Liebe ist Leben

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liebe-podcast-1440 Heute mal wieder ein kürzerer Podcast, damit du Zeit hast darüber zu reflektieren. Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, liest einen Abschnitt aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda. Lass diese Worte auf dich wirken, spüre ihre Bedeutung, lass sie dein Herz berühren. Swami Sivananda schreibt: „Lebe in der Liebe. Atme in der Liebe. Singe in der Liebe. Iss in der Liebe. Trinke in der Liebe. Bete in der Liebe. Meditiere in der Liebe. Denke in der Liebe. Bewege Dich in der Liebe. Stirb in der Liebe. Reinige Deine Gedanken, Dein Reden und Tun im Feuer der Liebe. Bade und tauche ein im heiligen Ozean der Liebe. Nimm den Honig der Liebe zu Dir und werde zu einer Verkörperung von Liebe.“ Mehr zum Thema Liebe auf http://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Dort findest du auch diesen Abschnitt über die Liebe. Und was ist Liebe überhaupt? Dazu erfahre einiges auf http://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe

Liebe als Leitsatz des Lebens

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liebe-podcast-1440Heute fange ich mit einer neuen Podcast-Reihe zum Thema Liebe an. Ich lese aus Swami Sivanandas Buch „Göttliche Erkenntnis“ aus dem Kapitel „Liebe“ und kommentiere da jeweils die einzelnen Verse. Swami Sivananda schreibt: „Liebe ist das Grundprinzip, ja das Grundgesetz des Lebens. Lieben heißt das Kosmische Gesetz erfüllen. Und das Kosmische Gesetz zu erfüllen, bedeutet ewigen Frieden und immerwährendes Glück. Diese Welt kam aus der Liebe. Sie besteht in Liebe. Sie löst sich letztlich in Liebe auf. Liebe ist die Triebkraft des Universums. Liebe ist Leben. Liebe ist Freude. Liebe ist Wärme. Liebe ist das goldene Band, das Herz an Herz und Seele an Seele bindet. Liebe ist konstruktiv und schöpferisch. Liebe bindet und baut auf. Liebe ist das Prinzip der Erneuerung. Liebe ist tatsächlich eine Substanz, die man vertrauensvoll verwenden kann. Liebe ist etwas, das konkret existiert. Wer das Gesetz der Liebe mit wissenschaftlicher Genauigkeit anwendet, kann Wunder wirken. Das Gesetz der Liebe ist eine viel großartigere Wissenschaft als jede moderne Wissenschaft. Das Gesetz der Liebe ist vorherrschend unter Heiligen und guten Menschen. Leben heißt lieben. Lieben heißt leben. Du lebst, um lieben zu lernen. Du liebst, um zu lernen, im Ewigen zu leben. Ein Leben ohne Glauben, Liebe und Hingabe ist trostlose Vergeudung. Es ist wahrer Tod.“ Dies ist ein fantastischer Text zum Thema Liebe. Du kannst ihn einfach auf dich wirken lassen. Reflektiere darüber, was er bedeuten kann. Und spüre jetzt und in diesem Moment Liebe. Erinnere dich an die Menschen, die du liebst. Denke an deine Liebe zur Natur, zu Gott, zur Schöpfung. Denke nicht nur daran, fühle es. Mehr zum Thema Liebe auf http://wiki.yoga-vidya.de/Liebe. Und was ist Liebe überhaupt? Dazu erfährst du einiges auf http://wiki.yoga-vidya.de/Definition_Liebe .

06 Liebe und Herzensverbindung – für mehr Freude und Glück

gluecklich-sein-300Froh zu sein bedarf es wenig – und wer froh ist, ist ein König. So lautet ein bekanntes Kinderlied. Und wie wirst du froh? Dazu bekommst du in diesem Glücklich-Sein Podcast viele Anregungen. Eine ist: Empfinde Liebe zu deinen Mitmenschen. Und wie geht das? Stelle eine Herzensverbindung her. Und wie geht das? Höre dazu diese Hörsendung an…

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Dies ist Yoga Psychologie praktisch angewandt – schreibe doch als Kommentar, wie dir das hilft. Oder hast du eigene Vorschläge? „06 Liebe und Herzensverbindung – für mehr Freude und Glück“ weiterlesen

Astralreise – Verlassen des Körpers

Heute Morgen hatte ich gesprochen über die einfacheren Astralerfahrungen, die man machen kann, wie z.B. eben visuelle Erfahrungen oder auditive, kinnästhetisches Wahrnehmen von Energien, von Auras, von Lichterscheinungen. Es kann aber noch weiter gehen, als nur einfach etwas zu spüren und Licht zu sehen und etwas zu fühlen oder Anahata-Klänge zu hören. Und das kann manchmal dann auch Menschen entweder verwirren oder auch irgendwo sie zu Fragen bringen. Es gibt z.B. die Möglichkeit, dass man eine Erfahrung jenseits des physischen Körpers macht. Eine so genannte OOB-Erfahrung, die so genannte „out of body experience„, wie es so schön heißt. Das sind dann die Astralerfahrungen. OOB, „out of body experience“, heißt, wir verlieren das Körperbewusstsein und das kann z.B. so beginnen, dass man dort sitzt und dann spürt man erst die Füße nicht, die Beine nicht, dann spürt man den Bauch nicht mehr, dann hat man das Gefühl, man kann die Hände nicht mehr bewegen und dann plötzlich spürt man sich außerhalb seines Körpers. Es kann sein, dass man einfach sich fühlt, als ob man jetzt nach oben frei schwebt. Es kann sein, dass man nach unten guckt und sieht seinen eigenen Körper unten und vielleicht die anderen im Raum auch. Es kann sein, dass man sich irgendwo sehr erhaben nach oben geschleudert fühlt. Ich kann ja mal fragen. Wer von euch hat schon mal so eine Erfahrung gehabt? Gar nicht mal so selten. Und wenn das geschieht, gibt es im Wesentlichen zwei Ratschläge. Das eine ist, dankbar zu sein und das zweite ist, einfach meditieren mit der bisherigen Technik. Und ob wir jetzt auf dem Boden sitzen oder in der Luft schweben, wir können weiter unser Mantra wiederholen.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
122. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Astrale und spirituelle Erfahrungen in der Meditation

Ich wollte heute Abend weiter sprechen über Astralerfahrungen in der Meditation und über spirituelle Erfahrungen in der Meditation.
Wenn wir regelmäßig meditieren, dann geschieht es, dass wir Kontakt finden zu subtileren Wirklichkeiten, zu höheren Wirklichkeiten. Schließlich ist ja das Ziel der Meditation, irgendwann jegliche Identifikationen zu überwinden und zu erkennen, „Ich bin nicht beschränkt auf diesen Körper. Ich bin nicht beschränkt auf diese Persönlichkeit. Ich bin nicht beschränkt auf Denken und Fühlen. Ich bin das unsterbliche Selbst, das Ewige, Unveränderliche, das Absolute.“ Und der Unterschied zwischen Astralerfahrungen und spirituellen Erfahrungen ist, dass bei Astralerfahrungen das Ego und die Identifikation eine wichtige Rolle spielen und dass wir das, was wir erfahren, sehr stark auf uns selbst beziehen und auch  das, was wir erfahren, letztlich erfahrbar ist in Zeit, Raum und auch in Bezug auf uns selbst und in den fünf Sinnen. Währenddessen spirituelle Erfahrungen gehen jenseits von Zeit und Raum und sie gehen jenseits des Egos, sie gehen jenseits der Identifikationen und öffnen uns so zu einer wirklich tiefen Wirklichkeit.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
121. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Mentale Meditation Reinigungserfahrungen

Dann gibt es die mentalen Reinigungserfahrungen, die ich nur kurz ansprechen will. Manchmal geschieht es, dass man in der Meditation, wenn man die Meditation erhöht, die Zeit der Meditation erhöht, nicht weniger Gedanken hat, sondern es gibt eine Phase, da gibt es mehr Gedanken. Und wenn eine solche Phase kommt, dann gilt es zu beachten, dass das ganz normal ist. Das ist jetzt nicht, dass die Meditationstechnik schlecht ist, sondern es kann einfach sein, man intensiviert die Praxis und dann werden aus dem Unterbewusstsein Dinge an die Oberfläche des Geistes gebracht und dann denkt man mehr. Und wenn man das weiß, dann kann man damit umgehen. Natürlich, diese mentale Reinigung sollte nach ein paar Tagen abgeschlossen sein, ansonsten gilt das, worüber ich gestern Abend gesprochen habe, noch mal überlegen, „Was kann ich tun, um meine Meditation zu vertiefen?“

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
115. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Schizophrenie und Meditation

Eine zweite Sache bei psychischen Erkrankungen, hatte ich auch schon gesprochen, wenn jemand neigt zu entweder Schizophrenie oder schon mal Drogen genommen hat und dann zu Flashs neigt, dann würde man eben solche Techniken, die außergewöhnliche Wahrnehmungen begünstigen, nicht so machen. Also, jemanden, der eine Geschichte von Schizophrenie hat, würde man davon abraten, Ausdehnungsmeditation zu üben oder auch bestimmte Formen der Energiemeditation.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
109. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Schwangerschaft und Meditation

Ich hatte auch schon Fälle gehabt, wo mir eine Teilnehmerin gesagt hat, seit sie meditiert, ist es ihr morgens immer übel und ihr Appetit ist ganz komisch geworden und ihre Periode ist ausgeblieben. Ihr wisst, was ich dann geraten habe? Sie möge bitte einen Schwangerschaftstest machen. Und tatsächlich, sie war schwanger gewesen. Aber sie hat halt parallel mit ihrer Schwangerschaft mit Meditation angefangen. Allerdings, das Interessante war, sie hat daran nicht gedacht, weil sie seit fünfzehn Jahren mit dem gleichen Partner zusammen war, seit fünfzehn Jahren versucht hat, schwanger zu werden und längst nicht mehr geglaubt hat, dass dies möglich sei. Vielleicht hat ja die Meditation hier irgendwelche körperlichen Anpassungsprozesse bewirkt, vielleicht aber auch nicht. Es gibt auch Menschen, die nicht meditieren und die fünfzehn Jahre mit dem gleichen Partner versuchen, schwanger zu werden und nach fünfzehn Jahren klappt es. Die Mutter von Maria oder so ähnlich, die muss, glaube ich, fünfzig oder sechzig gewesen sein, bevor sie erstmals schwanger wurde. Das ist jetzt berichtet in der Bibel, da gibt es jetzt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass dem so war, aber es gibt es sehr wohl im realen Leben. Shri Karthikeyan hat so schön gesagt, manchmal verlieren Menschen, die mit spiritueller Praxis beginnen, ihren gesunden Menschenverstand. Und als Kursleiter und Yogalehrer sollte man dazu helfen, dass Menschen diesen wiedergewinnen.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
102. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Körperliche Reinigungserfahrungen durch Meditation

Körperliche Reinigungserfahrungen in der Meditation an sich – insbesondere, wenn man sanft meditiert, also fünf Minuten am Tag oder zwanzig oder dreißig Minuten oder zweimal zwanzig Minuten – sind eigentlich relativ wenige, wo man jetzt sagen müsste, da muss man besonders darauf achten. Also, durch ein paar Minuten oder eine halbe Stunde Meditation am Tag gibt es jetzt wenig körperliche Reinigungserfahrungen, die einer außergewöhnlichen Beachtung bedürfen würden. Das ist vielleicht anders, wenn man eine Stunde Asanas übt, da können manche Schutzverspannungen sich lösen, es kann auch mal ein vorübergehendes Kopfweh passieren und Heilprozesse werden in Gang gesetzt. Und da kann es auch mal eine vorübergehende Übelkeit oder so etwas geben oder ein bisschen Unwohlsein oder der Stuhlgang kann mal beschleunigt werden oder bei intensiver Hatha-Yoga-Praxis können auch verschiedene Reinigungsprozesse in Gang gesetzt werden, vor allem, wenn man früher seinen Körper irgendwie missbraucht hat, im Sinne von Stoffe zu sich genommen, die für den Körper nicht so gut sind und die vielleicht noch irgendwo im Gewebe sind. Für all das kann Hatha-Yoga Reinigungsprozesse in Gang setzen, die dann auch mal vielleicht vorübergehende Ausschläge geben. Bei der Meditation gibt es eigentlich damit wenig zu beachten und die körperlichen Reinigungsprozesse, die durch die Meditation ausgelöst werden, sind relativ langsam und harmonisch, sodass also hier keine Probleme entstehen oder auch nichts, worauf man besonders achten müsste. Anders wäre es natürlich, angenommen man intensiviert die Meditation und Menschen meditieren nicht nur zwanzig, dreißig Minuten, sondern sie meditieren ein oder zwei Stunden am Stück, dann kann es auch solche Sachen geben, wie mal ein vorübergehendes Kopfweh, eine vorübergehende Müdigkeit, vorübergehende Schutzverspannungen, die aufgelöst werden, sodass tiefere Verspannungen dort kommen. Die sind bei der Meditation allein eher angenehm. Es gibt aber ein paar Phänomene, über die man Bescheid wissen sollte. Z.B. manchmal sagen Menschen, wenn sie meditieren, kriegen sie Kopfweh. Woran sollte man als erstes denken? Dass sie sich auf das dritte Auge konzentrieren und mit den Augen hinschauen nach oben. Das gibt es zwar auch als eine Augenhaltung, als eine Mudra, nennt sich Shambhavi Mudra, ist aber für die meisten Anfänger eher mit Verspannungen verbunden und führt zu Kopfweh. Weshalb man in der Meditation sagt, wir wollen nicht die Augen fixieren auf das dritte Auge, sondern wir wollen die Augen ganz entspannen, wir wollen weit ins Unendliche gucken, eventuell leicht nach oben und dann ist nur die Achtsamkeit im dritten Auge, aber die Augen schauen weit weg. Und fast immer, wenn jemand sagt, dass er in der Meditation Kopfweh bekommt – insbesondere wenn es nicht zu lange und sehr häufige Meditationssitzungen sind – dann hängt es damit zusammen, dass die Augen zum Punkt zwischen den Augenbrauen sich richten und dann gilt es eben, weit hinzuschauen oder ins Herz hinein zu fühlen.

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100. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Ebenen der Meditation Reinigungserfahrungen

Zunächst die Reinigungserfahrungen. Auf der Ebene der Reinigungserfahrungen kann man wiederum verschiedene unterscheiden. Es gibt die körperlichen Reinigungserfahrungen, es gibt die energetischen, es gibt die emotionalen und es gibt die mentalen.

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99. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Reinigungserfahrungen in der Meditation

Ich möchte heute Morgen sprechen über verschiedene Reinigungserfahrungen und astrale Erfahrungen, die auftreten können, wenn man regelmäßig meditiert und dabei eben auch Tipps geben, wie man damit umgeht oder wenn ihr Teilnehmer habt, was ihr euren Teilnehmern raten könntet. Den Teilnehmern, die anfangen zu meditieren oder schon eine Weile meditiert haben und bestimmte Erfahrungen machen. Meditation ist ja nicht nur etwas Entspannendes, etwas, was einem hilft, mehr Energie zu bekommen, Zugang zur Kreativität zu bekommen, das natürlich auch, aber Meditation ist eben auch etwas Transformatorisches. In der Meditation wollen wir die Grenzen unserer Identifikationen transzendieren, wir wollen jenseits dessen gehen, was uns bisher bekannt ist und wir wollen das erfahren, was eine höhere Wirklichkeit ist. Und das Schöne ist, nicht nur wollen wir es erfahren, sondern wir können es auch erfahren. Und jeder, der regelmäßig meditiert, wird bestimmte Erfahrungen machen, die anders sind als das normale Alltagsbewusstsein und das ist die Großartigkeit der Meditation. Wir hatten gestern einiges gesprochen über die Hinderniserfahrungen und wie man bestimmte Hindernisse in der Meditation angehen kann, wie man an ihnen wachsen kann, wie man jenseits von ihnen gehen kann und dann gibt es verschiedene Reinigungserfahrungen, astrale Erfahrungen und spirituelle Erfahrungen, die kommen.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
98. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Das Ego als schwierigstes Hindernis für die Meditation

Es gibt noch ein nächstes Hindernis, das ein sehr schwieriges Hindernis ist und das von allen Hindernissen am schwierigsten zu überwinden ist, worüber ich aber jetzt am wenigsten sprechen werde, was euch sicherlich freut, und das ist so das Ego. Das Ego, das sich identifiziert. Wir identifizieren uns mit unseren Gedanken. Wir identifizieren uns mit unserer Persönlichkeit. Wir identifizieren uns mit unserer Meditationserfahrung. Wir identifizieren uns, was für ein großartiger Hecht wir sind. Natürlich, wir können uns auch identifizieren, wie schlimm wir sind, auch das. Es gibt eben sattvige, rajasige und tamasige Identifikationen. Wir können sagen, von den Hindernissen gibt es erstmal tamasige Hindernisse. Müdigkeit. Rajasige Hindernisse. Unruhe. Und dann gibt es das Ego und das Ego selbst kann sattvig, rajasig, tamasig sein. Tamasig, „Ich tauge nichts. Das packe ich nie. Ich bin kein guter Aspirant.“ Rajasig ist, „Ich bin ein besserer Aspirant als alle anderen. Ich kann viel früher aufstehen.“ oder „Denen werde ich es zeigen mit meiner Meditation.“ Und dann gibt es das so genannte sattvige Ego. Es gibt ein positives sattviges Ego, wo man weiß, „Ich bin das unsterbliche Selbst, aber ich habe jetzt diesen Körper und diesen Geist und mit denen muss ich halt jetzt handeln.“ und dann ist ein gewisses sattviges Ego da. So ähnlich wie man auch mit einem sattvigen Ego mit seinem Fahrrad umgehen kann. Es ist ein Fahrrad und man kümmert sich um das Fahrrad. Mit dem Fahrrad kann man irgendwo hin fahren, aber „Ich bin nicht das Fahrrad.“ Und wenn jemand das Fahrrad klaut, ist es jetzt auch nicht das Ende der Welt. Es gibt Menschen, die haben eine sehr große Identifikation mit dem Fahrrad. Ich kannte mal jemanden, dem wurde das Fahrrad geklaut, aber es war versichert. Was hat der sich darüber aufgeregt, dass sein Fahrrad gestohlen wurde. Es war kein materieller Verlust. Es war nur sein Fahrrad. Manche Menschen stellen da ja alles Mögliche mit an. So identifizieren sich viele mit dem Körper. Und dann gibt es ja auch die Identifikation mit Sattva. „Ich esse nur hundert Prozent biologisch, organisch, makrobiotisch, ayurvedisch Veganes. Ich lasse mir die Haare nur schneiden bei abnehmendem Mond und nur, wenn die Sonne nicht in einer bestimmten Konstellation ist. Und ich kleide mich nur in Baumwolle usw.“ Grundsätzlich sind das ja keine schlechten Grundsätze, nur irgendwann identifizieren wir uns damit. Wir identifizieren uns nicht mehr mit dem höchsten Selbst, sondern vergessen, all das, was wir tun, ist ein Mittel zum Zweck, nämlich zum Höchsten hin zu kommen. Und stattdessen besteht unser Leben nur noch aus unserer Identifikation mit Sattva und Sorge darum, dass ja auch nichts Unsattviges geschieht. Und dann wird man vielleicht unflexibel. Und letztlich wird man vielleicht zum Ärger für seine Mitmenschen. Eine gewisse Konsequenz ist gut, nicht, dass ihr mich missversteht. Aber im Hintergrund einer guten Konsequenz, ist ein gesunder Menschenverstand gut, eine Flexibilität und auch ein spielerischer Umgang. Und wie weit der spielerische Umgang geht, müsst ihr natürlich dann auch sehen. Und insbesondere ist es immer wieder wichtig zu wissen, alles, was wir auf dem spirituellen Weg tun, ist Mittel zum Zweck. Zweck ist, das Höchste zu erreichen und Mittel können wir auch irgendwann aufgeben, können wir irgendwann loslassen, sollten wir sogar loslassen, sollten wir irgendwann aufgeben. Und was weiterhilft, ist das Bewusstsein, „Ich bin jetzt das unsterbliche Selbst. Alles andere ist Lila und Spiel. Ich brauche mich und die anderen nicht so unter Druck zu setzen.“ Übrigens auch evangelisches Christentum kommt ja auch zu was Ähnlichem. Ich bin ja manchmal im Gespräch mit unserem Pfarrer und anderen Christen. Da wird oft vorgeworfen, „Ihr Yogis, ihr setzt euch unter Leistungsdruck. Ihr wollt euch die Erleuchtung erarbeiten. Wir Christen gehen davon aus, Jesus schenkt sie uns. Wir brauchen nichts dafür zu tun. Wir sind jetzt schon erlöst. Wir brauchen es nur zu glauben.“ Im Grunde genommen ist es das Gleiche. Wir sind jetzt schon frei, erlöst, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, sagen Yogis und würden mindestens die evangelischen Christen so sagen und ansonsten, wir praktizieren, wir tun. Und das Ganze können wir entweder nennen, es ist Lila oder einfach Gottes Aufgabe für uns auf dieser Welt. Auch wenn wir schon erlöst und befreit sind, irgendeinen Grund gibt es, dass wir trotzdem auf der Welt sind und da machen wir eben das, was nötig ist.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
97. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Umgang mit dem inneren Schweinehund

Genauso, noch ein anderes Beispiel, wir haben auch eine Eigenschaft, die wird manchmal als innerer Schweinehund bezeichnet. Mit dem werdet ihr vielleicht konfrontiert, wenn ihr euch entschließt, morgens um 5:00 Uhr auf zu sein für die Homa. Oder eine halbe Stunde früher aufzustehen, um Pranayama zu üben noch vor der 6:00 Uhr Meditation. Oder vielleicht ab und zu mal, ich bin ja im 7. Stock, dann gucke ich runter, dann sehe ich ein paar Menschen mit ihren Thai Chi Bewegungen unten um 5:30 Uhr. Manche nehmen sich das vor und machen es und manche machen es nicht. Und viele sagen, „Das war mein innerer Schweinehund, der mich davon abgehalten hat.“ Ist der innere Schweinehund schlecht? Also ich kann euch sagen, wenn ich den nicht hätte, dann hätte ich mich längst schon ruiniert. Den braucht man so im Inneren. Der will so ein bisschen verhindern, dass wir uns überfordern. Das ist so ähnlich wie die Mami, die den Kindern immer gesagt hat, „Ach Junge, zieh dir doch noch einen Mantel an.“ Man hat den Mantel wenigstens angezogen bis Mami weggeguckt hat und dann hat man ihn wieder ausgezogen, aber man hat es mindestens in Erwägung noch mal gezogen, ob es die Mühe wert ist, den noch auszuziehen. Und so ähnlich auch, der innere Schweinehund hat auch seine Funktion und wir können also sagen, „Ich danke dir, dass du willst, dass ich mich nicht überfordere. Ich habe die Botschaft verstanden. Ich stehe trotzdem auf.“ Wir sind trotzdem Chef in unserem Haus.  Und wir haben unsere Ratgeber, wir haben die verschiedenen Anteile in uns, die bestimmte Anliegen haben, die es alle uns gut gehen lassen wollen, es aber halt nicht anders wissen. Und dann tief im Inneren gibt es noch etwas, das ist die spirituelle Sehnsucht, die zum Höchsten führen will. Und diese Stimme dürfen wir nicht von den anderen zu ungehört werden lassen. Also ihr sehr, ich habe da eine etwas andere Einsicht, als die Vorstellung, es gibt Gutes und Schlechtes in uns. Ich bin da etwas mehr Adwaita, nondual, alles ist irgendwo gut. Wir müssen nur lernen, es in den richtigen Kontext zu setzen und nicht alles so zu nehmen, wie es oberflächlich zu sein scheint.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
95. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Verschiedene Arten der Mantra Meditation

Wir können uns auf den Kilaka-Aspekt des Mantras konzentrieren. Und Kilaka ist der Pfropfen des Mantras. Und es heißt, dass ein Mantra diesen Pfropfen langsam löst. Und das heißt, wir können uns so vorstellen, mit dem Mantra reinigen wir uns. Das kann man sich auch vorstellen. Einatmen, das Mantra ist so, als ob man Wasser in uns hineingießt und dann ausatmen, das Mantra und das Wasser geht raus. Und dann kann man sich freuen, wenn da zwischendurch komische und dumpfe Gedanken kommen, die lässt man dann rausströmen. Und ein Mantra hat auch ein Bija. Und wir können uns auch auf den Bija-Aspekt des Mantras konzentrieren. Und der Bija-Aspekt des Mantras ist die Essenz des Mantras. Wir machen uns bewusst, wir wollen mit dem Mantra zur höchsten Verwirklichung kommen. Und ein Mantra drückt diese höchste Verwirklichung aus. Und wir könnten z.B. auch nach dem Mantra eine Pause machen. Wie wiederholen „Om Namah Shivaya“, einen Moment Pause, „Erfahre ich jetzt das Höchste?“ Und dann „Om Namah Shivaya“. Es war noch nicht der Moment. Noch mal. „Om Namah Shivaya“. Pause. „Ist jetzt das Unendliche erfahrbar? Und wenn noch nicht, dann noch mal, „Om Namah Shivaya“. Wenn ihr das mit großer Intensität macht, ich garantiere euch, ihr erfahrt immer wieder dieses Unendliche, denn es ist jetzt da. Wir müssen nur unser Herz dafür öffnen und unsere Achtsamkeit öffnen. Das sind jetzt nur einige Weisen, wie man mit dem Mantra zusätzlich arbeiten kann. Und es gibt auch andere Weisen, wo wir praktisch bewusst Dharana und Dhyana üben. Ich nenne das gerne, es ist so, als ob wir einen Sprungturm hochgehen und da ist das Sprungbrett und da nehmen wir Anlauf und springen dann runter. Und das ist so wie Dharana und dann schließlich Dhyana und wenn wir dann ins Wasser fallen, dann sind wir in Samadhi, der Ozean wird oft als Symbol für das Unendliche genommen. Das kann man so sehen, wir wiederholen das Mantra ganz entspannt. „Om Namah Shivaya“ Und dann intensivieren wir die Konzentration, als ob alles jetzt davon abhängt, dass wir jetzt und in diesem Moment wirklich das Mantra mit jeder Phase unseres Wesens rezitieren. Und dann lassen wir plötzlich los. Wir springen runter. Vielleicht geht das Mantra noch von selbst, vielleicht gibt es kein Mantra mehr und wir wollen wieder erfahren das Unendliche. Und da bleiben wir solange drin, bis unser Geist wieder anfängt, Gedanken oder Müdigkeit zu erzeugen, dann entspannen wir wieder, so als ob wir langsam den Sprungturm hochgehen, „Om Namah Shivaya“ und beobachten, was da sonst noch alles an Faszinierendem in unserer Welt passiert, vielleicht warten ja noch ein paar vor uns und dann kann man halt langsam hochgehen. Und dort können wir ruhig unseren Geist ein bisschen Freiheit lassen. Und dann sind wir wieder oben. Und jetzt große Konzentration. „Om Namah Shivaya“ und dann springen wir runter.

– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
83. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Kundalini Meditation

Und da bietet es sich auch an, das Mantra eben mit KundaliniMeditationstechniken zu verbinden. Einige von euch kennen die Nadi-Harmonisierungsübung. Mindestens alle, die die Meditationskursleiterausbildung mitmachen. Es sind ja jetzt auch ein paar Gäste dabei. Und dort haben wir ja gestern Morgen um 6:00 Uhr diese Technik geübt. Kann man auch eben als Übungsanleitung auf unseren Internetseiten sich hineinführen lassen. Oder man kann es mit der Energiemeditation verbinden, wo ich ja heute so ein bisschen begonnen habe, bevor wir zur kombinierten Mantrameditation gegangen sind.

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81. Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Variiere deine Meditation von Zeit zu Zeit

Eine andere Methode wäre es, dass man die Haupttechnik, die man hat, irgendwie anreichert mit anderem. Ich werde mal so ein Beispiel geben. Die Mehrheit der hier Anwesenden wird mit einem Mantra meditieren. Ich kann mal fragen, wer von euch meditiert, wenn er für sich meditiert, hauptsächlich mit einem Mantra? Hat mich also der Eindruck nicht getäuscht und vermutlich ist die Mantrameditation langfristig für die Mehrheit der Menschen wirklich besonders gut. Sie erweckt Prana, die Shakti. Es ist etwas, was den Geist irgendwie fasziniert und was durch den Klang irgendwo zu einer Ruhe führt. Man verbindet sich mit dem Mantra mit einer höheren Wirklichkeit. Man kann es mit einem Bhakti verbinden usw. Und das will ich jetzt mal an diesem Beispiel des Mantras noch etwas weiter ausbauen. Und natürlich, angenommen, ihr meditiert mit einer anderen Technik und das ist eure Haupttechnik, dann könnt ihr vielleicht da Anregungen daraus holen, wie ihr eure Technik vielleicht so ein bisschen abwandeln könnt. Man kann z.B., wenn man das Mantra wiederholt, sich auf den Rishi-Aspekt des Mantras mehr konzentrieren. Die meisten, die ein Mantra wiederholen, nehmen irgendwann eine Mantraeinweihung. Die Mantraeinweihung ist dann normalerweise auch in einer Tradition von einem bestimmten Meister. Dann kann man das Mantra wiederholen und gleichzeitig an den Meister denken, in dessen Tradition man das Mantra bekommen hat. Oder man kann an alle kosmischen Meister denken, während man das Mantra wiederholt. Dann kann man es verbinden mit Ishta Devata. Ishta Devata ist der Bezug zu Gott, den man hat. Der Herzensbezug zu Gott, kann man auch sagen. Ishta heißt Liebe und damit steckt der Herzensbezug dahinter. Also wir können ein Mantra z.B. auch sehen als ein Gebet an Gott. Und wie auch immer wir Gott da sehen, wir können das Mantra wiederholen und an Jesus denken, wir können das Mantra wiederholen und uns die kosmische Energie vorstellen oder wir können uns Krishna oder Shiva vorstellen oder wie auch immer wir uns Gott vorstellen wollen. Mantra ist auch eine Anrufung Gottes. So wie wir es heute in der Meditation gemacht haben, wo ich so gesagt habe, die Chakras sind wie Verbindungen zu einer höheren Wirklichkeit und mit dem Mantra stellt man die Verbindung her. Dort könnte man auch, wenn man es so macht, das Ganze verbinden, wie als ob man Gott anruft. So wie ein Kind schreit, „Mami“. Und was macht die Mami? Sie rennt gleich – vielleicht nicht immer. Manchmal hat die Mutter auch was anderes zu tun, als gleich zu rennen. Aber wenn das Kind laut genug schreit, „Mami“, dann irgendwann rennt die Mami und Papi rennt genauso. Natürlich, Kind braucht einfach nur zu schreien, muss noch nicht mal „Mami“ oder „Papi“ schreien, dann kommen sie beide angerannt. Und so können wir auch sagen, Ishta Devata, wenn unser Bezug wie zu Mami oder Papi ist, Vater unser oder kosmische Mutter, können wir uns so mit dem Mantra daran wenden. Wir können uns natürlich auch einfach auf den Matra-Aspekt des Mantras konzentrieren, also den Klang. Wir können dann wirklich ganz konzentriert „Om Namah Shivaya“ sagen. Fortgeschrittene Meditierende können auch das Mantra entweder verlangsamen oder beschleunigen und bei Müdigkeit ist oft was besser? Beschleunigen. Man kann bis zu 27 Mal das Mantra einatmen und 27 Mal das Mantra ausatmen. Oder man kann es gleich noch mit Sukha-Pranayama verbinden. Z.B. dann 27 Mal das Mantra einatmen, oder noch besser, 36 Mal einatmen, 36 Mal anhalten, 36 Mal ausatmen. Das ist eine Japa Mala. Das ist dann schon sehr schnell, da ist der Geist schon sehr gefordert hier. Man kann es aber auch verlangsamen, auch das ist möglich. Man kann es mal beschleunigen und mal verlangsamen. Damit seht ihr auch, wir können es mit dem Atem unterschiedlich verbinden, darüber haben wir schon gesprochen. Wir können uns dabei auf den Shakti-Aspekt des Mantras konzentrieren. Also, wir können uns bewusst machen, Mantra ist Kraft.
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80 . Folge der Niederschrift von Mitschnitten einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

Konzentration für die Meditation

Und als nächstes können wir an unseren Dhyana-Techniken arbeiten, also Dharana und Dhyana. Dharana ist die Konzentrationstechnik und manchmal hilft es, so bewusst sich zu überlegen, „Wie könnte ich vielleicht meine Meditation interessanter machen?“ Z.B., manchen hilft es, dann die Meditation mit Tratak zu verbinden. Tratak hat allgemein eine Wirkung, um den Geist zu erheben und unser Herz zu öffnen und dieses innere Licht zu entzünden. Und das kann man auch mit Mantra verbinden oder was auch immer die Technik sein mag. Selbst eine Achtsamkeitsmeditation kann man mit offenen Augen machen. Z.B. manche Zen-Meditationen, die halten die Augen offen. Denn sie sagen, die Augen zu schließen, hat eine gewisse Neigung, den Geist zur Trägheit zu führen, insbesondere wenn man ansonsten gar nichts macht mit dem Geist.
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79. Folge der Mitschnitte einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

 

Samadhi als Erfahrung der Ewigkeit

Man kann sagen, Samadhi ist so was wie die Ewigkeitserfahrung. Wenn wir vierundzwanzig Minuten die Ewigkeitserfahrung aufrechterhalten, dann war es Samadhi. Aber wenn wir nur zwanzig Minuten Ewigkeitserfahrung hatten, dann war es kein Samadhi. Daraus erseht ihr meine Meinung dazu. Theoretisch ist Samadhi auch nur zwei Sekunden. Wenn es wirklich Samadhi war, transformiert auch nur eine Sekunde Samadhi unser ganzes Leben. Denn diese eine Sekunde ist die Ewigkeit. Ob man nachher vom Standpunkt des Wachbewusstseins feststellt, dass da eine Sekunde oder zwei Stunden vergangen sind, ist dort unerheblich. Wenn man in Samadhi ist, ist man in dem Moment in der Ewigkeit. Und wenn man das Gefühl hatte, man war zwanzig Minuten in Samadhi, dann war man nicht in Samadhi. In Samadhi war man nur, wenn man zum einen in der Ewigkeit war und zum anderen nur, „Eternitiy and just a flash. – Ein Augenblick und doch die Ewigkeit.“
– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
77. Folge der Mitschnitte einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

 

Tiefere Aspekte der Mantra-Meditation: Dhyana und Samadhi

Das ist eine Frage, die mir häufig gestellt wird, „Wenn ich jetzt in die Meditation tief hineinkomme und dann das Mantra plötzlich nicht mehr da ist, was mache ich dann?“ Antwort, „Dankbar sein.“ Man hat eine Tiefe erreicht. Die Frage hängt natürlich auch mit etwas zusammen. Wenn man eine Mantraweihe hat, dann verpflichtet man sich ja innerlich, von dem Moment an jeden Tag das Mantra zwanzig Minuten lang zu wiederholen. Was jetzt, wenn man so tief in die Meditation hineingeht, dass man zehn Minuten das Mantra nicht wiederholt? Das zählt auch als Mantrameditation. Wenn man über das Mantra in einen Bewusstseinszustand kommt von großer Bewusstheit, Ausdehnung, Wonne und man kann sagen Gottesnähe oder wie auch immer man es ausdrücken will und dabei die wörtliche Wiederholung des Mantras wegfällt, ist man immer noch im Mantra, nämlich im subtilen Aspekt des Mantras, eben ind dieser Einheitserfahrung. Und das kann man dann auch geschehen lassen. Und dann passiert es ja typischerweise, dass man in diesem höheren Bewusstseinszustand nicht die ganzen zwanzig Minuten oder dreißig Minuten verharrt, irgendwann fällt man vielleicht wieder raus, und was macht man dann? Man wiederholt weiter das Mantra. Freude, Liebe, Energie ist da, wenn man nur eine Minute in einem solchen Dhyana-Zustand war, selbst wenn das nur eine Sekunde war. Diese eine Sekunde in einem Dhyana-Zustand ist ja letztlich wie eine Ewigkeit. Und wenn man danach noch zehn Minuten das Mantra wörtlich wiederholt, ist das ja voller Energie und Enthusiasmus, Dankbarkeit und Gottesnähe. Manchmal sagt man, zwölf Sekunden Konzentration ist Dharana, zwölf mal zwölf Sekunden Konzentration ist Dhyana und zwölf mal zwölf mal zwölf Sekunden voller Konzentration ist Samadhi. Was dann in etwas heißt, 12 Sekunden Dharana, zwei Minuten Dhyana und vierundzwanzig Minuten ist Samadhi. Aber der Swami Vishnu hat von diesen Zahlen nicht so viel gehalten. Man will öfters irgendwas in Zahlen fassen.
– Fortsetzung dieser Meditation Vorträgsreihe folgt in ein paar Tagen-
76. Folge der Mitschnitte einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya..

 

Kombinierte Mantra-Meditation

Gut, kombinierte Mantrameditation. Es gibt natürlich verschiedene Weisen, mit Mantras zu meditieren. Und jetzt, wenn dort steht, kombinierte Mantrameditation, meine ich dort eine konkrete Meditationstechnik und das war die Meditationstechnik, die der Swami Vishnu am meisten unterrichtet hat. Man kann sogar sagen, in achtzig Prozent der Fälle, wo der Swami Vishnu Meditation angeleitet hat, war es die kombinierte Mantrameditation. Kombiniert heißt, man verbindet Atmung, Mantra und Chakra. In einem ganz einfachen Sinne heißt die kombinierte Mantrameditation, man wählt sich ein Chakra aus, typischerweise das Herzchakra oder den Punkt zwischen den Augenbrauen. Da kann ich hier gerade mal fragen, wer von euch konzentriert sich, wenn er zwischen den beiden Punkten die Wahl hat, eher auf das Herzchakra? Wer von euch konzentriert sich eher auf den Punkt zwischen den Augenbrauen? Das sind in der Gruppe drei Viertel auf den Punkt zwischen den Augenbrauen und ein Viertel aufs Herz. Man konzentriert sich auf eines der beiden und dann macht man den Atem ruhig. Drei bis vier Sekunden lang einatmen, drei bis vier Sekunden lang ausatmen und so sanft, wie es gerade noch harmonisch geht. Also so ein Kevala Kumbhaka auch dabei, aber nicht übertreiben und dort eben dann das Mantra wiederholen. Das ist die Grundtechnik der kombinierten Mantrameditation. Man kann es dann auch noch verbinden. Man kann zuerst sich auf die Bauchatmung konzentrieren und dann die Energie fließen lassen vom Bauch zum Herzen und zur Stirn und so ein paar Mal hoch und runter oder man kann es kreisförmig, wie in der Energiemeditation zunächst machen und dann anschließend zum Herzen oder zum Punkt zwischen den Augenbrauen. Man kann das noch verbinden, indem man sagt, „Herzchakra und Punkt zwischen den Augenbrauen sind Verbindungen zu einer höheren Wirklichkeit, zum höheren Selbst, zum unendlichen Bewusstsein, zum Göttlichen und das Mantra ist wie ein Schlüssel, über den man diese Tür öffnet, dass die Verbindung spürbar wird.“ Und dann kann man noch den Teilnehmern sagen, mit großer Achtsamkeit sollen sie das Mantra im Chakra spüren und sich dabei bewusst werden, was sie fühlen. Visuell orientierte Menschen können sich dort ein Licht noch vorstellen oder in Indien würde man sich dann auch noch das entsprechende Bild vorstellen des Aspektes Gottes. Oder man kann sich den Meister vorstellen, während man das Mantra wiederholt, dass er im Herzen ist. Oder was auch immer für einen da steht, wenn man eben visuell orientiert ist. Gefühlsmäßig orientierte Menschen spüren, was sie fühlen, während sie das Mantra im Chakra wiederholen. Man kann vielleicht sogar Liebe in diese Wiederholung des Mantras hineinstecken. Und rein klangmäßig orientierte Menschen wiederholen einfach das Mantra im Herzen oder im Punkt zwischen den Augenbrauen. Das ist also im Wesentlichen die kombinierte Mantrameditation, die dann irgendwann auch dazu führen kann, dass das Mantra wegfällt.
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Spezielle Atmung während der Meditation für mehr Wachheit

Eine nächste Möglichkeit ist Pranayama, die Atmung während der Meditation. Und einige Menschen sprechen ja auf Atemübungen besonders gut an und dann kann es hilfreich sein, praktisch in die Meditation Atemübungen mit einzubauen. Ich hatte ja von Sukha-Pranayama gesprochen, einatmen, anhalten und ausatmen. Das kann man auch während der Meditation üben, z.B. mit Mantrameditation oder Energiemeditation oder auch Eigenschaftsmeditation. Man atmet einfach so lange ein, wie man kann, man hält die Luft solange an, wie man kann, vielleicht auch mit Mula Bandha und man atmet aus, solange man kann. Mindestens solange, bis der Geist wieder ganz wach ist und dann würde man diese Art des Atems wieder loslassen. So kann man mit Pranayama in der Meditation einiges bewirken. Oder auch Kevala Kumbhaka oder auch der Wechsel. Mal zwei, drei Minuten tiefe Atmung, dann zwei, drei Minuten oder fünf Minuten Sukha-Pranayama und dann fünf Minuten Kevala Kumbhaka. Man bringt also den Geist mit anderen Pranamanifestationen in Kontakt und das weckt ihn irgendwie auf.
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Sitzhaltung gegen Schläfrigkeit in der Meditation

Das nächste wäre auch die Sitzhaltung. Es kann eine Hilfe sein, die Sitzhaltung eine Spur unbequemer zu machen. Das ist ja auch ein Grund, weshalb Anfänger z.B. das Problem des einschlafenden Geistes gar nicht haben. Die Beine und der Rücken halten einen schon wach. Und daher, wenn es zu angenehm ist, dann kann man ja probieren vielleicht das Kissen doch mal ein Stück niedriger zu setzen. Wenn Muktasana einfach ist, dann geht man halt in Siddhasana. Wenn Siddhasana einfach ist, geht man halt in Padmasana. Also, das kann einen wach halten. Oder was Swami Sivananda irgendwo empfiehlt, ist, man nimmt so ein Haarbündel und bindet es an die Decke hoch. Das habe ich mal eine Weile tatsächlich gemacht, da war ich in einem Stockbett. Da, wo ich früher war, bevor ich zu Yoga Vidya kam, da hatten Mitarbeiter fast nie ein eigenes Zimmer gehabt, sondern man hat typischerweise in dem Yogaraum geschlafen oder wenn man ein Zimmer hatte, da hat man in Stockbetten zu dritt übereinander geschlafen und ich habe dann immer dafür gesorgt. Oder eine schöne Sache war auch, oberhalb vom Büro, oben noch so ein Brett eingebaut, dann hat man da oberhalb des Computers gelebt und da habe ich dann immer dafür gesorgt, dass das genau so hoch war, dass ich sitzen konnte und dass ich mit einem Stück Tesafilm das Haar an der Decke befestigen konnte. Das hält einen sehr wach, denn in dem Moment, wo man so ein bisschen einnickt, dann geht ja der Kopf runter. Also auch eine Möglichkeit, was man dort probieren kann. Das also bezüglich Asana.
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Vor der Meditation

Und natürlich kann man überlegen, „Was macht man vor der Meditation?“ Es gibt einige Dinge, die helfen, dass man konzentrierter und wacher ist und es gibt andere, die sind nicht so hilfreich. Und manchmal muss man das auch mal variieren. Vielleicht sogar die Reihenfolge der Praktiken variieren. Manchmal ist es gut, wenn man als erstes meditiert. Dann ist der Geist frisch und wach. Für manche Menschen ist es so, wenn sie vorher erst noch eine Dreiviertelstunde oder eine Stunde Asanas und Pranayama geübt haben, dann ist der Geist jetzt nicht mehr so bereit, weiter spirituell zu denken. Und dann ist es gut, gleich mit der Meditation zu beginnen. Manche Menschen sind dann aber beim Aufwachen eher müde. Dann braucht es erst etwas, was Prana und Blutkreislauf in Gang hält, also ein paar intensive Runden Kapalabhati oder Asanas. Und dann ist es gut, erstmal Hatha-Yoga-Übungen zu machen und dann zu meditieren. Und manchmal war es eine Weile gut auf die eine Weise, vielleicht ein paar Wochen oder Monate, und jetzt wäre es gut, das mal zu ändern. Und wir hatten ja einiges gesprochen im Sinne von Niyama, was man alles vor der Meditation machen kann und da kann man ja mal gucken, „Was könnte ich dort anders machen?“ Natürlich, die banale Sache, die Swami Sivananda auch manchmal empfiehlt, ist kaltes Wasser über das Gesicht zu geben. Und so kann man einiges gucken, „Was macht man vor der Meditation?“
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Überprüfe deine Motivation für die Meditation

Des Weiteren, nachdem man vielleicht diese Sachen überprüft hat, gibt es eine Reihe von anderen Dingen, die man auch machen kann bei einem müden Geist. Zunächst mal kann man die Motivation überprüfen. „Warum meditiere ich überhaupt?“ Es heißt zwar, man soll den erwartungslosen Geisteszustand erzeugen und gerade bei Anfängern ist es wichtig, dass sie diesen erwartungslosen Geisteszustand erzeugen. Nur wenn es zu erwartungslos wird, wird es irgendwann langweilig. Das, wo man Interesse hat, dort schläft man nicht ein. Also, was euch wirklich Spaß macht und wo ihr wisst, wofür ihr es macht, da ist jetzt nicht die Frage, „Werde ich dabei müde?“ Selbst bei Schlafmangel ist man dabei noch konzentriert. Und so hilft es, sich zu überlegen, „Warum meditiere ich?“ und dort kann es auch helfen, noch mal darüber nachzudenken, „Warum habe ich überhaupt mit Meditation begonnen? Was hat mir Meditation mal gegeben? Wo will ich hinkommen?“ und dann den ganzen Aspekt von Viveka, Vairagya, Mumukshutva, wer mit diesen Ausdrücken vertraut ist. Unterscheidungskraft, „Was ist wirklich, unwirklich. Was ist das Wichtige im Leben?“ Vairagya auch, sich bewusst zu machen, „Nichts Relatives macht mich dauerhaft glücklich. Letztlich, dauerhaft glücklich werden kann ich in der Meditation.“ Mumukshutva, Wunsch, zu Befreiung, Wunsch, Gott zu erfahren, Wunsch nach Bewusstseinserweiterung. Wenn dieser Wunsch stark ist, diese Motivation, dann ist man auch in der Meditation neu motiviert. Es kann hilfreich sein, Heiligengeschichten zu lesen. Es gibt z.B. mehrere wunderschöne Biographien von Swami Sivananda. Z.B. „Swami Sivananda, ein moderner Heiliger“ oder „Swami Sivananda – von einem, der auszog, das Glück zu verschenken“ oder wem jetzt das Lesen nicht mehr so liegt, es gibt auch DVD`s, wo Heilige dargestellt sind. Oder sogar auf Youtoube gilt es alle möglichen Videos von Meistern, kurze und längere. Auf Youtoube mehr kürzere, aber es gibt auch andere Kanäle, wo es auch längere gibt. Oder man kann überhaupt über Meditation lesen oder hören. Oder eine gute Hilfe ist, mal wieder in ein Meditationsseminar zu gehen, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Und natürlich, eure Teilnehmer werden das deshalb weniger erfahren, weil sie ja einmal die Woche in den Meditationskurs gehen und das inspiriert sie. Es ist häufiger, wenn Menschen längere Zeit alleine sind und dieses alleine sein, gerade in einer Umgebung, wo Menschen vielleicht nicht meditieren, dort wird der Wunsch nach dem höheren Selbst nicht gerade gefördert, er bekommt keine Nahrung dort und dann kann er schwächer werden. So ist praktisch die Motivation zu überprüfen eine gute Sache.
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Trägheit des Geistes als Hindernis für die Meditation

Dann kommen wir zu den nächsten Hindernissen. Man könnte sagen, geistige Hindernisse. Dort gibt es einfach zwei Haupthindernisse, nämlich schläfriger Geist, auch Mudha genannt und dann gibt es noch den zerstreuten Geist, auch Kshipta genannt. Also, wenn man meditiert, kann es eben passieren, dass man nicht immer tiefer in die Meditation kommt, immer höhere Erfahrungen macht, immer größere Wonne erfährt, immer größere Gottesnähe oder Erweiterung des Bewusstseins, sondern man kann stattdessen immer müder werden oder man wird mit der wunderbaren Fähigkeit des Geistes immer stärker konfrontiert, ständig neue Gedanken zu erzeugen und über die banalsten Phänomene sich die interessantesten Gedanken zu machen. Gehen wir erstmal darauf ein, was kann man alles machen bei einem schläfrigen Geist, Mudha. Zuallererst sollte man überprüfen, schläft man genug. Denn angenommen, man schläft nicht genug, dann wird der Geist sich den Moment der Meditation nutzbar machen, um den Schlaf nachzuholen. Dann denkt man zwar, „Irgendwie kriege ich mich morgens schon wach.“ und dann setzt man sich hin zur Meditation und relativ zügig schläft man ein. Das kann auch für viele Menschen wie so eine Art Zeichen sein, also gerade Menschen, die am Tag aktiv sind und die viel Interesse an allem Möglichen haben und sie denken, sie könnten ihren Schlaf immer weiter reduzieren, in der Meditation merkt man dann, dass das irgendwo Grenzen hat. Und so ist es auch eine gute Sache, wenn man meditiert, dann merkt man nämlich, wenn man sein Schlafbedürfnis nicht beachtet hat. Wenn man das nämlich zu lange nicht beachtet, dann hat das irgendwann auch körperliche Auswirkungen. Ein Grund vielleicht, warum Meditierende langfristig gesünder leben. Es gibt auch ein Phänomen, das Menschen haben und das ist auch wichtig, dass man das kennt. Viele Menschen, die meditieren und mit Yoga vielleicht noch dazu beginnen, erleben eine Phase, wo das Schlafbedürfnis sich reduziert. Bei manchen ist das dauerhaft und das ist ja auch schön, wenn man dann dauerhaft eine halbe oder eine Stunde weniger Schlaf braucht, hat man die zusätzlich gewonnen. Oft ist es ja auch so, wenn man meditiert, kann man schneller schlafen, man hat weniger Schlafstörungen und so hat man auch noch eine halbe oder eine Stunde zusätzlich gewonnen. Ich kann ja auch hier mal fragen, wer von euch hat bemerkt, dass seitdem er Yoga und Meditation übt, dass das Schlafbedürfnis reduziert worden ist? Wer hat gemerkt, dass er seitdem mehr Schlaf braucht? Etwa vierzig Prozent haben gemerkt, dass das Schlafbedürfnis reduziert ist und drei Prozent haben gemerkt, dass ihr Schlafbedürfnis sich erhöht hat. Also, siebenundfünfzig ist gleich geblieben. Wer von euch hat schon mal so eine Phase gehabt, wo er vorübergehend weniger Schlaf gebraucht hat? Das sind jetzt sogar Dreiviertel. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen und wenn man weniger Schlaf braucht, dann braucht man sich jetzt nicht im Bett rumzuwälzen, sondern dann freut man sich, man braucht weniger Schlaf, kann man die Zeit sinnvoll nutzen, z.B. mehr meditieren, mehr Asanas, mehr Pranayama, mehr Bücher lesen oder anderen mehr zu helfen oder neue kreative Dinge in seinem Leben einzuleiten. Nur muss man dann wissen, wenn die Phase zu Ende geht, dann muss man auch wieder mehr schlafen. Und das ist gerade bei Menschen, die hierher ins Haus kommen und vielleicht eine Intensivwoche mitmachen, dann erfahren sie sehr häufig so einen Energieschub und dann gibt es für ein paar Tage, Wochen, Monate, manchmal bis zu zwei Jahren, ein reduziertes Schlafbedürfnis und dann anschießend wird das Schlafbedürfnis wieder stärker und das merkt man daran, dass man in der Meditation müde und träge wird, das Interesse verliert. Dann sollte man als erstes gucken, „Müsste ich meinen Schlaf wieder erhöhen?“
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68 . Teil. Mitschnitte aus einer Meditation Kursleiter Ausbildung bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mit  Sukadev Bretz über Meditation.

Einschlafende Beine in der Meditation

Nächstes Hindernis sind einschlafende Beine. Einschlafende Beine sind zunächst mal nicht wirklich ein Hindernis. Sie sind nur ein Hindernis, wenn man es denkt. Wenn ein Bein in der Meditation einschläft, ist es kein Problem der Blutzirkulation. Viele Menschen denken dann, sie haben Blutzirkulationsprobleme und haben dann Angst, dass ihre Beine absterben und vielleicht demnächst schwarz anlaufen oder so etwas. Wenn man dort die Befürchtung hat, dann müsste man kurz den Fuß anschauen. Wenn die Farbe sich nicht wesentlich geändert hat, dann ist da auch kein Problem. Wenn ein Blutgefäß abgestellt wäre, würden entweder die Beine blau anlaufen oder blass-weiß werden, je nachdem, welches Blutzirkulationsproblem sich einstellt. Ihr könnt das ja das nächste Mal überprüfen, wenn ein Bein eingeschlafen ist, ob die Hautfarbe sich ändert und sie tut es typischerweise nicht. Sollte natürlich die Hautfarbe verändert sein, gut, dann muss man tatsächlich etwas tun, dass man eine Stellung findet, wo dies nicht geschieht. Aber im Normalfall ist das eben kein Problem. Was es viel mehr ist, dass durch den Druck an irgendeiner Stelle eines Nervs, die Reizleitung unterbrochen ist. Und wenn die Reizleitung unterbrochen ist, dann spürt man den Teil des Beines nicht, der von diesem Nerv eben versorgt wird. Und dann ist dieser Teil gefühllos und weil er gefühllos ist, hat man das Gefühl, er ist eingeschlafen. Und wenn man dann das Bein ausstreckt oder das Bein irgendwo bewegt, kann es sein, dass man noch mal ein paar Sekunden lang diesen Teil des Beines nicht spürt und dann kommt das Gefühl wieder zurück. Wenn man aus der Stellung herauskommt oder die Beine bewegt und innerhalb von eins bis drei Minuten das Gefühl wieder in das Bein zurückkommt, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das ist nichts, was in irgendeiner Form schwierig wäre. Dann ist halt ein bisschen Druck auf dem Nerv und wenn der Druck weggeht, dann ist die Reizleitung wieder da und dann spielt es keine Rolle. Nur, man muss auf eines achten. Das ist, wenn das Bein eingeschlafen war, sollte man nicht plötzlich aufstehen. Dann kann man nämlich umkippen und da kenne ich durchaus so zwei, drei Menschen, die dabei auf die Nase gefallen sind und ich kenne auch jemanden, die dort sich den Fuß verrenkt hat und dann irgendwo eine Weile vorsichtig sein musste mit ihrem Knöchel. Also, falls man in der Meditation war und es klingelt plötzlich das Telefon, nicht unbedingt dort hin stürmen, erst überprüfen, ob das Bein das Gefühl hat. Wenn es das hat, kann man aufstehen, wenn das Bein das Gefühl eben nicht hat, dann verpasst man besser das Telefon, als dass man stürzt. Sollte es aber jetzt so sein, dass das Gefühl, nachdem man aus der Meditationshaltung rausgeht, länger als zwei, drei Minuten weg bleibt, dann sollte man schon darauf achten, dass man das Bein in der Meditation nicht einschlafen lässt. Denn, wenn das nicht innerhalb von zwei, drei Minuten zurückkommt, kann es sein, dass diese Art doch etwas mehr ist, als nur eine vorübergehende Reizunterbrechung, dann wird irgendwo der Nerv so gedrückt, dass es vielleicht sogar auf die Dauer schädlich sein könnte. Nicht beim ersten Mal, nicht beim zweiten Mal, nicht beim zehnten Mal, aber wenn ihr das jeden Tag habt und insbesondere, wenn das immer länger dauert, bis das Gefühl zurückkommt, dann gilt es, ihr müsst eine Stellung finden, wo das Bein nicht einschläft. Und auch noch etwas Weiteres gilt, wer sehr lange in einer Stellung meditiert, also insbesondere länger als eine Stunde, dann sollte man auch eher darauf achten, eine Stellung zu finden, wo das Bein nicht einschläft. Warum? Dann spürt man nämlich die Warnsignale nicht. Insbesondere, wenn das Bein ab dem Oberschenkel gefühllos ist und dann ist man zwei, drei Stunden in dieser Stellung und dann spürt man das Knie nicht und dann kann es sein, wenn es zuviel ist fürs Knie und man bleibt weiter drin, dann wird es nachher schwierig. Vom Swami Vishnu habe ich mal gehört, dass er da mal ein Bein eingeschlafen hatte und sechs Stunden am Stück meditiert hat und nachher hat er ein paar Tage Probleme gehabt, zu gehen. Aber wer jetzt nicht vorhat, länger als eine Stunde am Stück zu meditieren oder wenn man zwischendurch wieder aufsteht, ist es kein Problem. Ansonsten, wer länger als eine Stunde am Stück meditieren will, sollte darauf achten, dass er eine Stellung findet, wo das Bein nicht einschläft. Was kann man jetzt aber tun, wenn man nicht will, dass das Bein einschläft oder gute Gründe dafür hat, dass das Bein nicht einschläft. Das eine ist, man kann eben schauen, wo ist die Reizleitung unterbrochen? Manchmal ist es die Art des Kissens. Ich hatte zwar gesagt, bei Siddhasana, man kann eine Art imitiertes Siddhasana machen, wo man eben z.B. am Kissen eine Art Wulst erzeugt, wo die Wulst unterhalb vom Damm, Perineum, also dem Kandha-Bereich ist und das ist wie so eine Stimulierung des Muladhara-Chakras. Wenn diese aber dazu führt, dass es an anderer Stelle, unter dem Oberschenkel zu einem Duck auf den Ischiasnerv führt, dann heißt das, dass das Bein drunter das Gefühl verliert. Oder bei manchen ist es auch der Fuß unter dem Oberschenkel. Sei es im halben Lotus oder im Siddhasana, wenn dieser Fuß so ist, dass er den Nerv dort drückt, dann ist es wahrscheinlich, dass drunter das Bein nicht mehr spürbar ist. Ebenso kann auch z.B. der Fuß drücken auf den Oberschenkel und dabei ein Nerv gedrückt wird, sodass man den Fußrücken und die Zehen nicht mehr spürt. Und manchmal kann es sogar sein, dass einfach die Kompression der Rückseite des Oberschenkels, insbesondere bei Menschen, die einen dickeren Oberschenkel haben, dass diese Kompression den Nerv irgendwo drückt. Also, man kann so ein bisschen, eventuell sich sogar ein Anatomiebuch anschauen, gucken, wo ist der Nerv. Beispielsweise vom Unterschenkel an spürt man das Bein nicht und dann könnte man anhand von Anatomiebüchern gucken, wo verläuft denn dieser Nerv, der diesen Teil dort versorgt, an welcher Stelle verzweigt der sich, dann kann man gucken, an welcher Stelle ist dann höchstwahrscheinlich der Druck und dann schaut man, wie kann man diesen Druck reduzieren. Irgendeiner hat mal gesagt, er musste nur die Unterhose wechseln, die hatte irgendwo unten einen dicken Gummizug. Das war früher vielleicht mehr als heute, dass der an der Stelle dicker war und der hat halt ausgerechnet an der Kante des Kissens gedrückt. Als er dann eine andere Unterhose angezogen hatte, war das das Problem nicht mehr. Also, mit gesundem Menschenverstand und ein bisschen Experimentieren kann es einem gelingen, dass das Bein dann nicht mehr einschläft und für viele ist gerade dieses Muktasana, wo die Beine voreinander liegen, eine Möglichkeit, keine einschlafenden Beine zu haben. Oder nur die knöchernen Teile zu unterstützen. Also z.B. so zu sitzen, dass nur die Sitzhöker auf dem Kissen sind und nicht der vordere und untere Teil des Gesäßes oder der obere Teil des Oberschenkelbizeps. Oder vielleicht nur den knöchernen Teil des Knies etwas unterstützen, denn an diesem knöchernen Teil ist kein Nerv. Und dann wird nichts gedrückt und dann schläft auch nichts ein. Ich kann ja euch gerade fragen, bei wem von euch schläft meistens ein Bein ein, wenn ihr meditiert? Bei wem von euch schläft ab und zu mal ein Bein ein, wenn ihr meditiert? Und bei wem passiert das so gut wie nie, dass ein Bein einschläft beim Meditieren? Und wer kennt das überhaupt nicht, hat es noch nie erfahren? Also, man darf auch dann den Arm heben, es ist keine Schande, dass man noch nie ein eingeschlafenes Bein hatte. Für manche sind die Hörnchenkissen von Vorteil, für manche sind sie nicht von Vorteil. Ich z.B., wenn ich ein Hörnchenkissen habe, schlafen die Beine sehr viel stärker ein, währenddessen bei den runden Kissen schlafen sie bei mir weniger ein. Aber das ist bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich. Man kann ein bisschen experimentieren. Aber wie gesagt, es ist auch nicht wirklich ein Problem, wenn die Beine einschlafen und man nicht länger als eine Stunde meditiert am Stück und wenn innerhalb von ein, zwei, drei Minuten, nachdem man die Beine wieder ausstreckt, das Gefühl wieder zurückkommt. Wenn man einen Krampf kriegt, dann muss man ja das Bein irgendwie ausstrecken und dann muss man einfach dafür sorgen, dass der verkrampfte Muskel gedehnt wird. Angenommen, es ist in der Wade, dann probiert man, mit den Händen an die Zehen zu fassen und die Wade zu dehnen oder wenn es im Oberschenkel ist, muss man so dehnen oder in die andere Richtung. Wenn es wirklich ein Krampf ist, dann muss man dehnen. Und dann muss man auch wieder gucken, wie kann man eine Stellung einnehmen, die nicht zum Krampf führt.
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