Ein besserer Mensch werden – Video Inspiration

Vortragsvideo zu folgendem Inhalt: Ein besserer Mensch werden.

Diese Inspiration rund um die Themen Yoga, Vedanta, Spiritualität, Ein besserer Mensch werden und Mensch ist eine freie Übersetzung von Sukadev der Niederschrift eines Vortrags von Yogi Swami Chidananda, 1916-2008, langjähriger Leiter der Divine Life Society.

Astralwesen und Geister

Das bringt aber gewisse Gefahren mit sich, denn irgendwann sehen wir tatsächlich andere Astralwesen und wenn wir dann die Astralwesen sehen, dann fangen wir an, uns zu unterhalten und dann kommen wir irgendwo zu sehr mit denen in Kontakt. Und die Astralwesen, die wir zunächst sehen – gut, das können Naturgeister sein, das wäre nichts Schlechtes. Das kann ganz schön sein. Aber selbst die sind ja Naturgeister, weil sie nicht auf höheren Bewusstseinsebenen sind. Sie sind auf einer erdnahen Ebene. Sie können uns also nicht helfen, in die höchsten Ebenen hineinzugehen. Aber was etwas komplizierter ist, sind die so genannten erdgebundenen Geister. Und erdgebundene Geister waren in einem früheren Leben mal verkörpert und sie sind gestorben und oft haben sie einen plötzlichen Tod gehabt, plus eine starke Verhaftung an die physische Welt, konnten sich also nicht erheben in die höheren Welten und sind deshalb erdnah. Und wenn jetzt jemand in Kontakt mit ihnen kommt, dann wollen die von dem erstens Prana, Lebensenergie, denn auf dieser erdnahen Ebene können sie schlecht Energie sammeln, aber sie brauchen Energie und dann können sie einem die Energie wegsaugen. Die werden manchmal auch hungrige Geister genannt. Sie werden manchmal eben auch als Vampire bezeichnet. Also Vampire sind natürlich jetzt keine Wesen, die dort mit langen Zähnen irgendwo die Halsschlagader öffnen und einem das Blut aussaugen, sondern dieser Mythos der Vampire bezieht sich eben auf Feinstoffwesen, welche Energie absaugen können, wenn man sich zu sehr auf sie einlässt. Übrigens, da gibt es auch den Mythos, dass Knoblauch die Vampire fernhält. Das muss man so verstehen, Knoblauch ist etwas, was das Bewusstsein grobstofflich macht und wenn man das Bewusstsein grobstofflicher macht, dann spürt man diese erdnahen Geister nicht mehr und dann fühlt man sie nicht mehr, weshalb Yogis normalerweise keinen Knoblauch zu sich nehmen. Aber angenommen, jemand will es schlagartig vermeiden, dann ist eine mit Knoblauch gewürzte Zwiebelsuppe, vielleicht noch mit Pilzen dabei, ein schnelles und effektives Mittel. Also nicht, dass ich euch das raten würde, aber es hilft manchmal zu wissen, notfalls hätte ich ein Mittel, jegliche Feinstofferfahrungen mit einem Schlag abzuwürgen. Also, man sollte sich da nicht zu sehr darauf einlassen. Man muss auch keine Angst davor zu haben. Wenn wir uns nicht bewusst darauf einlassen, dann kann uns auch niemand etwas machen. Wenn wir sie sehen, wir können ihnen „Om Namah Shivaya“ sagen und alles Gute wünschen. Man kann ein paar Mal Licht hinschicken, man kann „Om Tryambakam“ sagen. Man könnte in dem Raum ein Arati machen, um dort Licht zu geben oder eben das „Om Tryambakam“ sagen, dass vielleicht diese Wesen Kraft bekommen, um in die nächste Ebene hineinzukommen. Aber es ist nicht nötig, dass wir die jetzt unbedingt loswerden. Und erinnert euch, was ich heute Morgen über Sensibilität gesagt habe, und wenn ihr dort ein Astralwesen wahrnehmt, ist es nicht eure Aufgabe, das wirklich in die höhere Ebene hinein zu heben. Man kann es probieren, aber es ist jetzt nicht euer Hauptberuf und eure Berufung und noch ist es möglich, bevor diese Wesen dafür bereit sind. Ich hatte mal jemanden, der seit vielen Jahren Astralwesen sieht und er ist zu vielen Menschen hingegangen, zu spirituellen Beratern, die haben ihm alle gesagt, er muss irgendwas tun, dass diese Wesen dort erlöst werden und ansonsten müsse er aufpassen, er darf nicht in einem Zimmer sein, wo die auch sind und er wurde eigentlich immer verängstigter. Aber es war jetzt nicht so, dass er irgendwie eine Psychose hatte oder schizophren war, ansonsten war der so ganz normal. Und da habe ich ihm nur gesagt, „Du brauchst ja gar nichts zu machen. Angenommen, du wohnst in einer Großstadt, da sind auch Tausend Leute, die an dir vorbeigehen. Du musst deshalb nicht jedem, dem es schlecht geht, probieren, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht.  Du siehst jetzt eine ganze Menge, wenn du willst, kannst du ihnen guten Tag, guten Morgen und guten Abend und gute Nacht wünschen. Und dann sind sie halt da, so wie Pflanzen sind da, Vögel sind da, die Nachbarn sind da, Autos fahren vorbei und ein paar Feinstoffwesen mögen auch da sein. Der eine braucht den anderen nicht zu behindern und wir können uns einfach alles Gute wünschen.“ Auch noch etwas. Wenn wir jetzt in Kontakt kommen mit Feinstoffwesen, dass kann in Verbindung sein mit der out of body Erfahrung, also eine Astralreise, es kann aber auch in Verbindung stehen, auch ohne das. Man kann plötzlich ein Wesen spüren, man spürt, „Da ist jemand vor mir.“ Man kann es vielleicht sogar hören, „Aus dieser Richtung kommt etwas.“ Man kann fühlen, als ob da wie ein kühler Hauch oder etwas anderes kommt. Und manchmal kann man ein solches Wesen auch sehen. Ich kann ja gerade mal fragen. Wer von euch hat so das Gefühl, dass er schon mal so ein Astralwesen gesehen, gehört oder gespürt hat? Immerhin so ein Drittel der Anwesenden hier. Hier gilt eigentlich auch wieder, was ich vorher schon gesagt hatte. Wir können Licht schicken, wir können „Om Tryambakam“ sagen, man kann sein Mantra wiederholen und das führt dazu, dass kein Wesen sich uns zu stark nähern kann und wir können ein bisschen Licht schicken. Es liegt aber nicht in unserer Verantwortung – wie ich schon gesagt habe – dieses Wesen zu erlösen, in eine höhere Ebene hinzubringen. Wir können ein bisschen was machen, aber ansonsten leben wir und die Wesen mögen auch da sein oder auch nicht, das ist relativ unerheblich. Viele Menschen, die hier in diesen Raum gehen, die spüren auch, dass da sowohl höhere Energien sind, wie auch manchmal andere Energien. Manche denken, dass seien negative Energien. Das sind keine negativen Energien, sondern letztlich, erdgebundene Wesen werden angezogen von einem solchen Lichtfeld. Die kommen dann auch hierher und die spüren dann diese Lichtenergie und manche steigen dann beim Arati auf in höhere Welten. Das ist so wie ein Übergangsraum hier. Und da braucht man eigentlich nichts besonderes zu machen, man braucht sich nicht besonders darum zu kümmern, es passiert einfach. Und genauso auch, ihr selbst bräuchtet dort nichts zu machen. Während ihr meditiert entsteht Energie und wenn das jemanden der Anwesenden, die für die meisten unsichtbar sind, hilft, umso besser und wenn es ihm noch nicht hilft, dann ist es auch o.k.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
124. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Mentale Meditation Reinigungserfahrungen

Dann gibt es die mentalen Reinigungserfahrungen, die ich nur kurz ansprechen will. Manchmal geschieht es, dass man in der Meditation, wenn man die Meditation erhöht, die Zeit der Meditation erhöht, nicht weniger Gedanken hat, sondern es gibt eine Phase, da gibt es mehr Gedanken. Und wenn eine solche Phase kommt, dann gilt es zu beachten, dass das ganz normal ist. Das ist jetzt nicht, dass die Meditationstechnik schlecht ist, sondern es kann einfach sein, man intensiviert die Praxis und dann werden aus dem Unterbewusstsein Dinge an die Oberfläche des Geistes gebracht und dann denkt man mehr. Und wenn man das weiß, dann kann man damit umgehen. Natürlich, diese mentale Reinigung sollte nach ein paar Tagen abgeschlossen sein, ansonsten gilt das, worüber ich gestern Abend gesprochen habe, noch mal überlegen, „Was kann ich tun, um meine Meditation zu vertiefen?“

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115. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Übertreibe die Meditation nicht

Frage: Wie geht man mit Fluchttendenzen über die Meditation um?
Antwort: Da hat man als Yogalehrer und als Meditationskursleiter natürlich auch eine gewisse Aufgabe, den Teilnehmer davor zu bewahren und insbesondere vor extremen Formen der Praxis zu bewahren. Und dort gilt es natürlich, diesbezüglich darauf einzugehen, dass der Alltag auch spirituelle Praxis ist. Und hier haben wir ja den alten Text der Bhagavad Gita, wo Arjuna ja auch wegrennen will und sich in die Meditation flüchten und der Krishna sagt ihm, der Fortschritt wird gemacht im Alltag. Und dort kann man natürlich als Meditationskursleiter darauf hinarbeiten, dass der Teilnehmer den Standpunkt wechselt und weiß, der Alltag kann transformiert werden. Letzlich ist der Alltag so etwas wie eine Massage für den Geist.

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. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Frage: Wie geht man mit Fluchttendenzen über die Meditation um?
Antwort: Da hat man als Yogalehrer und als Meditationskursleiter natürlich auch eine gewisse Aufgabe, den Teilnehmer davor zu bewahren und insbesondere vor extremen Formen der Praxis zu bewahren. Und dort gilt es natürlich, diesbezüglich darauf einzugehen, dass der Alltag auch spirituelle Praxis ist. Und hier haben wir ja den alten Text der Bhagavad Gita, wo Arjuna ja auch wegrennen will und sich in die Meditation flüchten und der Krishna sagt ihm, der Fortschritt wird gemacht im Alltag. Und dort kann man natürlich als Meditationskursleiter darauf hinarbeiten, dass der Teilnehmer den Standpunkt wechselt und weiß, der Alltag kann transformiert werden.

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112. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Paranoia und Meditation

Bei jemandem, der zur Paranoia neigt, würde man insgesamt nicht zu sehr von Energien sprechen, denn der spürt sofort alle negativen Energien, die ihn dann sofort verfolgen können. Eventuell kann man ihm noch ein Schutzmantra empfehlen. Und auch Tratak gilt es zu vermeiden. Also Tratak mit einer Kerze im Dunklen, was ja außergewöhnliche Bilder erzeugt, auch das würde man eher vermeiden. Tratak bei Helligkeit mit Licht wiederum ist o.k., das erzeugt jetzt nicht gleich außergewöhnliche Bilder. Oder mit einer Blume.

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110. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Schizophrenie und Meditation

Eine zweite Sache bei psychischen Erkrankungen, hatte ich auch schon gesprochen, wenn jemand neigt zu entweder Schizophrenie oder schon mal Drogen genommen hat und dann zu Flashs neigt, dann würde man eben solche Techniken, die außergewöhnliche Wahrnehmungen begünstigen, nicht so machen. Also, jemanden, der eine Geschichte von Schizophrenie hat, würde man davon abraten, Ausdehnungsmeditation zu üben oder auch bestimmte Formen der Energiemeditation.

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109. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Emotionale Reinigungsphänomene und Meditation

Dann gibt es so genannte emotionale Reinigungsphänomene. Das heißt, es können Emotionen in der Meditation auftauchen, es können auch Bilder auftauchen, die mit Emotionen verbunden sind. Gerade wer z.B. mit Visualisierung arbeitet, muss sich bewusst werden, manche der Bilder, die man gebrauchen könnte, stehen für manche Menschen nicht nur für Positives. Es gibt ja diese ganz ausgefeilten Phantasiereisen und dort sind zum Teil psychologisch sehr wirkungsvolle Bilder und eben, wer eine bestimmte Erfahrung damit hatte, dann sind die Erfahrungen damit gekoppelt. Dessen muss man sich so bewusst sein. Oder z.B., ich hatte früher bei der Meditation sehr gerne gesagt, „Ich schicke Licht und Liebe zu allen Wesen.“ Und dann haben mir mehrmals Teilnehmer gesagt, sowie ich das sage, müssen sie daran denken, wer ihnen übel mitgespielt hat. Und dass sie eben nicht an alle Wesen Licht und Liebe schicken können. Seitdem habe ich das umgewandelt und ich sage, „Schicke Licht und Liebe in alle Richtungen.“ Das wiederum kann jeder.

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106. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Energetische Reinigung durch Meditation und Yoga

Gehen wir auf das nächste ein, energetische Reinigungen. Und die können Menschen auch erleben, wenn sie nur ein paar Minuten meditieren. Es wir einem warm. Wem ist schon mal warm geworden in der Meditation? Sehr vielen hier. Yogis würden sagen, das ist ein Phänomen, dass Energie fließt durch neue Nadis, Energiekanäle, die bisher verschlossen sind und dieses führt zu Reibung und diese Reibung führt zu Wärme und das kann man dort erfahren. Man könnte vermutlich auch eine schulmedizinische Erklärung für das Wärmegefühl finden, ich muss allerdings zugeben, mir ist keine bekannt. Aber eines, was man auch sagen kann, wenn man es eben in einem nicht-yogischen Kontext, einem nicht spirituell offenen Kontext, sagen würde, ist, wenn jemand sagt, „In der Meditation wird es mir immer warm. Woran kann das liegen?“ Und dann könnte man sagen, „Es ist schulmedizinisch noch nicht so ganz klar, es ist aber ein verbreitetes Phänomen, dass Menschen, die meditieren, Wärme empfinden und das ist ein gutes Zeichen, es ist ein Zeichen, dass Meditation wirkt.“ Mehr braucht man da nicht zu sagen.

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103. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Umgang mit dem inneren Schweinehund

Genauso, noch ein anderes Beispiel, wir haben auch eine Eigenschaft, die wird manchmal als innerer Schweinehund bezeichnet. Mit dem werdet ihr vielleicht konfrontiert, wenn ihr euch entschließt, morgens um 5:00 Uhr auf zu sein für die Homa. Oder eine halbe Stunde früher aufzustehen, um Pranayama zu üben noch vor der 6:00 Uhr Meditation. Oder vielleicht ab und zu mal, ich bin ja im 7. Stock, dann gucke ich runter, dann sehe ich ein paar Menschen mit ihren Thai Chi Bewegungen unten um 5:30 Uhr. Manche nehmen sich das vor und machen es und manche machen es nicht. Und viele sagen, „Das war mein innerer Schweinehund, der mich davon abgehalten hat.“ Ist der innere Schweinehund schlecht? Also ich kann euch sagen, wenn ich den nicht hätte, dann hätte ich mich längst schon ruiniert. Den braucht man so im Inneren. Der will so ein bisschen verhindern, dass wir uns überfordern. Das ist so ähnlich wie die Mami, die den Kindern immer gesagt hat, „Ach Junge, zieh dir doch noch einen Mantel an.“ Man hat den Mantel wenigstens angezogen bis Mami weggeguckt hat und dann hat man ihn wieder ausgezogen, aber man hat es mindestens in Erwägung noch mal gezogen, ob es die Mühe wert ist, den noch auszuziehen. Und so ähnlich auch, der innere Schweinehund hat auch seine Funktion und wir können also sagen, „Ich danke dir, dass du willst, dass ich mich nicht überfordere. Ich habe die Botschaft verstanden. Ich stehe trotzdem auf.“ Wir sind trotzdem Chef in unserem Haus.  Und wir haben unsere Ratgeber, wir haben die verschiedenen Anteile in uns, die bestimmte Anliegen haben, die es alle uns gut gehen lassen wollen, es aber halt nicht anders wissen. Und dann tief im Inneren gibt es noch etwas, das ist die spirituelle Sehnsucht, die zum Höchsten führen will. Und diese Stimme dürfen wir nicht von den anderen zu ungehört werden lassen. Also ihr sehr, ich habe da eine etwas andere Einsicht, als die Vorstellung, es gibt Gutes und Schlechtes in uns. Ich bin da etwas mehr Adwaita, nondual, alles ist irgendwo gut. Wir müssen nur lernen, es in den richtigen Kontext zu setzen und nicht alles so zu nehmen, wie es oberflächlich zu sein scheint.

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95. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Wie findet man sein Mantra?

Das ist natürlich jetzt auch wieder ein weiter Aspekt. Im Grunde genommen, zunächst ist es hilfreich, wenn man Mantras kennt, die es gibt für die Meditation und die findet ihr ja hier im Yoga Vidya Kirtanheft. Und dann gibt es, man kann sagen, vier Weisen, wie man feststellt, was ist mein Mantra. Die eine Weise ist, man hört das Mantra und man wird von dem Klang des Mantras fasziniert. Und wenn der Klang des Mantras einen fasziniert, dann ist es das Mantra. Yogis würden sagen, das erinnert einen an ein früheres Leben oder das Mantra in seiner Schwingung passt sehr gut zur eigenen Schwingung. So ist es mir z.B. gegangen, ich habe das Mantra auch von einem anderen Lehrer erstmal gehört. Ich wusste nicht, was es heißt, aber die haben das einfach zwanzig Minuten lang gesungen und das ist mir dann die nächste Woche gar nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und das war dann eben mein Mantra. Später habe ich dann beim Swami Vishnu die Mantraeinweihung genommen, aber da hatte ich das Mantra schon ein Jahr lang täglich wiederholt gehabt und davon das erste halbe Jahr, ohne eine Ahnung zu haben, was es eigentlich ist. Gut, es hieß, es sei ein Mantra und das würde das Höchste anrufen, was ja sicher keine falsche Übersetzung ist.

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86. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Spezielle Atmung während der Meditation für mehr Wachheit

Eine nächste Möglichkeit ist Pranayama, die Atmung während der Meditation. Und einige Menschen sprechen ja auf Atemübungen besonders gut an und dann kann es hilfreich sein, praktisch in die Meditation Atemübungen mit einzubauen. Ich hatte ja von Sukha-Pranayama gesprochen, einatmen, anhalten und ausatmen. Das kann man auch während der Meditation üben, z.B. mit Mantrameditation oder Energiemeditation oder auch Eigenschaftsmeditation. Man atmet einfach so lange ein, wie man kann, man hält die Luft solange an, wie man kann, vielleicht auch mit Mula Bandha und man atmet aus, solange man kann. Mindestens solange, bis der Geist wieder ganz wach ist und dann würde man diese Art des Atems wieder loslassen. So kann man mit Pranayama in der Meditation einiges bewirken. Oder auch Kevala Kumbhaka oder auch der Wechsel. Mal zwei, drei Minuten tiefe Atmung, dann zwei, drei Minuten oder fünf Minuten Sukha-Pranayama und dann fünf Minuten Kevala Kumbhaka. Man bringt also den Geist mit anderen Pranamanifestationen in Kontakt und das weckt ihn irgendwie auf.
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73. Folge der Mitschnitte einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Vor der Meditation

Und natürlich kann man überlegen, „Was macht man vor der Meditation?“ Es gibt einige Dinge, die helfen, dass man konzentrierter und wacher ist und es gibt andere, die sind nicht so hilfreich. Und manchmal muss man das auch mal variieren. Vielleicht sogar die Reihenfolge der Praktiken variieren. Manchmal ist es gut, wenn man als erstes meditiert. Dann ist der Geist frisch und wach. Für manche Menschen ist es so, wenn sie vorher erst noch eine Dreiviertelstunde oder eine Stunde Asanas und Pranayama geübt haben, dann ist der Geist jetzt nicht mehr so bereit, weiter spirituell zu denken. Und dann ist es gut, gleich mit der Meditation zu beginnen. Manche Menschen sind dann aber beim Aufwachen eher müde. Dann braucht es erst etwas, was Prana und Blutkreislauf in Gang hält, also ein paar intensive Runden Kapalabhati oder Asanas. Und dann ist es gut, erstmal Hatha-Yoga-Übungen zu machen und dann zu meditieren. Und manchmal war es eine Weile gut auf die eine Weise, vielleicht ein paar Wochen oder Monate, und jetzt wäre es gut, das mal zu ändern. Und wir hatten ja einiges gesprochen im Sinne von Niyama, was man alles vor der Meditation machen kann und da kann man ja mal gucken, „Was könnte ich dort anders machen?“ Natürlich, die banale Sache, die Swami Sivananda auch manchmal empfiehlt, ist kaltes Wasser über das Gesicht zu geben. Und so kann man einiges gucken, „Was macht man vor der Meditation?“
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71. Folge der Mitschnitte einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

 

Krankheit als Grund für Trägheit in der Meditation

Das nächste, was man anschauen sollte, wäre Krankheit. Wenn jemand sagt, er ist seit einiger Zeit in der Meditation immer so schläfrig und er weiß nicht, was er vielleicht so alles falsch macht in seinem Leben oder die Meditation stimmt nicht mehr richtig, dann kann man auch erst überprüfen, „Bist du körperlich gesund?“ Es gibt eine Reihe von körperlichen Problemen, die einen müde machen können in der Meditation. Dazu kann gehören, zu niedriger Blutdruck. Manche Menschen haben einen niedrigen Blutdruck, der eine Weile kein Problem war, aber irgendwann einmal stärker wird. Eigentlich das unproblematischste Problem. Denn zu niedriger Blutdruck hat ja einen Vorteil, welchen? Mensch lebt länger. Mit niedrigem Blutdruck lebt man sogar – soweit ich das mal gelesen habe – länger, als wenn man einen normalen Blutdruck hat. Man lebt vielleicht auch noch ein bisschen gemütlicher. Bei einem zu niedrigem Blutdruck als Grundlage von schläfriger Meditation, muss man halt vorher irgendwas machen, um den Blutkreislauf in Gang zu bringen. Agni Sara oder eiskaltes Unterarmbad oder erst warmes Wasser, heißes Wasser darüber laufen lassen, dann kaltes oder kaltes Wasser ins Gesicht oder zwölf Sonnengebete oder zwei Runden Kapalabhati oder Hüpfen auf der Stelle oder irgendetwas, was den Kreislauf in Gang bringt. Dann kann es aber auch sein, Zuckerproblem, Unterzuckerung oder Zuckerschwankungen. Das kann auch Menschen müde machen. Und wenn jemand sagt, dass er seit ein paar Monaten immer müde ist, sollte man das unbedingt überprüfen. Und es kann dann sogar sein, dass es gerade hilft, dass man meditiert, denn es stört einen ja und dann geht man vielleicht zum Arzt und kann dann frühzeitig ein Zuckerproblem erkennen und da kann man vielleicht noch mit Lebensstiländerung etwas bewirken, bevor man Insulinabhängig ist. Und manchen Menschen hilft es, wenn sie wissen, „Ich habe ein Zuckerproblem und jetzt müsste ich halt meine yogische Gemütlichkeit aufgeben und jeden Tag flott spazieren gehen und müsste auch die wunderbaren vegetarischen Köstlichkeiten etwas umstellen, um Gewicht zu verlieren und dann könnte das Zuckerproblem allein durch diese beiden Dinge behoben werden.“ Und falls das nicht mehr behebbar ist, dann kann es helfen, rechtzeitig irgendwelche Tabletten zu nehmen, bevor Gefäße geschädigt sind. Das ist dann eben von Vorteil, dass man das als Müdigkeit erst merkt. Ein weiteres Problem, was mit Müdigkeit zusammenhängen kann, können Schilddrüsenprobleme sein, wenn man z.B.  Schilddrüsenunterfunktion hat. Oder, was ja in den letzten zehn Jahren immer mehr steigt, sind ja die Autoimmunkrankheiten, Selbstentzündungen des Körpers, wozu Rheuma gehört, wozu aber auch Reizdarm gehört, wozu Hashimoto gehört, also die Selbstzerstörung der Schilddrüse des Körpers. Wo es erst zur Schilddrüsenüberfunktion, dann zur Schilddrüsenüber- und Unterfunktion kommt und die rutscht irgendwann in die Schilddrüsenunterfunktion und dann kann ein Mensch sein ganzes Leben in Frage stellen und alles probieren umzuändern und es bräuchte nur eine kleine weiße oder gelbe Tablette, das könnte die Probleme wieder beheben. Dann gibt es auch Darmflorastörungen. Wer z.B. feststellt, er ist immer müde und wenn man nachhakt, ab wann, „Ja, ich hatte irgendwann mal so eine Nierenbeckenentzündung und dafür habe ich Antibiotika genommen und seitdem bin ich ständig müde.“ Und dann ist halt die Darmflora gestört. Und eine Darmflorastörung kann dann zu Müdigkeit führen. Sei es, dass es zur Hefepilzinfektion kommt im Darm und deshalb das Ganze nicht richtig absorbiert wird. Sei es, dass einfach die guten Bakterien fehlen. Sei es, dass in sonstigen Teilen des Körpers immer wieder Infektionen auftreten. Und auch das ist relativ einfach behebbar. Muss man halt Sauerkrautsaft und Brottrunk zu sich nehmen, auf Zucker und Süßes verzichten, auch auf Honig und süße Früchte und auch Kohlenhydrate stark reduzieren. Das reicht dann aus. Oder man kann auch noch irgendwelche Medikamente dazu nehmen, welche den Hefepilz im Darmtrakt abtöten. Das sind relativ einfache Sachen, die man machen kann. Natürlich, es braucht eine gewisse Disziplin. Es ist auch nachweisbar über einen Stuhltest z.B. Es gibt natürlich noch schwerere Krankheiten, die lebensbedrohend sein können, die sich erst in Müdigkeit zeigen und deshalb sollte man diese physischen Dinge durchaus abklären lassen und dann kann man Müdigkeit eben darauf zurückführen.
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69 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Trägheit des Geistes als Hindernis für die Meditation

Dann kommen wir zu den nächsten Hindernissen. Man könnte sagen, geistige Hindernisse. Dort gibt es einfach zwei Haupthindernisse, nämlich schläfriger Geist, auch Mudha genannt und dann gibt es noch den zerstreuten Geist, auch Kshipta genannt. Also, wenn man meditiert, kann es eben passieren, dass man nicht immer tiefer in die Meditation kommt, immer höhere Erfahrungen macht, immer größere Wonne erfährt, immer größere Gottesnähe oder Erweiterung des Bewusstseins, sondern man kann stattdessen immer müder werden oder man wird mit der wunderbaren Fähigkeit des Geistes immer stärker konfrontiert, ständig neue Gedanken zu erzeugen und über die banalsten Phänomene sich die interessantesten Gedanken zu machen. Gehen wir erstmal darauf ein, was kann man alles machen bei einem schläfrigen Geist, Mudha. Zuallererst sollte man überprüfen, schläft man genug. Denn angenommen, man schläft nicht genug, dann wird der Geist sich den Moment der Meditation nutzbar machen, um den Schlaf nachzuholen. Dann denkt man zwar, „Irgendwie kriege ich mich morgens schon wach.“ und dann setzt man sich hin zur Meditation und relativ zügig schläft man ein. Das kann auch für viele Menschen wie so eine Art Zeichen sein, also gerade Menschen, die am Tag aktiv sind und die viel Interesse an allem Möglichen haben und sie denken, sie könnten ihren Schlaf immer weiter reduzieren, in der Meditation merkt man dann, dass das irgendwo Grenzen hat. Und so ist es auch eine gute Sache, wenn man meditiert, dann merkt man nämlich, wenn man sein Schlafbedürfnis nicht beachtet hat. Wenn man das nämlich zu lange nicht beachtet, dann hat das irgendwann auch körperliche Auswirkungen. Ein Grund vielleicht, warum Meditierende langfristig gesünder leben. Es gibt auch ein Phänomen, das Menschen haben und das ist auch wichtig, dass man das kennt. Viele Menschen, die meditieren und mit Yoga vielleicht noch dazu beginnen, erleben eine Phase, wo das Schlafbedürfnis sich reduziert. Bei manchen ist das dauerhaft und das ist ja auch schön, wenn man dann dauerhaft eine halbe oder eine Stunde weniger Schlaf braucht, hat man die zusätzlich gewonnen. Oft ist es ja auch so, wenn man meditiert, kann man schneller schlafen, man hat weniger Schlafstörungen und so hat man auch noch eine halbe oder eine Stunde zusätzlich gewonnen. Ich kann ja auch hier mal fragen, wer von euch hat bemerkt, dass seitdem er Yoga und Meditation übt, dass das Schlafbedürfnis reduziert worden ist? Wer hat gemerkt, dass er seitdem mehr Schlaf braucht? Etwa vierzig Prozent haben gemerkt, dass das Schlafbedürfnis reduziert ist und drei Prozent haben gemerkt, dass ihr Schlafbedürfnis sich erhöht hat. Also, siebenundfünfzig ist gleich geblieben. Wer von euch hat schon mal so eine Phase gehabt, wo er vorübergehend weniger Schlaf gebraucht hat? Das sind jetzt sogar Dreiviertel. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen und wenn man weniger Schlaf braucht, dann braucht man sich jetzt nicht im Bett rumzuwälzen, sondern dann freut man sich, man braucht weniger Schlaf, kann man die Zeit sinnvoll nutzen, z.B. mehr meditieren, mehr Asanas, mehr Pranayama, mehr Bücher lesen oder anderen mehr zu helfen oder neue kreative Dinge in seinem Leben einzuleiten. Nur muss man dann wissen, wenn die Phase zu Ende geht, dann muss man auch wieder mehr schlafen. Und das ist gerade bei Menschen, die hierher ins Haus kommen und vielleicht eine Intensivwoche mitmachen, dann erfahren sie sehr häufig so einen Energieschub und dann gibt es für ein paar Tage, Wochen, Monate, manchmal bis zu zwei Jahren, ein reduziertes Schlafbedürfnis und dann anschießend wird das Schlafbedürfnis wieder stärker und das merkt man daran, dass man in der Meditation müde und träge wird, das Interesse verliert. Dann sollte man als erstes gucken, „Müsste ich meinen Schlaf wieder erhöhen?“
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68 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Einschlafende Beine in der Meditation

Nächstes Hindernis sind einschlafende Beine. Einschlafende Beine sind zunächst mal nicht wirklich ein Hindernis. Sie sind nur ein Hindernis, wenn man es denkt. Wenn ein Bein in der Meditation einschläft, ist es kein Problem der Blutzirkulation. Viele Menschen denken dann, sie haben Blutzirkulationsprobleme und haben dann Angst, dass ihre Beine absterben und vielleicht demnächst schwarz anlaufen oder so etwas. Wenn man dort die Befürchtung hat, dann müsste man kurz den Fuß anschauen. Wenn die Farbe sich nicht wesentlich geändert hat, dann ist da auch kein Problem. Wenn ein Blutgefäß abgestellt wäre, würden entweder die Beine blau anlaufen oder blass-weiß werden, je nachdem, welches Blutzirkulationsproblem sich einstellt. Ihr könnt das ja das nächste Mal überprüfen, wenn ein Bein eingeschlafen ist, ob die Hautfarbe sich ändert und sie tut es typischerweise nicht. Sollte natürlich die Hautfarbe verändert sein, gut, dann muss man tatsächlich etwas tun, dass man eine Stellung findet, wo dies nicht geschieht. Aber im Normalfall ist das eben kein Problem. Was es viel mehr ist, dass durch den Druck an irgendeiner Stelle eines Nervs, die Reizleitung unterbrochen ist. Und wenn die Reizleitung unterbrochen ist, dann spürt man den Teil des Beines nicht, der von diesem Nerv eben versorgt wird. Und dann ist dieser Teil gefühllos und weil er gefühllos ist, hat man das Gefühl, er ist eingeschlafen. Und wenn man dann das Bein ausstreckt oder das Bein irgendwo bewegt, kann es sein, dass man noch mal ein paar Sekunden lang diesen Teil des Beines nicht spürt und dann kommt das Gefühl wieder zurück. Wenn man aus der Stellung herauskommt oder die Beine bewegt und innerhalb von eins bis drei Minuten das Gefühl wieder in das Bein zurückkommt, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das ist nichts, was in irgendeiner Form schwierig wäre. Dann ist halt ein bisschen Druck auf dem Nerv und wenn der Druck weggeht, dann ist die Reizleitung wieder da und dann spielt es keine Rolle. Nur, man muss auf eines achten. Das ist, wenn das Bein eingeschlafen war, sollte man nicht plötzlich aufstehen. Dann kann man nämlich umkippen und da kenne ich durchaus so zwei, drei Menschen, die dabei auf die Nase gefallen sind und ich kenne auch jemanden, die dort sich den Fuß verrenkt hat und dann irgendwo eine Weile vorsichtig sein musste mit ihrem Knöchel. Also, falls man in der Meditation war und es klingelt plötzlich das Telefon, nicht unbedingt dort hin stürmen, erst überprüfen, ob das Bein das Gefühl hat. Wenn es das hat, kann man aufstehen, wenn das Bein das Gefühl eben nicht hat, dann verpasst man besser das Telefon, als dass man stürzt. Sollte es aber jetzt so sein, dass das Gefühl, nachdem man aus der Meditationshaltung rausgeht, länger als zwei, drei Minuten weg bleibt, dann sollte man schon darauf achten, dass man das Bein in der Meditation nicht einschlafen lässt. Denn, wenn das nicht innerhalb von zwei, drei Minuten zurückkommt, kann es sein, dass diese Art doch etwas mehr ist, als nur eine vorübergehende Reizunterbrechung, dann wird irgendwo der Nerv so gedrückt, dass es vielleicht sogar auf die Dauer schädlich sein könnte. Nicht beim ersten Mal, nicht beim zweiten Mal, nicht beim zehnten Mal, aber wenn ihr das jeden Tag habt und insbesondere, wenn das immer länger dauert, bis das Gefühl zurückkommt, dann gilt es, ihr müsst eine Stellung finden, wo das Bein nicht einschläft. Und auch noch etwas Weiteres gilt, wer sehr lange in einer Stellung meditiert, also insbesondere länger als eine Stunde, dann sollte man auch eher darauf achten, eine Stellung zu finden, wo das Bein nicht einschläft. Warum? Dann spürt man nämlich die Warnsignale nicht. Insbesondere, wenn das Bein ab dem Oberschenkel gefühllos ist und dann ist man zwei, drei Stunden in dieser Stellung und dann spürt man das Knie nicht und dann kann es sein, wenn es zuviel ist fürs Knie und man bleibt weiter drin, dann wird es nachher schwierig. Vom Swami Vishnu habe ich mal gehört, dass er da mal ein Bein eingeschlafen hatte und sechs Stunden am Stück meditiert hat und nachher hat er ein paar Tage Probleme gehabt, zu gehen. Aber wer jetzt nicht vorhat, länger als eine Stunde am Stück zu meditieren oder wenn man zwischendurch wieder aufsteht, ist es kein Problem. Ansonsten, wer länger als eine Stunde am Stück meditieren will, sollte darauf achten, dass er eine Stellung findet, wo das Bein nicht einschläft. Was kann man jetzt aber tun, wenn man nicht will, dass das Bein einschläft oder gute Gründe dafür hat, dass das Bein nicht einschläft. Das eine ist, man kann eben schauen, wo ist die Reizleitung unterbrochen? Manchmal ist es die Art des Kissens. Ich hatte zwar gesagt, bei Siddhasana, man kann eine Art imitiertes Siddhasana machen, wo man eben z.B. am Kissen eine Art Wulst erzeugt, wo die Wulst unterhalb vom Damm, Perineum, also dem Kandha-Bereich ist und das ist wie so eine Stimulierung des Muladhara-Chakras. Wenn diese aber dazu führt, dass es an anderer Stelle, unter dem Oberschenkel zu einem Duck auf den Ischiasnerv führt, dann heißt das, dass das Bein drunter das Gefühl verliert. Oder bei manchen ist es auch der Fuß unter dem Oberschenkel. Sei es im halben Lotus oder im Siddhasana, wenn dieser Fuß so ist, dass er den Nerv dort drückt, dann ist es wahrscheinlich, dass drunter das Bein nicht mehr spürbar ist. Ebenso kann auch z.B. der Fuß drücken auf den Oberschenkel und dabei ein Nerv gedrückt wird, sodass man den Fußrücken und die Zehen nicht mehr spürt. Und manchmal kann es sogar sein, dass einfach die Kompression der Rückseite des Oberschenkels, insbesondere bei Menschen, die einen dickeren Oberschenkel haben, dass diese Kompression den Nerv irgendwo drückt. Also, man kann so ein bisschen, eventuell sich sogar ein Anatomiebuch anschauen, gucken, wo ist der Nerv. Beispielsweise vom Unterschenkel an spürt man das Bein nicht und dann könnte man anhand von Anatomiebüchern gucken, wo verläuft denn dieser Nerv, der diesen Teil dort versorgt, an welcher Stelle verzweigt der sich, dann kann man gucken, an welcher Stelle ist dann höchstwahrscheinlich der Druck und dann schaut man, wie kann man diesen Druck reduzieren. Irgendeiner hat mal gesagt, er musste nur die Unterhose wechseln, die hatte irgendwo unten einen dicken Gummizug. Das war früher vielleicht mehr als heute, dass der an der Stelle dicker war und der hat halt ausgerechnet an der Kante des Kissens gedrückt. Als er dann eine andere Unterhose angezogen hatte, war das das Problem nicht mehr. Also, mit gesundem Menschenverstand und ein bisschen Experimentieren kann es einem gelingen, dass das Bein dann nicht mehr einschläft und für viele ist gerade dieses Muktasana, wo die Beine voreinander liegen, eine Möglichkeit, keine einschlafenden Beine zu haben. Oder nur die knöchernen Teile zu unterstützen. Also z.B. so zu sitzen, dass nur die Sitzhöker auf dem Kissen sind und nicht der vordere und untere Teil des Gesäßes oder der obere Teil des Oberschenkelbizeps. Oder vielleicht nur den knöchernen Teil des Knies etwas unterstützen, denn an diesem knöchernen Teil ist kein Nerv. Und dann wird nichts gedrückt und dann schläft auch nichts ein. Ich kann ja euch gerade fragen, bei wem von euch schläft meistens ein Bein ein, wenn ihr meditiert? Bei wem von euch schläft ab und zu mal ein Bein ein, wenn ihr meditiert? Und bei wem passiert das so gut wie nie, dass ein Bein einschläft beim Meditieren? Und wer kennt das überhaupt nicht, hat es noch nie erfahren? Also, man darf auch dann den Arm heben, es ist keine Schande, dass man noch nie ein eingeschlafenes Bein hatte. Für manche sind die Hörnchenkissen von Vorteil, für manche sind sie nicht von Vorteil. Ich z.B., wenn ich ein Hörnchenkissen habe, schlafen die Beine sehr viel stärker ein, währenddessen bei den runden Kissen schlafen sie bei mir weniger ein. Aber das ist bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich. Man kann ein bisschen experimentieren. Aber wie gesagt, es ist auch nicht wirklich ein Problem, wenn die Beine einschlafen und man nicht länger als eine Stunde meditiert am Stück und wenn innerhalb von ein, zwei, drei Minuten, nachdem man die Beine wieder ausstreckt, das Gefühl wieder zurückkommt. Wenn man einen Krampf kriegt, dann muss man ja das Bein irgendwie ausstrecken und dann muss man einfach dafür sorgen, dass der verkrampfte Muskel gedehnt wird. Angenommen, es ist in der Wade, dann probiert man, mit den Händen an die Zehen zu fassen und die Wade zu dehnen oder wenn es im Oberschenkel ist, muss man so dehnen oder in die andere Richtung. Wenn es wirklich ein Krampf ist, dann muss man dehnen. Und dann muss man auch wieder gucken, wie kann man eine Stellung einnehmen, die nicht zum Krampf führt.
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6 7. Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Schulterschmerzen in der Meditation

Es gibt noch einen Sonderfall, der gerade für euch wichtig ist als erfahrene Meditierende, insbesondere für die nächste Woche. Wer längere Zeit meditiert, kann manchmal auch Spannungen in den Schultern erfahren und Schmerzen in den Schultern und es ist meistens nicht die Ursache, dass die Schultern verspannt sind, sondern das geschieht sehr häufig, wenn man relativ hoch sitzt oder auch eine relativ lange Wirbelsäule hat und die Arme so locker hinunterhängen. Also, dass die Hände nicht gestützt sind, sondern relativ weit hinunterhängen. Das hängt mit der Physiologie der Arme zusammen. Die Oberarmknochen sind befestigt an den Schlüsselbeinen und die Schlüsselbeine an dem Brustbein. Das Schlüsselbein ist ein ausgesprochen dünner Knochen und das Gelenk hier ist ausgesprochen dünn. Und da das nicht das ganze Gewicht des Armes so einfach halten kann, sind eigentlich die Arme festgehalten über den Trapezius. Und jetzt angenommen, man ist sehr entspannt und hält die Arme dort locker runter, so ab zwanzig Minuten des Runterhängens ist das einfach für den Trapezius etwas zuviel und dann tut er weh. Und es tut nicht deshalb weg, weil er verspannt ist, sondern im Gegenteil, weil er ausgesprochen entspannt ist. Also angenommen, nach zwanzig Minuten fängt der Trapezius an, weh zu tun, dann wisst ihr, „Ah, ich bin besonders entspannt. Deshalb tut er so weh, als ob er verspannt sei.“ Übrigens, was Ähnliches gibt es auch, wenn man viel tippt und den Unterarm nie abstützt. Auch das führt zu diesem gleichen Phänomen der Schulterprobleme. Es ist nicht ein Problem von Gestresstsein, wie viele Menschen dann falsch interpretieren, „Oh, ich bin so gestresst, meine Schultern tun weh. Ich bin gestresst.“ Das führt dann nur zu einem Kreislauf, vorher war man gar nicht gestresst, aber es tun einem die Schultern weh, also denkt man, „Ich muss gestresst sein.“ Wenn man lange genug die Überzeugung in sich weiterentwickelt, „Ich bin gestresst.“, dann ist man es auch. Und dann sucht man vielleicht noch nach sonstigen Signalen. Dort ist es besser herauszufinden, „Wie kann ich das abstellen?“ Z.B. beim Computer würde man dann ja probieren, öfters mal die Unterarme abzustützen. Früher hat man ja Handballenstützen empfohlen, die waren dann gut für die Schultern, aber weniger gut für die Handgelenke. Wenn man dann die Handballen abstützt, dann ist die ganze Zeit hier ein ungünstiger Winkel, denn eigentlich müssten Unterarme und Handrücken in einer Linie sein. Man könnte noch überlegen, ob man von der Decke vielleicht so Schlaufen hält, die irgendwo unterstützen. Das würde vermutlich am besten funktionieren, aber hat noch keiner ausprobiert, den ich kenne. Stattdessen empfiehlt man ab und zu mal Handgelenke unterstützen und ab und zu mal wieder frei zu tippen, einfach um den Muskel mal eine kurze Pause zu geben. Jetzt als Tipp für euch. Wenn ihr dazu neigt, nach zwanzig, dreißig Minuten die Schultern zu spüren, könntet ihr schauen, „Wie kann ich die Unterarme aufsetzen oder Handrücken, dass nicht dieser Trapezius lange Zeit gedehnt wird.“ und das kann z.B. auch sein, dass man ein Kissen auf den Schoß legt, um die Handrücken dort ablegen zu können. Es kann sein, dass man vielleicht die Hände doch nicht auf die Knie gibt, sondern etwas näher, vielleicht auf die Oberschenkel, in die Nähe der Hüftbeuge, vielleicht die Hände so faltet, dass man sie trotzdem irgendwo abstützt. Also, wer länger meditieren will, sorgt dafür, dass das Hauptgewicht der Arme irgendwo abgestützt ist und dass nicht die vielen Kilo der Arme sehr lange Zeit am entspannten Trapezius die Muskeln herunterziehen. Fernfahrer z.B. kennen das. Es gibt den so genannten Fernfahrer-Wecker. Das habe ich mir irgendwann mal von jemandem erklären lassen. Die legen den Kopf auf die Armatur und die Arme hängen so runter und nach zwanzig Minuten, wenn die Arme runterhängen, tut der Trapezius weh und dann wacht man wieder auf. Das fand ich so ganz interessant, dass das dort bekannt ist. Vielleicht werden heute die meisten solche Timer nutzen, aber das war so vor zehn Jahren, wo mir das jemand erklärt hatte und das wäre das, was viele Fernfahrer machen würden, wenn sie irgendwie müde werden, würden sie sich auf einen Parkplatz stellen, Kopf abstützen, Arme runterhängen lassen. Bis fünfzehn Minuten ist das ganz angenehm, nach zwanzig Minuten weckt einen der Trapezius auf.
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66 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Körperliche Schwierigkeiten bei der Meditation

Das erste, würde man sagen, sind die körperlichen und dort gibt es insbesondere Schwierigkeiten beim Sitzen und dazu gehören insbesondere auch einschlafende Beine. Das wurde ja schon mehrmals als Frage gestellt. Heute Morgen gehe ich da tatsächlich darauf ein. Schwierigkeiten beim Sitzen, Knie tun weh, Hüften tun weh, Rücken tut weh und Schultern tun weh. Das sind die Haupthindernisse und natürlich auch vielleicht, physische Nervosität. Dafür gibt es drei Sachen, die es zu beachten gilt. Als erstes kann man schauen, wie kann man die Sitzhaltung angemessener machen. Wir sind ja auf einige verschiedene Sitzhaltungen eingegangen und man kann das Kissen hoch genug legen, manchmal braucht es zwei Kissen statt einem Kissen, manchmal müssen die Kissen anders gelegt werden. Es gibt manche Menschen, die sitzen so auf dem hinteren Teil des Kissens. Für die meisten ist es günstiger, das Kissen so leicht schräg zu geben, dass das Becken nach vorne kippt, dass die Knie runtergehen. Das ist jetzt zum größten Teil Wiederholung, was wir schon am Nachmittag behandelt haben, aber einfach noch mal, dass ihr euch dessen bewusst seid. Man kann ein oder zwei Kissen zusätzlich unter das Knie geben. Das sind so ein paar Möglichkeiten. Oder, wenn kreuzbeinig nicht möglich ist, dann eben kniend oder auf einem Stuhl sitzend. Dann, des Weiteren kann man die verschiedenen Yogaübungen empfehlen, welche die Hüften flexibler machen, da sind wir ja auch schon darauf eingegangen, insbesondere habt ihr auch gestern Morgen einige gemacht, vielleicht auch heute Morgen und da gibt es also einiges, was man machen kann, für die Flexibilität der Hüften. Wichtig ist, wenn die Knie wehtun, mangelt es den Hüftgelenken an Flexibilität. Also, es ist nicht so, dass man in den Knien probieren würde, flexibler zu werden, außer einfach, dass man in der Lage ist, das Knie zu beugen. Dann, manche Menschen haben im Rücken Probleme beim Sitzen. Auch hierfür kann die Höhe des Kissens helfen. Wenn das Becken höher ist, kann die natürliche Lendenkrümmung erhalten bleiben und dann wird der obere Rücken gerader. Manchmal, wenn es im unteren Rücken weh tut, kann es sein, dass die kreuzbeinige Sitzhaltung nicht angemessen ist, gerade, wenn es sehr weit unten weh tut, dann gilt dann eher die Kniehaltung oder auch Gomukasana, wo man die Oberschenkel übereinander gibt, als eine gute Haltung, um Kreuzbein zu entspannen. Aber angenommen, es tut so im mittleren und oberen Rücken weh, was würde man dort empfehlen? Den Hatha Yoga. Die Hatha-Yoga-Übungen sind für viele sogar kurzfristig, für die meisten mittelfristig, etwas, was die Rückenmuskeln ausreichend stärkt, dass mindestens zwanzig Minuten Sitzen in der Meditation für den Rücken angenehm ist. Das ist natürlich jetzt, einige von euch, die jetzt nicht gewohnt sind, neun Stunden am Tag auf dem Boden zu sitzen, dass das jetzt vielleicht anstrengend ist für die Rückenmuskulatur, ist ganz natürlich und da kann es manchmal helfen, sich mal kurz anzulehnen oder mal aufzustehen oder mal nach rechts und links drehen. Aber im Allgemeinen gilt, wer regelmäßig Hatha Yoga übt, wird in wenigen Wochen in der Lage sein, ohne Rückenbeschwerden, zwanzig, dreißig Minuten zu sitzen und eigentlich sogar vierzig bis sechzig Minuten. Nur, ich rate euch ja, Anfängern nicht zu raten, eine Stunde zu sitzen, sondern fünf Minuten bis zwanzig Minuten, ist die angemessene Meditationsdauer für Anfänger und dann kann man es, wenn man will, irgendwann steigern auf dreißig, vierzig Minuten.
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65 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Hinderniserfahrungen für die Meditation

Und ich möchte heute Morgen besonders sprechen über besondere Hinderniserfahrungen, die man auf dem Weg der Meditation hat. Und natürlich, um Hinderniserfahrungen zu haben, braucht man zunächst mal was? Zuallererst braucht mal Praxis. Angenommen, man praktiziert nicht, dann wird man auch keine Hindernisse erfahren. Mindestens nicht dafür. Man wird Hindernisse für alles Mögliche andere erfahren. Ihr kennt ja das „Jaya Ganesha“, nicht umsonst fängt es erstmal mit „Jaya Ganesha“ an. Und Ganesha steht ja dafür, dass man überhaupt erst anfängt. Man muss überhaupt anfangen. Und Ganesha hilft einem, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um anzufangen. Und wenn man angefangen hat, dann kommt als nächstes „Sharavanabhava“ und Sharavanabhava steht für Kraft und Stärke. Wenn man mal angefangen hat, dann kommen verschiedenste Hindernisse, mit denen man sich auseinandersetzen kann und dafür steht letztlich Sharavanabhava, ruft uns ins Bewusstsein zurück, wenn man etwas Gutes begonnen hat, ist es nicht so, dass es dann dauerhaft einfach weiter geht, sondern Verschiedenes stellt sich in den Weg, mit dem wir umgehen können. Und dann, wenn wir diese Sharavanabhava-Aufgabe irgendwie gut angegangen sind, dann folgt Saraswati und Saraswati heißt dann, neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, neue Inspirationen, letztlich intuitive Verwirklichungen. Dann strömt es kreativ aus uns heraus und durch uns hindurch, aber dafür brauchen wir dann eben auch diese Offenheit. Saraswati steht auch für eine Offenheit. Und bei allem ist es gut, um Führung zu bitten, dafür steht dann ja auch bei diesem Jaya-Ganesha-Lied die vierte Strophe, „Jaya Guru Shiva Guru“ und das ist letztlich auch etwas sehr Optimistisches, denn, es ist nicht nur Führung durch einen anderen, obgleich sehr häufig ist es eine gute Hilfe, dass man jemanden um Rat bittet, jemanden fragt, insbesondere jemanden, der schon eine Weile auf dem Weg ist, z.B. den Meditationskursleiter oder andere, den dort um Rat zu fragen, aber es ist auch sehr viel Wissen in einem drin. Man kann sich auch an das höhere Selbst richten oder man kann sich auch an Gott selbst richten und Gott um Führung bitten. Und man kann auch das ganze Leben interpretieren als Schule, an der wir wachsen können und dann sind Schwierigkeiten, die im Leben auftauchen, nicht irgendwie Manifestationen von bösen Kräften und Mächten, wie manche Aspiranten immer wieder meinen, sondern es sind Herausforderungen, an denen wir wachsen können.
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63 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Erfahrungen in der Meditation

Ich will heute Morgen sprechen über Meditationserfahrungen. Das wollen wir ja heute und morgen besprechen. Man kann Meditationserfahrungen unterteilen in Hinderniserfahrungen, Reinigungserfahrungen, astrale Erfahrungen und spirituelle Erfahrungen. Und es ist gut, etwas darüber zu wissen. Es hilft oft, wenn man weiß, dass andere auch ähnliche Erfahrungen haben und sowohl für einen Aspiranten, der selbst in der Meditation vorankommen will, zu Samadhi irgendwann kommen will, zum höchsten Bewusstseinszustand, wie auch natürlich für Meditationskursleiter, welche Aspiranten raten wollen. Da ist es sehr hilfreich, etwas darüber zu wissen.
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62 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Kontemplation und Meditation

Frage: Was ist der Unterschied zwischenKontemplation und Meditation?
Antwort: Das ist oft in der christlichen Mystik gibt es die beiden Ausdrücke. Die werden in der christlichen Mystik nicht gleichbedeutend gebraucht. Und zwar, einmal ist die Meditation tiefer und die Kontemplation die Vorstufe und in einem anderen Kontext ist die Meditation die Vorstufe und die Kontemplation die Vertiefung. In einer Tradition, wo ich es gelesen habe, da wurde Meditation gebraucht, was wir vielleicht als Pratyahara und Dharana bezeichnen würden. Gerade in der katholischen Spiritualität heißt Meditation oft Nachdenken über das Leben von Jesus. Z.B. man vergegenwärtigt sich den Leidensweg, als Jesus in Jerusalem hineinmarschiert ist. Und dann werden all diese Lebensstationen geistig vor Augen geführt und das nennt sich dann Meditation. Und wenn das dann übergeht, dass man nicht mehr konkret an etwas Konkretes denkt, sondern vielleicht nur noch wiederholt, „Jesus Christus erbarme Dich unser.“ oder „Herr Jesu Christi erbarme Dich unser.“, dann ist es Kontemplation. Meditatio ist eben im Philosophischen eigentlich ein Ausdruck für eine konkrete – man kann sagen – Literaturgattung. Meditatio ist eine Abhandlung über einen bestimmten Stoff, die nicht logisch in Kapitel strukturiert, wie eine Baumstruktur, ist, sondern wo man über ein bestimmtes Thema reflektiert, schreibt und so in konzentrischen Kreisen um das Thema geht, mal näher und mal weiter. Manche von euch kennen vielleicht die „Meditationes“ von Descartes. Der berühmte Ausdruck „Cogito ergo sum“, stammt aus einem Werk von Descartes, das nennt sich „Meditationes„. Das heißt jetzt nicht, dass er jetzt beschreibt, wie man meditiert, sondern das ist eigentlich so etwas wie nachdenken, überlegen, reflektieren über ein bestimmtes Thema, nämlich, „Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Woher weiß ich, ob es überhaupt was gibt?“ Und im christlichen Kontext war Meditatio relativ häufig eben Nachdenken über das Leben von Jesu und wenn das nicht mehr mit Nachdenken über Geschichten usw. ist, sondern mehr konzentriert wird, also eigentlich von Pratyahara zu Dharana geht, dann ist das dann als Kontemplation bezeichnet worden. Aber ich habe es auch mal bei einem anderen christlichen Autor umgekehrt gesehen. Kontemplation, heißt ja eigentlich „schauen, betrachten“. Das war, wenn man mit offenen Augen ein Bild betrachtet, ist das Kontemplation und wenn man dann die Augen schließt und sich das Bild vergegenwärtigt, dann ist das Meditation. Das ist eigentlich eine Variation von Tratak. Und es gibt auch noch den anderen Ausdruck „Kontemplatio“ heißt, über das Leben von Jesu nachdenken und „Meditatio“ ist, in seine Liebe hineingehen. Und so gibt es keine allgemein definierte, allgemein gültige Definition, sondern das ist wirklich je nach Autor unterschiedlich. Es gehört zu den abstrakten, aktiven Meditationstechniken, das ist ein darüber Nachdenken, in dem ersten Schritt. Im ersten Schritt denkt man darüber nach, aber dann ist es auch ein Zurücknehmen des Nachdenkens und man könnte sagen, dass sind dann wie diese Schritte von Meditatio und Kontemplatio, in dem einen Verständnis des Christlichen oder Philosophischen. Man denkt erst darüber nach – so ein Übergang zwischen Pratyahara und Dharana. Und dann richtet man seine ganze Aufmerksamkeit dorthin und dann wird es Dharana bzw. zu Dhyana.
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61 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Unterschiede Tiefenentspannung und Meditation

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Tiefenentspannung und Meditation?
Antwort: Die einfachste Definition ist, in der Tiefenentspannung liegt man oder lehnt sich irgendwo an und bei der Meditation sitzt man mit geradem Rücken. Das ist also äußerlich relativ unschwer zu unterscheiden. Und dann ist es natürlich nicht nur die Position, sondern auch der Gemütszustand, wo er letztlich hinführt. Es gibt Gemeinsamkeiten. Und interessanterweise, z.B. die Tiefenentspannungsreaktion, Relaxations Response, auch genannt, wurde von einem Professor Benson entdeckt bzw. postuliert und eben mit all seinen Korrelationen beschrieben und er hat diese Entspannungsreaktion in der Meditation als erstes erforscht. Er hat also ein Modell gehabt, dass Meditation Entspannung ist und daran hat er diesen Impuls oder diese Reaktion entdeckt und postuliert und letztlich untersucht, erforscht und so auch zeigen können, dass Meditation sehr gut ist. Dennoch, es gibt ein paar Unterschiede, die sich aus der Lage ergeben und auch letztlich aus der Art, wie wir dort unseren Geist benutzen. Die Tiefenentspannung ist weniger darauf ausgerichtet, dass wir irgendwie ins Überbewusstsein hineinrutschen wollen und weniger darauf ausgerichtet, dass wir die Bewusstheit steigern wollen. Bei der Tiefenentspannung geht es hauptsächlich darum, um zu entspannen. Dann geht es darum, die Bewusstheit auszudehnen. Es geht darum, den Astralkörper auszudehnen. Es geht darum, über diese Ausdehnung und Entspannung zu einem guten Zustand der Erholung zu kommen. In relativ vielen Fällen führt die Tiefenentspannung zu welchem Zustand? Schlafzustand. Also vermutlich, in einer Yogastunde, ein Viertel der Teilnehmer ist ziemlich sicher irgendwann mal, mindestens zwischendurch, im Schlaf und vielleicht noch ein anderes Viertel in so einem halb bewussten Zwischenzustand. Und eben das Liegen führt dazu. Ich kann mich mal erinnern, irgendwann hat mal jemand mich gefragt, warum wir denn nie eine Visualisierung während der Tiefenentspannung ansagen würden. Und dann gab es dort mehrere, die dort fragend genickt hatten. Und das war ein Kurs, wo ich das jedes Mal angesagt hatte. Und ich bin eigentlich jemand, der nicht bei der Tiefenentspannung diese einschläfernde Stimme hat. Es gibt ja manche, die sagen ganz langsam, „Ich entspanne die Füße.“ Das sind verschiedene Unterschiede. Dann, die Tiefenentspannung führt auch manchmal in so einen tranceartigen Zwischenzustand. Es ist irgendwie schwierig, über Bewusstseinszustände zu sprechen. Der ist mit Wonne verbunden, der ist freudevoll, der ist Alpha-Gehirnwellen-Zustand. Es ist irgendwie geänderte Bewusstheit. Es ist nicht schlafen, aber es ist auch nicht ein akzentuiertes, klares Bewusstsein dabei. Es ist schon etwas anderes, was eine tiefe Entspannung beinhaltet. Natürlich, es gibt Zwischenzustände und es gibt große Verbindungen auch. Es gibt manche Menschen, die auch in der liegenden Lage in der Tiefenentspannung in meditative Gemütszustände kommen. Und es gibt auch Menschen, die sagen, sie meditieren tatsächlich im Liegen. Allerdings, manche sagen das und dann fangen sie an zu schnarchen, nachdem sie vorher behauptet haben, sie bleiben sehr konzentriert darin. Andererseits kann man aber auch im Sitzen schlafen, auch das geht. Und man kann auch im Sitzen in einen tiefen, entspannten Döszustand oder tranceartigen Zustand fallen. Also, es gibt bestimmte Unterschiede, es gibt bestimmte Gemeinsamkeiten. Und natürlich angenommen, man kann nicht anders als liegen, z.B. nach einer Operation oder irgendwo wegen Rückenproblemen, dann ist es besser, man meditiert im Liegen, als man meditiert gar nicht.
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60 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Meditation und Sonnengruß

Frage: Kann man den Sonnengruß direkt nach der Meditation üben, oder besser vorher?
Antwort: Eigentlich ist das Sonnengebet eine Aufwärmübung und durch das Sonnengebet wird der Kreislauf in Gang gebracht und dort fließt auch die Energie in die Knie. Natürlich, wenn du andere Übungen als hilfreich empfindest, du hast ja vor der Yogastunde eine Viertelstunde. Für die meisten Menschen ist das jetzt typischerweise weniger ein Problem. Was du aber machen kannst, als kleine Übung, du kannst erst die Beine ausstrecken, du kannst sie ein bisschen hin und her bewegen und was auch dann hilfreich ist, ist so die Hände über die Knie. Könnt ihr gerade alle mal machen. Tut euren Knien jetzt sicherlich auch gut. Also, ein bisschen hin und her, bisschen massieren, vielleicht sogar die Hände über den Knien halten, um sie ein bisschen aufzuwärmen. Was auch eine gute Sache ist, ist die Zehen zu bewegen. Denn indem man die Zehen bewegt, geht die Durchblutung hinunter zu den Waden und damit durch die Knie hindurch. Außerdem fließt dann Prana hinunter zu den Zehen. Was man auch machen kann, ist, dabei die Zehen anzuschauen. Zum einen, ich hatte ja gesagt, es ist gut, Schönheit anzuschauen und Füße sind auch etwas Schönes, aber zum zweiten, da wo der Blick hingeht, geht auch Prana hin. Also, das könnt ihr so ein bisschen machen für die Knie. Wenn das mehr der Rücken ist, gibt es noch eine andere Übung, die man machen kann. Das heißt, man könnte sich auch dann erst so kurz auf den Rücken legen und vorher darauf achten, dass man keine Stifte unter dem Rücken hat und dann kann man so ein bisschen sich nach links und nach rechts bewegen. Könnt ihr auch gerade mal machen. Also jetzt nicht einschlafen, sondern mit den Händen an die Knie, nach links und nach rechts. Dann kann man auch noch vor und zurück gehen, das ist jetzt ein bisschen aktiver noch, gute Massage für die Rückenmuskeln. Und aus der Rückenlage kann man noch eine weitere Übung für die Knie machen. Nämlich die Beine so heben und senken. Dabei die Beine weder ganz durchstrecken, noch zu sehr nach unten kommen lassen. Gerade dann, wenn eben die Beine ein bisschen steif sind. Und wem es so geht, dass eben die Beine steif sind und er merkt, vor dem Sonnengebet braucht er noch was anderes, der kann dann ja diese Übung durchaus für sich machen, bevor er aufsteht. Es hängt jetzt von einem ab. Im Normalfall ist es nicht nötig für die Mehrheit der Menschen. Aber wenn man es als hilfreich empfindet für seine eigene Praxis oder wenn man Teilnehmer hat, die vielleicht nicht so erfahren sind, kann man das machen. Angenommen, ihr habt Teilnehmer, die ihr unterrichtet, da werdet ihr ja typischerweise nicht Meditation vor den Asanas unterrichten, sondern wenn man beides verbindet, werdet ihr ja bei Abendkursen erst die Asanas und dann die Meditation machen. So wie wir es ja auch jetzt haben – gut, da ist noch das Essen dazwischen geschaltet – aber da sind erst die Asanas, bzw. jetzt nicht, weil ihr ja am Nachmittag euch gegenseitig unterrichtet, aber wenn wir hier Nachmittags Kurse haben, dann sind eben erst die Asanas, also Individualgäste haben erst die Asanas und dann anschließend die Meditation.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
5 9. Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Bija Mantras für die Meditation

Frage: Darf man Bija-Mantras der Chakras für die Meditation verwenden?
Antwort: Es gibt ein paar Bedingungen, wenn man Bija-Mantras rezitieren will, mindestens hat das so der Swami Vishnu uns gelehrt. Und im Wesentlichen läuft das darauf hinaus, wer Bija-Mantras verwenden will, der sollte vegetarisch leben, kein Fleisch essen, keinen Alkohol trinken, keine Zigaretten rauchen und auch keine Drogen zu sich nehmen und er sollte auch täglich meditieren. Dann hat man eine Grundreinigung und dann kann man auch Bija-Mantras verwenden. Und dann sollte man natürlich wissen, wie man die richtig ausspricht. Dann ist aber die Frage, ist es sinnvoll, die Bija-Mantras der Chakras zu verwenden. Und dort kann man sagen, njein. Meine Erfahrung ist eigentlich, wenn man auf die einzelnen Chakras meditiert, ist es fast wirkungsvoller – angenommen, man hat ein eigenes Mantra durch eine Mantraweihe oder ein Hauptmantra. Die meisten empfinden es als wirkungsvoller, mit ihrem Hauptmantra auch die Chakras anzusprechen. Ich habe dort ja früher eine Weile mehr auch Bija-Mantras z.B. bei der Ujjayi-Meditation angesagt und seitdem ich dazu übergegangen bin, das Hauptmantra oder nur Om zu verwenden, haben Menschen die Ujjayi-Meditation als hilfreicher empfunden. Viele von euch kennen die nicht, die werdet ihr, glaube ich, übermorgen früh um 6:00 Uhr auch noch mal angesagt bekommen. Aber wenn du sie kennst und weißt, wie sie ausgesprochen werden, dann könntest du sie auch integrieren. Manche finden sie doch hilfreich und das kann man beim Pranayama machen oder in den Asanas oder zu Anfang der Meditation oder auch bei der Ujjayi-Meditation. Aber du musst wissen, wie sie ausgesprochen werden. Wenn du das weißt und du ansonsten diese Grundsattvaregeln bei der Ernährung beachtest und Meditation übst, gibt es aus meiner Sicht keine Bedenken, die Mantras zu rezitieren. Das wird oft in den Schriften noch etwas klarer gesagt, um die Menschen noch etwas mehr abzuschrecken. Und dass man es eben zum einen richtig ausspricht und eben auch Menschen, die immer wieder etwas tun, dass der Astralkörper ein bisschen mit Tamas, also mit all diesen Dingen, die sich auf die Nadis, die Energiekanäle, setzen, verunreinigt wird und dann arbeitet man mit sehr pointierten Energien und dann wird das immer wieder zugeschüttet. Samanu-Konzentration, ähnlich wie Jalandhara-Bandha, sind Sachen für jemanden, der sich daran hält, diese schlechtesten Sachen wegzulassen und regelmäßig meditiert. Ansonsten kann man mit anderen Konzentrationstechniken die Wechselatmung verbinden. Und typischerweise, wenn ihr keine Ausbildung habt, „Unterrichten von fortgeschrittenem Pranayama“, solltet ihr jetzt die Bija-Mantras auch nicht weitergeben. Für euch selbst, wenn ihr wisst, wie sie gehen, könnt ihr sie wiederholen.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
58 . Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Mantras für die Meditation

Frage: Welche Mantras sind für die Meditation geeignet, welche nicht?
Antowort: Ihr findet die Mantras für die Meditation im Yoga Vidya Kirtan-Heft unter der Nummer 699. Dort steht ein Kapitel „Mantras für die Meditation“ und „Mantraweihe“ und da stehen die Mantras, die in unserer Tradition – also Swami Sivananda und der klassischen Yogatradition, in der Shankaracharya Guru Parampara genutzt werden für die Meditation. Es gibt noch so ein halbes oder ein Dutzend weitere Mantras, die auch gehen, aber das sind so die populärsten, mit denen Menschen am besten umgehen können. Es gibt auch das Buch von Swami Vishnudevananda, „Meditation und Mantras“, da stehen noch ein paar mehr Mantras dabei, die man rezitieren kann. Das ist jetzt sicherlich keine lange Antwort darauf, da kann ich aber besonders darauf verweisen auf die Mantra-Meditation-Intensivwoche. Da gehen wir sehr detailliert darauf ein oder auch in unserer Yogalehrerausbildung werden diese ja auch behandelt. Oder nächste Woche gibt es auch noch mal um 19:00 Uhr am Mittwoch eine Info über die Mantraweihe und da wird auch noch mal auf die Mantras eingegangen. Da könntest du um 19:00 Uhr noch mal zu der Info hingehen, da wird dann noch mal ein bisschen mehr darüber erzählt.
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57 . Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Mantras vor der Meditation

Frage: Welche Mantras kann man vor der Meditation rezitieren?
Antwort: Es gibt viele Mantras, die man vor der Meditation rezitieren kann. Ich rezitiere ja vor der 7:00 Uhr Meditation, gerne „Om Gam Ganapataye Namah Om Sharavanabhavaya Namah“, das findet ihr unter der Nummer 612. Also, das kann man vor der Morgenmeditation rezitieren. Es gibt die längere Version „Pratah Smarami Hridi Samsphura Datma Tatwam“. Das rezitiere ich jetzt um 7:00 Uhr in dieser Woche nicht so, weil es gibt einige, die von 6:00 bis 7:30 Uhr durchmeditieren und wenn ich dort ein zu langes Mantra um 7:00 Uhr rezitiere, dann unterbricht das die Meditation doch noch mal etwas mehr. Gut, man könnte es natürlich um 6:00 Uhr rezitieren, aber es gibt eigentlich kein Mantra, das besonders nur für morgens ist. Es gibt dann auch das Patanjali-Mantra, das Shivakami rezitiert hat. Das findet ihr übrigens auch unter Blog.Yoga-Vidya.de und insbesondere, wo hier jetzt einige sind, die jetzt neu sind, bin ich eigentlich etwas zögerlich, die etwas schwieriger auszusprechenden Mantras zu behandeln. Aber ihr könnt es eben im Computer mithören und ihr wisst dann ja auch, wo das steht. Die kann man auch runterladen. Ihr könnt sie dort abspielen, runterladen auf MP3-Player oder sonst, wo auch immer ihr sie hinhaben wollt.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
56 . Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Warum aktive und konkrete Meditation?

Jetzt könnte man sagen, warum überhaupt aktive und konkrete Meditationstechniken? Denn letztlich kann man sagen, die abstrakte, passive Technik ist ja dem Nirvikalpa Samadhi am nächsten. Wir sitzen da und nehmen das wahr, was nicht bildlich fassbar ist, wörtlich fassbar ist und Gefühle sind. Das wäre eine direkte abstrakte, passive Technik. Mit großer Achtsamkeit ziehen wir unseren Geist weg von allem Konkreten, wir sind im reinen Sein. Warum üben wir nicht alle einfach so? Ihr wisst alle, der Mehrheit der Menschen fällt das nicht leicht, das länger als ein paar Sekunden zu machen. Nichtsdestotrotz, man könnte das auch bewusst steuern, indem man erst mit einer anderen Technik beginnt und wenn man merkt, der Geist ist in einem Bewusstseinszustand, der meditativ ist, dann wollen wir jetzt den Sprung bewusst machen. Und hier können wir auch sagen, entweder es geschehen die Sprünge von selbst oder wir tun etwas, um diese Sprünge zu machen, von verschiedenen Dharana-Zuständen zu Dhyana-Zuständen und Samadhi-Zuständen. Im Yoga ist auch etwas charakteristisch, dass die meisten aktiven Konzentrationsformen, mindestens die ersten drei, dass diese verbunden sind mit Prana-Aktivierendem. Also, wir wiederholen nicht einfach nur irgendeinen Klang wie „Kritschepisch“ oder so was ähnliches oder irgendein Wort wie „Eimer“, sondern wir nehmen eben ein Wort, das mit Prana aufgeladen ist, wie „Om Namah Shivaya“. Wir visualisieren nicht irgendetwas, irgend so ein Grün-Blau-Gemisch, sondern wir visualisieren etwas, was pranaaktiv ist. Wir erzeugen nicht irgendein Gefühl und richten uns nicht nur auf irgendein Gefühl, sondern eher in die Chakras hinein. Und so ist das eine Konzentration, die gleichzeitig verbunden ist mit Prana-Aktivierendem und wenn dieses Prana stärker wird, dann hebt sie den Geist in Dhyana hinein, ohne, dass wir etwas Besonderes tun müssen. Wir können aber auch den Sprung bewusst machen. Mit großer Achtsamkeit rufen wir erst diese aktive Form der Konzentration hervor, einschließlich auch aktiv abstrakt, indem wir über eine Frage nachdenken. Das ist wie, als ob wir Anlauf nehmen auf einem Sprungbrett. Und dann lassen wir plötzlich los. Und dann lassen wir uns hineinfallen in das, was jetzt geschieht. Dann sind wir vielleicht eine Weile im Nichts und dann tauchen wir in den Ozean von Freue hinein. Kann sein, dass wir dann drin bleiben und in Dhyana hineingehen und vielleicht noch weiter, es kann sein, dass wir zwar losgelassen haben, aber nicht im Ozean der Wonne gelandet sind, sondern im Kshipta-Zustand der Zerstreutheit oder im Mudha-Zustand der Trägheit. Dann sammeln wir wieder unsere Gedanken, wir konzentrieren uns, als ob wir einen neuen Anlauf nehmen. Oder es kann auch sein, dass wir ein paar Sekunden im Dhyana drin sind und dann wieder herausgekommen sind und dann nehmen wir einen neuen Anlauf, um wieder hineinzuspringen. Also, es geht entweder von selbst oder wir können es bewusst probieren. In jedem Fall, unabhängig davon, ob wir in Dhyana und Samadhi hineinfallen, ihr erinnert euch an vorgestern Abend, auch wenn wir im Bemühen um Dharana stecken bleiben oder eigentlich nicht stecken bleiben, sondern, das Bemühen von Dharana, von Konzentration entspannt üben, auch das hat gute Wirkungen auf Gesundheit, Prana, Entspannung und Herzensöffnung.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
54 . Teil einer Reihe von Vorträgen über Meditation. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Schritte der Meditation

Was jetzt auch hilfreich ist, dass man sich bewusst wird, die Schritte von Dharana zu Dhyana und zu Samadhi und letztlich von Samadhi zu Nirvikalpa Samadhi, sind eigentlich immer Schritte von der aktiven Meditation zur passiven und letztlich von der konkret passiven zur abstrakt passiven. Also angenommen, man wiederholt ein Mantra und man bemüht sich mit großer Intensität der Konzentration, diesen Klang aufrechtzuerhalten. Das ist dann Dharana, eine Möglichkeit von Dharana. Wenn man plötzlich das Mantra nur noch hört und nicht mehr aktiv das Mantra wiederholt, dann ist das Mantra zwar weiter da, aber wir erzeugen es nicht, ist es ein passiver Zustand – also nicht passiv im Sinne von faul, es ist mit großer Achtsamkeit und Bewusstheit, aber wir bemühen uns nicht, etwas dort aufrechtzuerhalten. Es kann sogar sein, dass das Mantra wegfällt und wir sind eben Gewahrsamkeit. Und wenn das Mantra ganz wegfällt, dann sind wir vom Auditiven weg und dann ist plötzlich nur noch Bewusstheit da. Und wenn das natürlich sehr weit wird, dann sind wir in Nirvikalpa Samadhi. Ähnlich auch, angenommen, wir visualisieren eine Kerzenflamme, Tratak. Erst schauen wir die Kerzenflamme an, dann schließen wir die Augen, wir rufen sie innerlich hervor, das ist dann aktiv. Und dann, mit großer Achtsamkeit, schauen wir, was vielleicht von selbst dort da ist und vielleicht sind wir dann ganz absorbiert in diesem Farbenspiel, welches da ist. Passiv, und damit sind wir in Dhyana. Wir verschmelzen mit diesem Licht oder Farbenspiel, dann sind wir in Sarvikalpa Samadhi. Alles Licht und Spürbewusstsein verschwindet und auch das Ego verschwindet, dann sind wir in Nirvikalpa Samadhi.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
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Abstrakte Meditation

Und dann gibt es abstrakte Meditationstechniken, die – könnte man sagen – haben etwas Auditives, aber es ist nicht einfach nur mit dem Klang arbeiten. Man fragt z.B., „Wer bin ich?“ oder, es gibt einen Schriftvers, „Satchidananda Swarupoham – Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.“ und darüber meditiert man. Mit diesem Klassifikationsschema könnte man alle Meditationstechniken irgendwo einsortieren.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
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Mischformen der Meditation

Mischformen sind im Yoga relativ häufig, eben auch deshalb, weil man ja, gerade wenn man einen Kurs gibt, will, dass alle etwas damit anfangen können. Wie ihr eben gesehen habt, die Hälfte funktioniert eben nicht über visuell. Die Hälfte funktioniert eben auch nicht über auditiv. Und die Hälfte kann mit rein gefühlsmäßigen Dingen auch nichts anfangen. So müssen also – wenn man in einem Meditationskurs etwas ansagt – irgendwo alle drei Elemente dabei sein, selbst wenn dann mal ein Element überwiegt. Das ist z.B. durchaus auch bei der einfachen Mantrameditation da. Also zum einen, man wiederholt ein Mantra, das ist auditiv. Dann beobachtet man, was man spürt, irgendwo der kinnästhetische Sinn. Oder was man auch sieht, was von selbst sich an Bildern auftut. Also alle drei sind irgendwo zusammen.
– Fortsetzung folgt in ein paar Tagen-
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Kinesthetische Meditationstechniken

Dann natürlich kinnästhetisch. Kinnästhetisch ist relativ häufig eher passiv. Man wird sich bewusst, was spürt man im Herzen, was spürt man im dritten Auge. Man richtet die Achtsamkeit in bestimmte Teile. Es ist aber auch möglich, dass man ein bestimmtes Gefühl bewusst hervorruft. Durchaus vielleicht auch mit einer Affirmation, vielleicht hineinatmen, ausstrahlen. Also, man erzeugt ein gewisses Gefühl.
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