natürlich, wir können uns auch identifizieren, wie schlimm wir sind, auch das. Es gibt eben sattvige, rajasige und tamasige Identifikationen. Wir können sagen, von den Hindernissen gibt es erstmal tamasige Hindernisse. Müdigkeit. Rajasige Hindernisse. Unruhe. Und dann gibt es das Ego und das Ego selbst kann sattvig, rajasig, tamasig sein. Tamasig, „Ich tauge nichts. Das packe ich nie. Ich bin kein guter Aspirant.“ Rajasig ist, „Ich bin ein besserer Aspirant als alle anderen. Ich kann viel früher aufstehen.“ oder „Denen werde ich es zeigen mit meiner Meditation.“ Und dann gibt es das so genannte sattvige Ego. Es gibt ein positives sattviges Ego, wo man weiß, „Ich bin das unsterbliche Selbst, aber ich habe jetzt diesen Körper und diesen Geist und mit denen muss ich halt jetzt handeln.“ und dann ist ein gewisses sattviges Ego da. So ähnlich wie man auch mit einem sattvigen Ego mit seinem Fahrrad umgehen kann. Es ist ein Fahrrad und man kümmert sich um das Fahrrad. Mit dem Fahrrad kann man irgendwo hin fahren, aber „Ich bin nicht das Fahrrad.“ Und wenn jemand das Fahrrad klaut, ist es jetzt auch nicht das Ende der Welt. Es gibt Menschen, die haben eine sehr große Identifikation mit dem Fahrrad. Ich kannte mal jemanden, dem wurde das Fahrrad geklaut, aber es war versichert. Was hat der sich darüber aufgeregt, dass sein Fahrrad gestohlen wurde. Es war kein materieller Verlust. Es war nur sein Fahrrad. Manche Menschen stellen da ja alles Mögliche mit an. So identifizieren sich viele mit dem Körper. Und dann gibt es ja auch die Identifikation mit Sattva. „Ich esse nur hundert Prozent biologisch, organisch, makrobiotisch, ayurvedisch Veganes. Ich lasse mir die Haare nur schneiden bei abnehmendem Mond und nur, wenn die Sonne nicht in einer bestimmten Konstellation ist. Und ich kleide mich nur in Baumwolle usw.“ Grundsätzlich sind das ja keine schlechten Grundsätze, nur irgendwann identifizieren wir uns damit. Wir identifizieren uns nicht mehr mit dem höchsten Selbst, sondern vergessen, all das, was wir tun, ist ein Mittel zum Zweck, nämlich zum Höchsten hin zu kommen. Und stattdessen besteht unser Leben nur noch aus unserer Identifikation mit Sattva und Sorge darum, dass ja auch nichts Unsattviges geschieht. Und dann wird man vielleicht unflexibel. Und letztlich wird man vielleicht zum Ärger für seine Mitmenschen. Eine gewisse Konsequenz ist gut, nicht, dass ihr mich missversteht. Aber im Hintergrund einer guten Konsequenz, ist ein gesunder Menschenverstand gut, eine Flexibilität und auch ein spielerischer Umgang. Und wie weit der spielerische Umgang geht, müsst ihr natürlich dann auch sehen. Und insbesondere ist es immer wieder wichtig zu wissen, alles, was wir auf dem spirituellen Weg tun, ist Mittel zum Zweck. Zweck ist, das Höchste zu erreichen und Mittel können wir auch irgendwann aufgeben, können wir irgendwann loslassen, sollten wir sogar loslassen, sollten wir irgendwann aufgeben. Und was weiterhilft, ist das Bewusstsein, „Ich bin jetzt das unsterbliche Selbst. Alles andere ist Lila und Spiel. Ich brauche mich und die anderen nicht so unter Druck zu setzen.“ Übrigens auch evangelisches Christentum kommt ja auch zu was Ähnlichem. Ich bin ja manchmal im Gespräch mit unserem Pfarrer und anderen Christen. Da wird oft vorgeworfen, „Ihr Yogis, ihr setzt euch unter Leistungsdruck. Ihr wollt euch die Erleuchtung erarbeiten. Wir Christen gehen davon aus, Jesus schenkt sie uns. Wir brauchen nichts dafür zu tun. Wir sind jetzt schon erlöst. Wir brauchen es nur zu glauben.“ Im Grunde genommen ist es das Gleiche. Wir sind jetzt schon frei, erlöst, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, sagen Yogis und würden mindestens die evangelischen Christen so sagen und ansonsten, wir praktizieren, wir tun. Und das Ganze können wir entweder nennen, es ist Lila oder einfach Gottes Aufgabe für uns auf dieser Welt. Auch wenn wir schon erlöst und befreit sind, irgendeinen Grund gibt es, dass wir trotzdem auf der Welt sind und da machen wir eben das, was nötig ist.

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97. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Trainiere deinen Geist

Beobachten ist eine Hilfe und eine zweite Hilfe gegen Kshipta, erinnert euch, es ist ja eigentlich ein starker Exkurs, wo ich sage, wir müssen lernen, gut mit uns selbst umzugehen, aber es kann auch hilfreich sein, unseren Geist zu trainieren und auch wenn wir wissen, dass alle Anteile ihre Funktion haben, können wir auch unseren Geist disziplinieren. Und wenn wir das schon ausreichend gemacht haben, unseren eigenen Geist zu schätzen, dann können wir ihm auch sagen, „Entweder du lässt mich jetzt gut meditieren oder ich hänge an die ersten zwanzig Minuten noch mal zwanzig Minuten dran und ich hänge so lange zwanzig Minuten dran, bis die Meditation gut ist.“ Theoretisch funktioniert es. Praktisch, was macht der Geist häufig? Er schaltet um. Auf was? Trägheit und müde oder auf physischen Schmerz. Dann müssen wir halt auch sagen, „Wenn es heute nicht geht, einen Versuch war es wert.“ Auch hier habe ich vieles früher gelernt mit meinem Pferd, man soll schon konsequent sein mit dem Pferd, aber manches kapiert das Pferd auch heute nicht. Da gibt es ja morgen immer noch einen Tag. Und so ist auch unser eigener Geist. Das waren jetzt einige Ratschläge.

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96. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Umgang mit dem inneren Schweinehund

Genauso, noch ein anderes Beispiel, wir haben auch eine Eigenschaft, die wird manchmal als innerer Schweinehund bezeichnet. Mit dem werdet ihr vielleicht konfrontiert, wenn ihr euch entschließt, morgens um 5:00 Uhr auf zu sein für die Homa. Oder eine halbe Stunde früher aufzustehen, um Pranayama zu üben noch vor der 6:00 Uhr Meditation. Oder vielleicht ab und zu mal, ich bin ja im 7. Stock, dann gucke ich runter, dann sehe ich ein paar Menschen mit ihren Thai Chi Bewegungen unten um 5:30 Uhr. Manche nehmen sich das vor und machen es und manche machen es nicht. Und viele sagen, „Das war mein innerer Schweinehund, der mich davon abgehalten hat.“ Ist der innere Schweinehund schlecht? Also ich kann euch sagen, wenn ich den nicht hätte, dann hätte ich mich längst schon ruiniert. Den braucht man so im Inneren. Der will so ein bisschen verhindern, dass wir uns überfordern. Das ist so ähnlich wie die Mami, die den Kindern immer gesagt hat, „Ach Junge, zieh dir doch noch einen Mantel an.“ Man hat den Mantel wenigstens angezogen bis Mami weggeguckt hat und dann hat man ihn wieder ausgezogen, aber man hat es mindestens in Erwägung noch mal gezogen, ob es die Mühe wert ist, den noch auszuziehen. Und so ähnlich auch, der innere Schweinehund hat auch seine Funktion und wir können also sagen, „Ich danke dir, dass du willst, dass ich mich nicht überfordere. Ich habe die Botschaft verstanden. Ich stehe trotzdem auf.“ Wir sind trotzdem Chef in unserem Haus.  Und wir haben unsere Ratgeber, wir haben die verschiedenen Anteile in uns, die bestimmte Anliegen haben, die es alle uns gut gehen lassen wollen, es aber halt nicht anders wissen. Und dann tief im Inneren gibt es noch etwas, das ist die spirituelle Sehnsucht, die zum Höchsten führen will. Und diese Stimme dürfen wir nicht von den anderen zu ungehört werden lassen. Also ihr sehr, ich habe da eine etwas andere Einsicht, als die Vorstellung, es gibt Gutes und Schlechtes in uns. Ich bin da etwas mehr Adwaita, nondual, alles ist irgendwo gut. Wir müssen nur lernen, es in den richtigen Kontext zu setzen und nicht alles so zu nehmen, wie es oberflächlich zu sein scheint.

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Sei konsequent mit deinem Geist – als Hilfe für die Meditation

Das sind also verschiedene Methoden, wie man mit einem unruhigen Geist umgehen kann und es gibt noch eine weitere Methode. Die ist höchst effizient, aber das sollte man nur dann machen, erstens, wenn man Zeit hat und zweitens, wenn man grundsätzlich ein liebevolles, freundliches Verhältnis zu sich selbst hat. Man sagt dem Geist, „Lieber Geist, entweder du gibst mir jetzt eine gute Meditation oder wir meditieren zwanzig Minuten länger. Und wir meditieren so oft wieder zwanzig Minuten, bis die Meditation schön ist.“ Wie gesagt, es ist nicht für jeden. Das sollte man nur dann machen, wenn man grundsätzlich ein liebevolles, freundliches Verhältnis zu sich selbst hat. Meditation will uns eben dazu helfen, friedlicher mit uns selbst umzugehen. Meditation will uns nicht in eine selbstzerstörerische Verhaltensweise hineinbringen. Aber seinen Geist zu einem guten Instrument zu machen und dabei Konsequenz zu zeigen, das heißt ja nicht, dass wir unseren Geist quälen. Das ist wie mit einem Hund. Es ist für den Hund gut, wenn man ihn erzieht. Hund braucht ein Alpha-Tier. Wenn Hund weiß, er hat jemanden, der kümmert sich um ihn und ist der Boss und die Bossin, dann kann der Hund entspannen. Angenommen, der Hund denkt, er ist der Boss, dann ist der in einer menschlichen Umgebung total verzweifelt, denn eigentlich ist es seine Aufgabe, seine Mitgeschöpfe zu beschützen. Kann er aber nicht. Die gehen nämlich raus aus der Tür und dann sind sie in dieser feindlichen Welt und er kann sich nicht um sie kümmern. Folglich bellt der Hund. Nicht, weil er selbst allein ist, sondern meistens, wenn Hunde bellen, wenn Herrchen weggeht, dann fühlt der Hund, er kann nicht seinen Pflichten nachkommen, sich um die ihm Anvertrauten kümmern. Also bellt er, also kratzt er usw. Auch ist es für einen Hund nicht gut, ständig Tauziehen zu machen. Nur weil Herrchen nicht die Energie hat, den Hund irgendwo zu zeigen, „Ich bin der Boss.“ So ähnlich ist es auch mit dem Geist. Der Geist braucht jemanden, der sagt, „Ich bin der Boss.“ Alle Aspekte unseres Wesens sind eigentlich dazu da, uns zu helfen. Es gibt keine geistige Eigenschaft, die nicht irgendwo in irgendeinem Kontext hilfreich wäre. Das ist auch eine wichtige Sache. Ich habe vorher davon gesprochen, dass es wichtig ist, irgendwo liebevoll mit sich selbst umzugehen. Liebevoll mit sich selbst umzugehen heißt nicht, dass man einfach nur den Geist wild und wirr seine Gedanken und Emotionen erzeugen lässt. Aber es heißt, dass wir anerkennen, dass alles, was in unserem Geist dort los ist, irgendwo in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass alle Teile unseres Geistes uns helfen wollen. Angenommen, ihr habt dort in euch den großen Wunsch, dem Menschen vor euch die Gurgel umzudrehen. Ist das etwas grundsätzlich Schlechtes? Einem anderen die Gurgel umzudrehen, ist grundsätzlich etwas Schlechtes. Ich hoffe, wir sind dort einer Meinung.

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93. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Jenseits des unruhigen Geistes in die Meditation

Eigentlich die Mehrheit von dem, was ich gesagt habe, was bei schläfrigem Geist hilft, hilft auch bei unruhigem Geist. Auch der unruhige Geist kann durch diese Dinge beruhigt werden. Beim zerstreuten, unruhigen Geist gibt es aber noch ein paar Sachen, die man noch machen kann. Eine Technik, die der Swami Sivananda immer wieder empfiehlt ist, wenn wir unseren Geist schon nicht ruhig bekommen können, dann hören wir auf, es zu probieren. Ihr könnt alles, was unter „müdem Geist“ steht, auch zum zerstreuten Geist dazuschreiben und dann als Ergänzung noch, „beobachten“. Swami Sivananda schreibt so ein bisschen humorvoll, „Der Geist ist wie so ein kleines Kind und das will sich erst austoben und wenn es ausgetobt ist, dann kann man es wieder ruhig stellen.“ Und so können wir unserem Geist auch sagen, „O.k., jetzt mach mal, was du willst und dann beobachtet man den Geist. Und an einer Stelle sagt auch Swami Sivananda, „Der menschliche Geist ist wie ein schüchternes Kind. Wenn man es beobachtet, dann wird es ganz ruhig und brav.“ Oder an einer anderen Stelle, „Ist wie ein Aufmerksamkeit erheischen wollendes Kind. Wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt, dann wird es ruhig. Also, all diese drei Erklärungsmodelle laufen auf das Gleiche hinaus, wir beobachten unseren Geist und zwar mit wohlwollender, liebevoller Beobachtungsgabe. Wir sagen, „O.k. lieber Geist, du willst anscheinend Gedanken produzieren, du willst mich unterhalten, jetzt bin ich mal gespannt. Jetzt mach mal, was du willst.“ Natürlich ihr wisst, in dem Moment, wo man das schon sagt, mit was sagt man das? Natürlich mit seinem eigenen Geist. Und Gedanken können letztlich ohne Bewusstsein auch nicht entstehen. Das ist wie eine Weise, wir hören auf, uns unter Druck zu setzen und wir beobachten. Aber dann, wenn wir es eine Weile beobachtet haben, dann können wir unsere Achtsamkeit wieder konkreter machen. Können wir. Wir können aber auch in dieser reinen Beobachtungshaltung verharren und dann ist das ja Sakshi Bhav oder verschiedene Vipassana-Techniken im Buddhismus und da kann man dann auf die Achtsamkeit ganz konkret gucken, anstatt einfach nur wild, können wir gucken, „Wie fühlt sich denn mein Fuß an? Und mein Fußgelenk? Und mein Unterschenkel? Und wie fühlt sich mein Bauch an?“ Und so geht man einfach konkret durch und neugierig. „Welche Bilder manifestieren sich denn mehr auf meinem linken Auge? Und welche mehr auf meinem rechten? Gibt es welche, die eher darunter sind? Welche, die eher darüber sind?“ So kann man das klassifizieren oder man kann es benennen oder wie auch immer.

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92. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Mantra als Hilfe im Moment des Todes

Es gibt noch einen zusätzlichen Grund, weshalb es gut ist, mit einem Mantra zu meditieren. Das ist dieser Aspekt des Todes. Es heißt, der letzte Gedanke, bevor man stirbt, ist der wichtigste. Der bestimmt, welche Erfahrung sein wird, nachdem man den physischen Körper verlassen hat, in der Astralwelt und hat auch einen großen Einfluss darauf, wie man sein nächstes Leben beginnt. Und es ist jetzt nicht so, dass man irgendwo stirbt und jetzt überlegt, „Was würde ich denn gerne nach dem Tod erleben und wie würde ich im nächsten Leben gerne inkarnieren? Ich weiß, ich habe noch sieben Minuten Zeit, um mir das auszusuchen.“ oder noch fünf Sekunden bei einem Unfall. So ist es nicht, sondern der stärkste Gedanke in diesem Leben kommt dann zum Vorschein. Der ist natürlich bei der Mehrheit der Menschen an irgendwelche Verwandte, Familie. Dann denkt man oft an die verstorbenen Verwandten und so trifft man sie nach dem Tod wieder – heißt es mindestens in der yogischen Inkarnationslehre – und inkarniert sich dann irgendwann zusammen oder mit ein paar Jahren Differenz, um dann wieder mit der gleichen Familie in unterschiedlichen Konstellationen wiedergeboren zu werden. Das heißt nicht, dass die jetzige Mutter im nächsten Leben auch die Mutter sein wird. Es kann auch im nächsten Leben eine sehr freundliche oder unverschämte Chefin sein. Der jetzige Vater kann im nächsten Leben der Enkel sein. Und die jetzige Schwester ist vielleicht bis dahin selbstverwirklicht und wird sich nicht mit uns noch mal inkarnieren. Übrigens gibt es auch so eine Aussage, die irgendwo Shankaracharya trifft und sagt, „Jeder Mann, den du siehst, war schon mal dein Vater und jede Frau, die du siehst, war schon mal deine Mutter.“ Und dann sagt er, „Wann bist du es leid, immer wieder neue Väter und Mütter zu bekommen? Wache auf und erfahre das Höchste.“ „So many mothers, so many fathers.“ Das soll uns jetzt nicht davon abhalten, unserer jetzigen Mutter und Vater auch dankbar zu sein, die haben viel gemacht. Das sehe ich jetzt eigentlich immer mehr, je mehr ich hier die Kinder sehe, die hier aufwachsen und sehe, was die Eltern hier mit den Kindern so alles anstellen. Fängt schon an, die ganze Zeit im Bauch dort mit sich herumzutragen. Wenn man ehrlich ist, also mindestens so jemand wie ich, der seine Eltern nicht pflegt, ich habe noch nicht mal das zurückgegeben, was die Mutter in den ersten drei Monaten erlebt hat, als ich im Bauch war. Also, eine gewisse Dankbarkeit und Ehre kann man seinen Eltern auch geben, aber man sollte auch wissen, jeder andere, den man sieht, könnte auch schon mal die eigene Mutter und Vater gewesen sein. Und der letzte Gedanke ist dann der Gedanke, der am stärksten war in diesem Leben, und wenn das Mantra der stärkste Gedanke war in diesem Leben, dann kommt das Mantra zum Vorschein. Ihr könnt das auch überprüfen. Falls es euch jemals passiert, dass plötzlich ein Auto neben euch bremst, quietschend, dann könnt ihr überlegen, „Was waren meine Gedanken in dem Moment?“ Wenn dann in dem Moment euer Mantra gekommen ist, „Om Namo Narayanaya“, dann wisst ihr, ihr habt eine gewisse Festigung auf euerem spirituellem Weg erfahren. Wenn dann aber ganz andere Gedanken in dem Moment da sind, wisst ihr, es sind noch viele Mantrawiederholungen und tiefe Intensität nötig, um diesen bestimmten Grad der Verankerung in der Meditation zu erfahren. Wenn man sagt, „Oh Gott oh Gott, mein Gott“ oder auf Englisch „Jesus Christ“, wenn man es meint, ist es gut.

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Bleibe langfristig bei einem Mantra

Es heißt ja, das man langfristig bei einem Mantra bleiben sollte und da die Lebenserwartung ja heute durchaus nicht allzu niedrig ist, wenn man Yoga macht und gesund sich ernährt und positiv denkt und meditiert, ist sie noch mal zehn Jahre über der normalen Lebenserwartung und da kann man sich ja auch ein bisschen Zeit lassen. Natürlich, die Kehrseite ist, sicher sind wir nicht, dass wir heute Abend noch einschlafen und morgen wieder aufwachen. Es kann auch sehr schnell gehen. Deshalb, zu lange warten, ist dann auch nicht gut.

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Wie findet man sein Mantra, Teil 4: Frage jemanden!

Und dann gibt es noch eine vierte Weise. Wenn ihr all das abgewogen habt und immer noch nicht sicher seid, dann kommt ihr eben Mittwoch zu diesen Infoveranstaltungen, die wir ja inzwischen fast jede Woche haben und fragt dann jemanden. Und der stellt dann meistens kluge Fragen und diese führen fast immer dazu, dass der Aspirant merkt, welches das Mantra ist. So ist es mindestens in unserer Tradition, dass der Schüler das Mantra sich selbst aussucht. Es gibt noch andere Traditionen, da sucht der Lehrer das Mantra aus. Ich mache es nicht. Das ist nicht in unserer Tradition, das hat der Swami Vishnu nicht gemacht und der Swami Sivananda auch nicht. In unserer Tradition ist es sehr üblich, dass man dem Schüler sehr viel Verantwortung gibt. Es gibt zwar einen gewissen Grundweg, aber wie man den genau geht, da hängt dann sehr viel Verantwortung beim Schüler. Der Swami Vishnu hat so gesagt, „Das Aussuchen des Mantras gehört zur Mantraweihe dazu.“ Da kommt man in so einen meditativen Gemütszustand und das hilft einem eben auch, irgendwo diese Verbindung zu bekommen. Und natürlich, man kann es auch eine Weile ausprobieren.

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Wie findet man sein Mantra? Teil 3: Aspekt Gottes oder der Persönlichkeit

Und dann wählt man ein Mantra, welches dem entspricht, was man denkt, was man tief im Wesen ist und mit dem man auch zum Höchsten hinkommt. Ein Hauptmantra für die Meditation wählt man jetzt nicht wie ein ausgleichendes, therapeutisches Mantra aus. Wenn jemand z.B. merkt, „Ich bin eigentlich jemand, der viel Ruhe braucht und in die Stille geht und am liebsten allein ist, dann nehme ich doch ein Krishna-Mantra, um mal etwas extravertierter zu werden.“ Das würde man dort nicht nehmen. Man kann zusätzlich zu seinem Hauptmantra auch andere Mantras rezitieren, um eben so eine therapeutische Wirkung zu haben, aber ansonsten nimmt man das Mantra, welches einen tief im Inneren anspricht und man sagt, „Ja, das ist mein hauptsächlicher Gottesbezug.“ Und wenn jemand dann z.B. feststellt, „Mir fällt es besonders leicht, nach innen zu gehen. Ich handle zwar auch im Äußeren…“ und man kann ein sehr aktiver Mensch sein und sehr viel bewirken, aber im Grunde genommen weiß man, „Wenn ich zu Gott kommen will, in der Meditation in der Einsamkeit fällt es man leichtesten. Ich muss mein Karma machen und ich will mich reinigen und ich will anderen helfen und dienen und das öffnet mein Herz. Dann kann ich, wenn ich zur Meditation komme, besonders tief meditieren.“ Oder man hat eben diese Saraswati-Energie, weil man mehr so ein künstlerisches Temperament hat. Man fühlt sich Gott am nächsten, wenn es kreativ aus einem hindurch geht. Oder wenn man was besonders Schönes sieht. Wenn man irgendwo die Schönheit von Gottes Schöpfung wahrnimmt. Das ist alles mehr ein Saraswati-Temperament. Und so findet ihr das ja auch im Kirtan-Heft, unter dem Kapitel „Mantraeinweihung“ oder auch in den Internetseiten, wenn ihr dort unter „Mantras für die Meditation“ auf unserer Internetseite www.yoga-vidya-de das eingebt, dann findet ihr auch die Mantras zusammen mit ihrer Bedeutung, aber das sind eben Auszüge aus dem Kirtanheft hier.

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Wie findet man sein Mantra?

Das ist natürlich jetzt auch wieder ein weiter Aspekt. Im Grunde genommen, zunächst ist es hilfreich, wenn man Mantras kennt, die es gibt für die Meditation und die findet ihr ja hier im Yoga Vidya Kirtanheft. Und dann gibt es, man kann sagen, vier Weisen, wie man feststellt, was ist mein Mantra. Die eine Weise ist, man hört das Mantra und man wird von dem Klang des Mantras fasziniert. Und wenn der Klang des Mantras einen fasziniert, dann ist es das Mantra. Yogis würden sagen, das erinnert einen an ein früheres Leben oder das Mantra in seiner Schwingung passt sehr gut zur eigenen Schwingung. So ist es mir z.B. gegangen, ich habe das Mantra auch von einem anderen Lehrer erstmal gehört. Ich wusste nicht, was es heißt, aber die haben das einfach zwanzig Minuten lang gesungen und das ist mir dann die nächste Woche gar nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und das war dann eben mein Mantra. Später habe ich dann beim Swami Vishnu die Mantraeinweihung genommen, aber da hatte ich das Mantra schon ein Jahr lang täglich wiederholt gehabt und davon das erste halbe Jahr, ohne eine Ahnung zu haben, was es eigentlich ist. Gut, es hieß, es sei ein Mantra und das würde das Höchste anrufen, was ja sicher keine falsche Übersetzung ist.

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Mantra-Meditation ist kombinierbar mit anderen Meditationsarten

Zusätzlich ist die Mantrameditation ja auch verbindbar mit fast allen anderen Techniken. Ich hatte schon gesagt, mit Tratak kann sie verbunden werden, mit der Energiemeditation kann sie verbunden werden. Sie kann mit der Eigenschaftsmeditation verbunden werden, indem wir zusammen mit der Eigenschaft auch ein Mantra wiederholen. Sie kann verbunden werden mit diversen abstrakten Meditationstechniken, wie wir das auch nächste Woche machen können. Sie kann verbunden werden mit Sakshi Bhav oder Vipassana-Techniken, wie das in der einfachen Mantrameditation ja andeutungsweise gemacht wird. Man kann es aber sehr detailliert weiter ausbauen. Und so ist es hilfreich, dass wir uns bewusst machen, die Mantrameditation ist ein sehr weites, reiches Methodenspektrum und es ist gut, langfristig ein Hauptmantra zu finden. Vielleicht ist es sogar gut, eine Haupttechnik zu haben, mit der wir das Mantra nutzen und dann zwischendurch die Meditation interessanter machen, um so bewusst zu bleiben. Das sind einige der Weisen, wie wir Müdigkeit und Trägheit in der Meditation vermeiden können und natürlich gibt es auch noch Dinge, die man sonst machen kann. Manchen hilft es, vorher einen Ingwer-Tee zu trinken. Es soll Menschen geben, die sagen, eine Tasse Kaffee hilft der Konzentration für die Meditation. Das wird in Indien durchaus gar nicht so selten gemacht, aber wir haben uns entschieden, wir brauchen hier keinen Kaffee, wir machen es mit Pranayama. Aber es kann jeder entscheiden, was er dort machen will.

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