Warum aktive und konkrete Meditation?

Jetzt könnte man sagen, warum überhaupt aktive und konkrete Meditationstechniken? Denn letztlich kann man sagen, die abstrakte, passive Technik ist ja dem Nirvikalpa Samadhi am nächsten. Wir sitzen da und nehmen das wahr, was nicht bildlich fassbar ist, wörtlich fassbar ist und Gefühle sind. Das wäre eine direkte abstrakte, passive Technik. Mit großer Achtsamkeit ziehen wir unseren Geist weg von allem Konkreten, wir sind im reinen Sein. Warum üben wir nicht alle einfach so? Ihr wisst alle, der Mehrheit der Menschen fällt das nicht leicht, das länger als ein paar Sekunden zu machen. Nichtsdestotrotz, man könnte das auch bewusst steuern, indem man erst mit einer anderen Technik beginnt und wenn man merkt, der Geist ist in einem Bewusstseinszustand, der meditativ ist, dann wollen wir jetzt den Sprung bewusst machen. Und hier können wir auch sagen, entweder es geschehen die Sprünge von selbst oder wir tun etwas, um diese Sprünge zu machen, von verschiedenen Dharana-Zuständen zu Dhyana-Zuständen und Samadhi-Zuständen. Im Yoga ist auch etwas charakteristisch, dass die meisten aktiven Konzentrationsformen, mindestens die ersten drei, dass diese verbunden sind mit Prana-Aktivierendem. Also, wir wiederholen nicht einfach nur irgendeinen Klang wie „Kritschepisch“ oder so was ähnliches oder irgendein Wort wie „Eimer“, sondern wir nehmen eben ein Wort, das mit Prana aufgeladen ist, wie „Om Namah Shivaya“. Wir visualisieren nicht irgendetwas, irgend so ein Grün-Blau-Gemisch, sondern wir visualisieren etwas, was pranaaktiv ist. Wir erzeugen nicht irgendein Gefühl und richten uns nicht nur auf irgendein Gefühl, sondern eher in die Chakras hinein. Und so ist das eine Konzentration, die gleichzeitig verbunden ist mit Prana-Aktivierendem und wenn dieses Prana stärker wird, dann hebt sie den Geist in Dhyana hinein, ohne, dass wir etwas Besonderes tun müssen. Wir können aber auch den Sprung bewusst machen. Mit großer Achtsamkeit rufen wir erst diese aktive Form der Konzentration hervor, einschließlich auch aktiv abstrakt, indem wir über eine Frage nachdenken. Das ist wie, als ob wir Anlauf nehmen auf einem Sprungbrett. Und dann lassen wir plötzlich los. Und dann lassen wir uns hineinfallen in das, was jetzt geschieht. Dann sind wir vielleicht eine Weile im Nichts und dann tauchen wir in den Ozean von Freue hinein. Kann sein, dass wir dann drin bleiben und in Dhyana hineingehen und vielleicht noch weiter, es kann sein, dass wir zwar losgelassen haben, aber nicht im Ozean der Wonne gelandet sind, sondern im Kshipta-Zustand der Zerstreutheit oder im Mudha-Zustand der Trägheit. Dann sammeln wir wieder unsere Gedanken, wir konzentrieren uns, als ob wir einen neuen Anlauf nehmen. Oder es kann auch sein, dass wir ein paar Sekunden im Dhyana drin sind und dann wieder herausgekommen sind und dann nehmen wir einen neuen Anlauf, um wieder hineinzuspringen. Also, es geht entweder von selbst oder wir können es bewusst probieren. In jedem Fall, unabhängig davon, ob wir in Dhyana und Samadhi hineinfallen, ihr erinnert euch an vorgestern Abend, auch wenn wir im Bemühen um Dharana stecken bleiben oder eigentlich nicht stecken bleiben, sondern, das Bemühen von Dharana, von Konzentration entspannt üben, auch das hat gute Wirkungen auf Gesundheit, Prana, Entspannung und Herzensöffnung.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
54 . Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

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